»Aurora Erwacht« – Amie Kaufman & Jay Kristoff | Rezension

»Aurora Erwacht« gehört zu den Büchern, die ganz weit oben auf meiner »Want to Read« -Liste für dieses Jahr stand. Bereits im englischen Bookstagram-Bereich taucht das Buch immer und immer wieder auf und es wird in den höchsten Tönen gelobt. Obwohl ich eigentlich ein sehr großer Sci-Fi-Fan bin, besonders was Filme angeht, habe ich mich in dem Genre bisher doch etwas zurückgehalten. Umso gespannter war ich allerdings auf die Übersetzung gewesen und ich freue mich noch immer sehr, dass ich das Buch vom Verlag als Rezensionsexemplar erhalten durfte. Vielen, vielen Dank!


Eine Reise quer durchs All – humorvoll und spannend.


Bewertung: 5 von 5.

// Allgemeines:


Bibliographie:

Der New-York-Times-Bestseller: spannend, actionreich und witzig

Tyler, frisch ausgebildeter Musterschüler der besten Space Academy der ganzen Galaxie, freut sich auf seinen ersten Auftrag. Als sogenannter „Alpha“ steht es ihm zu, sein Team zusammenzustellen – und er hat vor, sich mit nichts weniger als den Besten zufrieden zu geben. Tja, die Realität sieht anders aus: Er landet in einem Team aus Losern und Außenseitern:

Scarlett, die Diplomatin – Sarkasmus hilft immer (not.)
Zila, die Wissenschaftlerin – dezent soziopathisch veranlagt
Finian, der Techniker – besser: der Klugscheißer
Kaliis, der Kämpfer – es gibt definitiv Menschen, die ihre Aggressionen besser unter Kontrolle haben
Cat, die Pilotin – die sich absolut nicht für Tyler interessiert (behauptet sie zumindest)

Doch dieses Katastrophenteam ist nicht Tylers größtes Problem. Denn er selbst ist in den verbotenen interdimensionalen Raum vorgedrungen und hat ein seit 200 Jahren verschollenes Siedlerschiff gefunden. An Bord 1.000 Tote und ein schlafendes Mädchen: Aurora. Vielleicht hätte er sie besser nicht geweckt. Ein Krieg droht auszubrechen – und ausgerechnet sein Team soll das verhindern. Ouuups. Don’t panic!


// Meine Meinung:

Wenn mich ein Buch schon von der ersten Seite an begeistern konnte, dann ist es »Aurora Erwacht« gewesen. Von Beginn an hatte ich den Eindruck, ich säße vor dem Fernseher und die Geschehnisse rasen in Bilder an mir vorbei. Schneller als ich gedacht hätte, waren die ersten fünfzig Seiten vorbei und ab da ist es unmöglich gewesen, das Buch überhaupt noch auf Seite zu legen. Die Einführung in die Welt fällt relativ kurz aus, dennoch hatte ich trotz dessen nicht im geringsten das Gefühl, überfordert zu sein.

Die multiperspektivische Erzählweise ist für mich ein sehr großer Pluspunkt: Mit jedem gelesenen Kapitel erhalten die Charaktere immer mehr Tiefgang und werden greifbarer. Obwohl es ganze sieben Protagonisten sind, bekommt man in jeden einen Einblick und kann die Figuren durch ihre sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten gut auseinanderhalten. Alle zusammen bilden ein großartiges Team, das mit jedem Hindernis und jeder Aufgabe mehr zusammenwächst und sich langsam einen Platz in meinem Herzen erkämpft hat. Keinen der Charaktere mochte ich nicht, denn jeder besitzt seine Eigenarten und individuellen Fähigkeiten und wirkt auf seine eigene Weise irgendwie sympathisch.

Auch der Schreibstil konnte mich von der ersten Seite an überzeugen. Man fliegt quasi so durch die Seiten und mehr als einmal musste ich laut loslachen. Der Humor ist wunderbar und gibt der Geschichte einen ganz eigenen Flair. Es gibt einige technische Begriffe, die auf den ersten Blick völlig nichts sagend sind. Jedoch hat das weder den Lesefluss gestört, noch fällt es dadurch schwerer, die Story zu verstehen, da die meisten Sachen gleich darauf erklärt werden. Der Grundaufbau der Welt ist nicht sonderlich undurchsichtig und man findet sich schnell ein. Insgesamt war die Handlung mitreißend und spannungsvoll, sodass man immerzu wissen wollte, wie es weitergeht. So kam es schnell dazu, dass man ein gutes Stück verschlingt, ohne überhaupt einmal aufzuschauen. Die Wendungen sind nicht unbedingt unvorhersehbar, dennoch gibt es einige Plottwists, die mich wirklich überraschen konnten. Wer die Serie »The Expanse« kennt – genau diese Vibes hatte ich unaufhörlich während dem Lesen.

»Aurora Erwacht« ist meiner Meinung nach auf jeden Fall etwas für jeden Sci-Fi-Fan und auch für die, die sich in dem Genre erst einmal ausprobieren wollen. Es bietet sympathische Charaktere, ein interessantes Worldbuilding und jede Menge Humor. Für mich ist der erste Teil der Reihe jetzt schon ein absolutes Jahreshighlight und ich kann den zweiten Band kaum noch erwarten. Um mich noch einmal kurz zusammenzufassen: LEST DIESES BUCH!

Beta Hearts – Marie Graßhoff | Rezension

Es ist so weit, die aufregende Neon Birds- Trilogie hat ihr Ende erreicht und ich kann nur sagen: was ein nervenaufreibendes Abenteuer…


// Allgemeines:

Titel: Beta Hearts

Autorin: Marie Graßhoff

Verlag: Bastei Lübbe

Genre: Sci-Fi, Solar Punk

Seitenanzahl: 508

ISBN: 978-3-404-20968-2

Preis: 15,00€

Dankeschön für das Rezensionsexemplar!! ❤

// Klappentext:

Im Jahr 2101 gibt eine neue Waffe abermals Hoffnung im Kampf gegen die künstliche Intelligenz KAMI. Es ist eine Person aufgetaucht, die in der Lage zu sein scheint, dem gottähnlichen Wesen die Stirn zu bieten. Doch die Zivilisation steht bereits an der Schwelle zum Untergang. Ist die Menschheit noch zu retten, und ist sie es überhaupt wert, gerettet zu werden? Die junge Kämpferin Andra zweifelt an ihrer Mission, KAMI zu vernichten …

„Tiefgehend und philosophisch – ein mitreißender Roman mit lebendigen Charakteren.“

— bookdragoon


// Meine Meinung:

Nachdem mich Band 2 der Neon-Birds-Trilogie erst so richtig überzeugen konnte, war ich nach dessen Ende – wie soll ich es am besten ausdrücken? – vollkommen aufgeschmissen. Es hat lange gedauert, bis ich mit jedem Charakter, die allesamt einen ausdrucksstarken Standpunkt in der Geschichte einnehmen, warm geworden bin. Und noch länger hat es gedauert, diese allumfassende Welt zu verstehen und sich hineinzudenken. Was Marie mit dem Neon-Bird Universum geschaffen hat, ist der Wahnsinn. Anders kann man es nicht bezeichnen. Es wirkt auf den Seiten unfassbar realistisch und besitzt einen solchen Tiefgang.

Umso gespannter war ich also auf den Abschluss der Reihe und habe das Lesen auch einiger Zeit vor mich hergeschoben, weil ich noch nicht wirklich wollte, dass es schon vorbei ist. Was mir schon zu Beginn super gut gefallen hat, war die kurze Zusammenfassung der Ereignisse der vorhergegangenen Bände. So musste ich nicht noch einmal die beiden ersten Teile rereaden, sondern konnte sofort mit Band 3 starten. Wo der zweite Band endet, ging der letzte Teil der Reihe ebenso nervenaufreibend und spannend weiter. Tatsächlich besaß der gesamte Plot bis zum Ende ein unaufhörliches spannungsvolles Kribbeln, wodurch man kaum aufhören konnte zu lesen und schnell einmal hundert Seiten verschwunden waren, ohne dass man einmal aufgeschaut hat.

Gerade Andras Rolle hat mir sehr zugesagt: Bereits ab dem ersten Band war sie einer meiner Lieblinge, wenn nicht sogar DER Lieblingscharakter. Ihre Entwicklung mitzuerleben und gleichzeitig ihren starken und emphatischen Charakter zu verfolgen, hat mich ihr wirklich verbunden fühlen lassen. Ebenso auch aus Flowers Sicht, der mein Zweit-Lieblingsprotagonist ist, zu lesen, hat mir besonders Spaß bereitet. Ich finde seinen Charakter unheimlich interessant und vor allem die Beziehung zu seiner Mutter hat Marie Graßhoff auf einer spannenden und emotionalen Weise Raum gegeben, wodurch man jedes Mal mitleidet. Auch die Liebesbeziehung(-en) kommen nicht zu kurz und sind passend in die Geschichte mit eingegliedert. Zwar sind sie keinesfalls so in den Mittelpunkt gestellt, wie es in den sonstigen New Adult/Young Adult Büchern der Fall ist, allerdings hat mir das hier auf keinen Fall gefehlt. Dafür ist allein die Handlung viel zu fesselnd. Und das sage ich als jemand, der eigentlich sehr, sehr ungern auf ein bisschen Romance verzichten kann.

Auch mit Maries Schreibstil hatte ich dieses Mal absolut keine Probleme. Wo mir in den ersten Bänden doch noch viele Kontext- und Wortwiederholungen ins Auge gesprungen sind, ist mir das im Finale nur bei einem einzigen Wort aufgefallen: Und das ist ein klitzekleiner Kritikpunkt. Andras Antwort ist fast immer »Genau«. Und nach dreihundert Seiten geht das einem irgendwann auf die Nerven. Es tut mir wirklich leid, das so auszudrücken.

Trotzdem kann ich nicht anders, als euch diese Reihe ans Herz zu legen. Sie ist klug, neuartig, sehr durchdacht, spannungsvoll, mit einer Menge Plottwists, tollen Charakteren und wundervoll geschrieben Passagen. Es braucht seine Zeit, bis man sich in der Welt angekommen fühlt und den Charakter nahe, aber das ist die Trilogie mit jeder Zeile wehrt. Ich bin fest davon überzeugt, dass man die Reihe mit jedem Reread mehr lieben wird.

4,5 von 5 Sternen

Constellation – Gegen alle Sterne – Rezensionsexemplar

Sci-Fi und Romantic? Ich muss zugeben: Ein ganz kleiner Sci-Fi Liebhaber steckt schon in mir drinnen und würde mich jemand dazu zwingen, mich zwischen einer Liebeskomödie und einem Sci-Fi-Film zu entscheiden, fiele meine Wahl auf den Sci-Fi-Film. Aber gelesen habe ich in diesem Genre bisher noch nichts. Deswegen war ich umso gespannter auf den Roman von Claudia Grey und bin wirklich nicht enttäuscht worden.

Er ist programmiert, sie zu töten. Sie ist bereit, ihn zu vernichten. Bis sie sich näher kommen als gedacht …

Noemi ist bereit zu sterben, um ihren Planeten gegen die Erde zu verteidigen. Als sie in einem verlassenen Raumschiff nach Hilfe für ihre schwer verletzte Freundin sucht, trifft sie auf Abel, die perfekteste künstliche Intelligenz, die je entwickelt wurde. Er ist programmiert, sie zu töten. Gleichzeitig aber muss Abel dem ranghöchsten Menschen an Bord gehorchen. So gelingt es Noemi, ihm das Geheimnis zu entlocken, das ihren Planeten retten kann. Dafür müsste sie Abel zerstören. Doch Abel sieht nicht nur aus wie ein Mensch aus Fleisch und Blut. Je näher sich die beiden auf der lebensgefährlichen Mission kommen, desto klarer wird Noemi: Er fühlt auch wie ein Mensch. Bald steht er längst nicht mehr nur aus programmiertem Gehorsam zu ihr. Aber ist er wirklich frei, alles für sie zu tun?

Die Charaktere, die Claudia erschaffen hat, besitzen eine zweifelsohne besondere Ausstrahlung. Noemi ist stark, selbst – und pflichtbewusst, zielorientiert und dennoch ist sie von einer solchen Unwissenheit über ihre eigenen Stärken geprägt, dass sie mich mehr als einmal überrascht hat. Geplagt von dem Gefühl für ihre Pflegeeltern immer nur eine Last gewesen zu sein, hat sich eine ungemeine Krümmung in ihrer Selbstwahrnehmung verewigt, die erst durch Abel gelöst wurde. Ihre Gedanken, ihre Intelligenz und ebendiese, die sich unentwegt in Claudias Schreibstil widerspiegelt, verlangte bei mir selbst immerzu nach Aufmerksamkeit, um zu verstehen. Zu Beginn fiel es mir wahnsinnig schwer, aber je mehr ich in der Geschichte vorankam, desto flüssiger konnte ich lesen und desto tiefer wurde ich in die Handlung hineingezogen.

Ebenso fasziniert mich auch Abel. Er, als der komplexeste und am weitesten entwickelte Mech, besitzt nicht nur die Fähigkeiten, die wir uns bei einer künstlichen Intelligenz vorstellen. Er fühlt, denkt, wie es ein Mensch tut. Und er träumt. Die Idee hinter Abels Charakter verlangt nicht nur nach der Frage, inwieweit ist künstliche Intelligenz als richtig anzusehen, sondern inwiefern kann man verantworten, was sich entwickeln kann, wenn es dazu in der Lage ist. Doch noch viel mehr stecht hervor: Was macht einen Menschen, was macht eine Seele aus, um als solcher bzw. solche betrachtet werden zu können?

Abel und auch Noemi durchlaufen während ihrer Reise eine Entwicklung, die in all der detailreichen Welt oder vielmehr Universum nicht untergeht. Die Beziehung der beiden ist federleicht, zaghaft und geht doch tiefer, als es den bloßen Anschein erregt. Besonders zum Ende konnte man diese Verbindung zwischen den beiden selbst fühlen. Und, obwohl das Ende auf jeden Fall genug offen ließ für eine Fortsetzung,  fand ich es trotzdem als einen guten Abschluss. Fragen sind offen, warten darauf beantwortet zu werden und der Drang danach den nächsten Teil lesen zu wollen besteht auf jeden Fall, aber dennoch ist da nicht dieser Druck.

Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird und kann die Geschichte von Noemi und Abel jedem ans Herz legen, der sich mal in Sci-Fi ausprobieren will. Der Romance Anteil ist nicht zu einnehmend und lässt mehr als genug Platz für die Faszination für das Setting.

4,5 von 5 Sternen

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