»Im Herzen der Nacht« – Kristina Günak | Rezension

Nach langem hat mich mal wieder ein Buch vom Klappentext her von Mainwunder angesprochen. Erstens: Es handelt sich um einen Fantasyroman. Und Zweitens: Engel. Das reicht, um meine unstillbare Neugier auf allerlei Engelsgeschichten zu wecken und mir keine Ruhe zugeben. Auf meinem Instagram Account findet er in Form eines Reels ein Unpacking des Paketes. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Mainwunder für die Bloggerbox!

Allgemeines

  • Im Herzen der Nacht
  • Kristina Günak
  • Independently published (11. Januar 2021)
  • Fantasy: Paranormal Romance
  • 254 Seiten
  • ISBN: 979-8583389384

Er glaubte, nie wieder etwas empfinden zu können, bis er ihr begegnete … 

Venia ist eine Seelenleserin. Sie bannt den Schmerz der Menschen mit schrillen Farben auf Leinwand und hat sich in der Kunstszene einen Namen gemacht. Was sie tut, weckt allerdings auch das Interesse der Dämonen, und bald darauf bekommt sie von einem der mächtigsten Besuch. 

Der Engel Samuel verbirgt seine Flügel vor den Menschen, denn er hat den Himmel verlassen. Müde von seinem langen Leben hat er sich zurückgezogen und muss trotzdem zu einem letzten Auftrag aufbrechen. Denn die Geschicke der Welt stehen auf dem Spiel und Venia ist der Schlüssel für alles. Doch im Kampf gegen das Böse muss Sam feststellen, dass auch er vor menschlichen Gefühlen nicht gefeit ist. 

// Meine Meinung:

Ich fühle mich ein bisschen hin und hergerissen und weiß nicht recht, womit ich diese Rezension beginnen soll. Zu Beginn hatte ich keine großen Erwartungen und habe mich sehr auf die Engelsgeschichte gefreut, da ich bisher nie Fehlgriffe in dieser Nische des Fantasygenres gemacht habe.

Der Einstieg in die Geschichte ist recht schwer; man wird nahezu völlig unvorbereitet in eine Handlung hineingeschmissen, von der man vorne und hinten nichts zu verstehen scheint. Bis die unaufhörlichen Fragezeichen beantwortet werden, dauert es eine Weile und dann startet sofort der große Plottwist. Die Charaktere fanden sich relativ gut in dem Konstrukt zurecht – besser als ich. Die Unklarheiten bezüglich ihnen haben nicht unbedingt zum Weiterlesen angeregt, sondern – ganz im Gegenteil – die Sache sehr verkompliziert. Man wusste weder, wo man stand, noch was eigentlich abging. Vielleicht kommen manche Leser damit klar und sie mögen diese Art von vagen Andeutungen und Rätseln, aber mir persönlich war es einfach zu viel. Dadurch wurde die Geschichte unklar und verwaschen. Das Worldbuilding wird schnell eingeleitet und machte einen eher mäßig detaillierten Eindruck. An vielen Stellen hat es mir an konkreten, greifbaren Komponenten gefehlt und abschließend war es einfach »zu wenig«. Natürlich ist man auf 250 Seiten nur sehr begrenzt, aber gerade deswegen kann ich nur betonen, dass mindestens 100 bis 150 Seiten mehr der Geschichte sehr zugutegekommen wären.

Eine richtige gefühlsmäßige Beziehungen zu den Protagonisten aufzubauen, war kaum möglich. Für mich lag das daran, dass die Geschichte mittels einem Er-/Sie-Erzähler erzählt wird. Zwar gewinnt man einen Einblick in beide Sichtweisen, doch bleiben beide sehr weit entfernt. Meiner Meinung nach bietet sich diese Erzählweise eher für mehrteilige (Fantasy-)Serien an, die es ermöglichen über mehrere Bände den Charakteren näher zu kommen. Zum anderen war es sehr schwer überhaupt Sympathien zu irgendwelchen Charakteren zu entwicklen, da alle Protagonisten sehr blass und oberflächlich bleiben. Samuel etwas weniger als Venia, da man doch wesentlich mehr aus seiner Sicht liest. Ein weitere Kritikpunkt ist der Buchsatz. Mich hat es enorm gestört, dass die Perspektivwechsel nicht durch wenigstens einen Absatz gekennzeichnet wurden. So liest man eine Zeile und findet fließend im nächsten Satz die andere Sichtweise wieder. Das hat immer wieder dazu geführt, dass man kurzfristig aus dem Lesefluss herausgerissen wurde – nervig und extrem störend.

Im Grunde fand ich die Idee dahinter ganz gut, doch fehlte es in der Umsetzung gerade an detaillierten Erlebnissen, die es ermöglichen sowohl den Protagonisten als auch der fantastischen Welt näher zu kommen. So wurde alles lediglich retroperspektiv wiedergegeben und nichts wirklich nahbar.

Für mich war »Im Herzen der Nacht« eher enttäuschend und ich kann das Buch nicht unbedingt weiterempfehlen. Der Klappentext hatte doch mehr versprochen, als die wenigen Seiten übermitteln konnten. Ich denke aber, dass jeder, der etwas Schnelles für zwischendurch sucht, vielleicht mit diesem Buch fündig wird.

Ich hoffe, wir lesen uns bald wieder!

9.

Buch in 2021


»Vielversprechender Klappentext – leider aber eher enttäuschend.«


2/5

Sterne

»Schwarze Wale« – Carolina Claus | Rezension

»Ein Sommermorgen. Ich laufe über die Wiese, so, wie wir es schon tausend Mal gemacht haben. Das Gras kniehoch, die Blüten verströmen einen lieblichen Duft. Die Sonne geht gerade auf. Es ist früh, leine Menschenseele hier. Ich setze mich schließlich auf eine Bank und lasse die Seele baumeln: Ich habe Hoffnung. So soll es bleiben.« 

Allgemeines

  • Schwarze Wale
  • Carolina Claus
  • MataBooks
  • zeitgenössische Literatur
  • 204 Seiten
  • ISBN 9783947681112

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!


Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes, der auf seine Art und Weise mit dem Leben und dem Tod ringt und dabei feststellen muss, dass es wohl nicht den einen, richtigen Weg gibt. Zwischen Einsamkeit und dem Verlangen nach Nähe und Zuneigung versucht er, mit sich und der ihn umgebenden Welt Frieden zu schließen.


Schwarze Wale ist ein beeindruckend tiefgründig und voller wichtiger Messages, die trotz der wenigen Seiten nicht zu kurz gekommen sind. Obwohl das Buch nur fast 200 Seiten umfasst, brauchte ich eine ganze Weile für das Beenden. Gerade der Anfang wirft vielerlei Fragen auf und alles ist zuerst ein wenig verwirrend. Über die Geschichte hinweg verfolgt man den Protagonisten, dessen Namen erst zum Ende genannt wird, in zwei Zeitspannen. Einmal in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Dadurch bekommt man einen weitreichenden Einblick in seinen Charakter. Besonders gut gefallen hat mir die Unverblümtheit, mit der sein Innenleben dargestellt wurde. Man begleitet in auf dem Tiefpunkt seines Lebens und obwohl man nur wenig über das »Davor« erfährt, scheint er dennoch nicht nur durch sein Schicksal ausgezeichnet zu sein.

Die Liebesgeschichte ist kein großer Teil des Ganzen und eher wie ein Windhauch, dessen Prise man jedes Mal mit einem Lächeln der Melanchonie willkommen heißt. Schon im Vorhinein weiß man, worauf es am Ende hinauslaufen wird. Das konnten die kurzen Anflüge der Sorglosigkeit jedoch nicht mindern und hat einen hoffnungsvollen Kontrast zu dem sonst eher trüben und bedrückenden Thema gegeben, das immerzu wie ein Nebelschleier wahrzunehmen war.

Der Schreibstil ist eigen, macht und denkt, was er will. Trotzdem ist es in einem Fluss lesbar und es gibt keine Stellen, über die man zu stolpern vermag. Die Anonymität der Protagonisten schafft eine gewisse Allgegenwärtigkeit, denn jeder aus jedermanns Leben könnte die Rolle der Figuren einnehmen. Es ist ein unschönes Thema, ein Lebensschicksal, über das man zwar in irgendeiner Weise etwas zu wissen gedenkt, doch ohne die persönlichen Erfahrungen ist es kaum richtig nachvollziehbar. Ich kann mir nicht vorstellen, welche ermüdenden und hoffnungslosen Augenblicke und Momente die Betroffenen jeden Tag erleben müssen. Doch hat mir die Geschichte einen Einblick gegeben, der definitiv zum Nachdenken anregt und einen nicht unbekümmert zurücklässt.

Abgesehen von dem doch sehr schwerlastenden Konflikt des Protagonisten hat das Buch gewisse Fragen über das Leben beantworten können und gezeigt, auf welche Dinge es ankommt. Trotz der bedrückenden Atmosphäre ist immer mal wieder ein Hoffnungsschimmer aufgeleuchtet.

Von mir gibt es eine große Empfehlung. Ich würde mir wirklich wünschen, dass solchen Büchern in der Schule mehr Raum gegeben wird. Denn Themen wie Einsamkeit und Hoffnungs- und Aussichtslosigkeit über die Zukunft sind definitiv Dinge, über die mehr gesprochen werden sollte.

Liebe Grüße!

«Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin« – Samantha Shannon | Rezension

Im englischen Booktube und Bookstagram Bereich ist »The Priory of the Orange Tree« eines der Bücher, von dem man immerzu überragende Meinungen hört. Gerade deswegen habe ich mich auf die deutsche Übersetzung sehr gefreut. Ein großes Dankeschön geht an das Bloggerportal und den Penhaligon-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Allgemeines:

  • Titel: Der Orden des Geheimen Baumes – Die Magierin
  • Autorin: Samantha Shannon
  • Verlag: Penhaligon
  • Genre: High Fantasy
  • ISBN: 978-3-7645-3239-0
  • Preis: 20,00€ (Hardcover)

Eine Welt voller Drachen, starker Frauenfiguren und politischer Intrigen – umwerfender Fantasy-Stoff grandios erzählt!

In ihrem epischen Fantasy-Roman „Der Orden des geheimen Baumes“ hebt Samantha Shannon das Genre auf die nächste Stufe. Mächtige Frauen lenken und beeinflussen das Schicksal ihrer Welt, ob als Königin, Magierin oder Drachenreiterin. Doch die Welt ist geteilt: Während im Westen alle Drachen als absolut böse verdammt werden, werden diese im Osten als göttergleiche Wesen verehrt. Trotz dieser gegensätzlichen Weltanschauungen müssen die Menschen des Ostens und des Westens zusammenarbeiten, als ein riesiger bösartiger Drache aus der Vergangenheit wieder aufersteht. Drei starke Frauen nehmen die Herausforderung an, die Bewohner beider Reiche zu vereinen, um die Menschheit zu retten … 
In diesen Momenten – wenn Glaubenssysteme kollidieren und eine detailreiche Welt entsteht – ist Samantha Shannon in Bestform.


Erschienen
21.09.2020


Eine wichtige Information, die ich bei der folgenden Rezension im Hinterkopf behalten werde: Dies ist nur der erste Band des Buches »The Priority of the Orange Tree«. Mit mehr als 1000 Seiten wurde die Übersetzung in zwei Teile aufgeteilt. Bei dem Umfang an Seiten kann ich das von Seiten des Verlages verstehen, dennoch empfinde ich es immer als ein wenig problematisch, wenn man ein Stand-Alone splittet. Meine Meinung bezieht sich im nachfolgenden nur auf den ersten Band der „Reihe“, allerdings – und das nehme ich schon einmal vorweg – werde ich den nächsten Band auch noch lesen.

»Wo auch immer ich bin«, antwortete Tané, »bin ich bei dir.« 

Schon auf den ersten Seiten war der Schreibstil von Samantha Shannon überaus faszinierend. Detailreiche Darstellungen geben der Welt einen großen Raum in der Geschichte. Es braucht ein wenig, bis man sich in den Schreibstil eingefunden hat und einige Vergleiche sind mir beim Lesen ins Auge gesprungen. Samantha Shannon hat die Essenz des Romans auf faszinierende Weise einfangen können. Zu Beginn fühlt man sich maßlos überfordert mit all den Namen, Orten und Gedankengängen der Protagonisten. Während die Einführung in die Welt überaus detailliert ausfällt, erscheinen die Charakter mehr als ein kleines Licht am Rande, dem man kaum folgen kann. Aufgrund der multiperspektivischen Erzählweise verfolgt man gleich mehr als zwei Protagonisten auf ihrem Wege. So schafft die Autorin einerseits eine Möglichkeit, die fantastische Welt in ihr Gänze zu erfassen, gleichzeitig fühlte ich mich von der Anzahl an Charaktere ein klein wenig überrannt, und wusste zu Beginn weder, wem ich am liebsten folgen wollte, noch was die einzelnen Protagonisten eigentlich ausmacht. Ihre Schicksale konnten mich nicht wirklich auf gefühlsmäßiger Ebene erreichen, da die Distanz zu ihnen kaum zu überbrücken schien. Erst mit 500 Seiten fand ich mich mit den Charakteren zurecht und erlebte einen Hauch von Spannung, der hoffentlich im nächsten Band noch weiter ausreift.

Geister waren die Stimmen, die die Toten zurückließen. Echos von Seelen, die zu früh gegangen waren.

Um die Grundidee ein wenig anzureißen, ohne zu viel vorwegzunehmen: Die von Samantha Shannon erschaffene Welt ist in den verschiedenen Himmelsrichtungen aufgeteilt. Wir verfolgen sowohl eine Protagonistin im Westen am Hofe der Königin, die allein durch die Kraft ihres Blutes und ihrem Bestehen die Welt vor dem sogenannten »Namenlosen Einen« beschützt. Doch die Gefahr durch die Drachen wächst und erhabene Westliche fallen zusehends über das Königreich her. Auf der anderen Seite ist der Osten abgespalten durch das Meer. Aber nicht nur geografisch, sondern auch Glaubensgrundsätze trennen die Menschen voneinander.

Gerade das Aufeinanderprallen von verschiedenen Glaubenssätzen spielt im Roman eine große Rolle. Länder spalten sich vom westlichen Glaube an die Tugenden ab und unterwerfen sich als Marionettenspieler dem Namenlosen Einen. Eine weitere sehr interessante Rolle nimmt der Orden des geheimen Baumes ein. Die Erkenntnisse, die man als Leser in Erfahrung bringt, fallen noch sehr spärlich aus. Gerade deswegen umgibt die Magierin, die man auf ihrem Weg am Hofe begleitet, einen Schleier, den man zu durchschauen versucht. Der Autorin gelingt es, die Konzentration des Lesers auf die kleinen Dinge zu lenken. Ein weitere großer Pluspunkt ist die Präsenz der Frauen: Wir verfolgen starke Charaktere, die unabhängig und nach ihren eigenen Glaubenssätzen und Wünschen handeln. Im direkten Vergleich nehmen die Männer eine eher belanglose Rolle ein. Diese Fokussetzung konnte mich sofort begeistern und hat die Geschichte gleich ansprechender gemacht.

Das Gefühl, als wären auch ihre eigenen Kümmernisse von ihren Schultern geweht wie die Samen von einer Pusteblume.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass die Geschichte für jeden etwas ist, der sich an einem detailreichen Worldbuilding erfreut. Mir war es vom Plot und den Charakteren etwas zu wenig. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Band und bin gespannt, wie der Roman enden wird und was sich aus den bereits angedeuteten Handlungssträngen ergibt. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

7.

Buch in 2021


»Ein Meisterwerk an Worldbuilding, doch vom Plot her etwas schwach.«


3,5/5

Sterne

»Girl at Heart« – Kelly Oram | Rezension

Baseball, Liebe, Freundschaft

Eine süße YA Geschichte zum Abschalten…


Allgemeine Infos

  • Titel: Girl at Heart
  • Autorin: Kelly Oram
  • Verlag: One
  • Genre: Liebesroman; YA
  • ISBN: 978-3-8466-0115-0
  • Preis: 12,90€

Charlie Hastings ist Star ihres Baseballteams – und der typische Kumpeltyp. Als ihr bester Freund, Teamkollege und Schwarm mit einem anderen Mädchen ausgeht, ist sie am Boden zerstört. Veränderung muss her, und Charlie will den Sport an den Nagel hängen. Aber die Meisterschaften sind nah, und die Roosevelt High Ravens ohne Charlie aufgeschmissen. Da macht Kapitän Jace ihr ein Angebot: Wenn sie bleibt, hilft er ihr, mehr als Mädchen wahrgenommen zu werden. Vielleicht gewinnt er ja so ihr Herz …


Nachdem »V is for Virgin« eine eher semi gute YA-Story gewesen ist, hielten sich meine Erwartungen für Kelly Orams neues Buch in Grenzen. Der Klappentext hat mich jedoch neugierig gemacht und da ich ein gewissermaßen großer Fan von Sportlergeschichten bin, hat die Neugier letztlich gesiegt. Bereits von der ersten Seite an wird man in die Geschichte hineingerissen und kommt nur schwer wieder davon los. Um es kurz auf einen Punkt zu bringen: Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden beendet und in einem Rutsch durchgelesen.

Der Grundgedanke des Romans hat mir sehr zugesagt. Man begleitet Charlie auf ihren Selbstfindungsweg und erlebt mit, wie sich aus dem zurückhaltenden Mädchen eine offene Persönlichkeit entwickelt. Blickt man kritischer auf das von der Autorin übertragende Bild, so stellt sich mir jedoch in den Vordergrund, mit welcher Oberflächlichkeit die Frage, was ein Mädchen auszeichnet, beantwortet wird. Natürlich, auf knapp 400 Seiten bietet sich nicht viel Raum, um eine ausgereiftere und tiefsinniger Vorstellung bzw. die Schwierigkeit zu vermitteln, das es nicht nur das typische Barbiemädchen mit blonden Haaren und pinken Klamotten gibt. In gewisser Weise hat die Autorin diese Thematik angerissen, doch nach meinem Empfinden nur an der Oberfläche gekratzt. Hinzufügen muss ich allerdings, dass mich das beim Lesen nicht gestört hat. Es ist mir viel mehr erst beim genauen Nachdenken in den Sinn gekommen, nachdem ich das Buch beendet habe.

Die Protagonisten sind gut zusammengestellt worden, stammen jedoch aus dem klischeehaften Sammelsurium und bieten nicht unbedingt einen explizierter illustrierten Charakter. Auch an dieser Stelle wird die Oberflächlichkeit der Geschichte deutlich und heraussticht, dass es sich um eine einfache Lektüre für Zwischendurch handelt. Sehr gut gefallen hat mir, dass die Liebesgeschichte überwiegend nebenbei verläuft und nicht Hauptpunkt des Romans ist. Freundschaft und die Leidenschaft für den Sport stehen im Vordergrund. Mehr Einblick in das Baseballtraining und die Spiele hätte ich mir jedoch gewünscht. Das blieb im Gesamtzusammenhang doch etwas auf der Strecke.

Wie es in den meisten Young Adult Geschichten üblich ist, finden sich etwas zu sehr überzogene Gefühle wieder. Manche Charaktere wirkten beinahe karikaturistisch und das typische Mean-Girl gibt es selbstverständlich auch. Dennoch muss ich gestehen, dass ich mich in Charlies Loveinterst doch etwas verguckt habe. Jace kann man mit keinem anderen Wort als »süß« bezeichnen und ich empfand ihn stets als angenehm und sympathisch. Die Beziehung zwischen ihnen beinhaltet trotz des eher klischeehaften Konstrukts kein unnötiges Drama oder Komplikationen. Charlie verhält sich stets nachvollziehbar und war im Gegensatz zu den anderen Charakteren nahbar, wodurch es mir leicht fiel, mich mit ihr zu identifizieren und sie zu mögen. Ihre Handlungen sind manchmal etwas emotional und übereifrig, dennoch in ihrem Zusammenhang glaubhaft und verständlich. Der Selbstfindungs-Aspekt der Geschichte kam mir allerdings etwas unrealistisch vor und wurde zu schnell abgehandelt: Es machte einen viel zu einfachen Eindruck.

Dennoch hat mir das Lesen sehr viel Spaß bereitet und ich habe es genossen, mich mehrere Stunden von dem Buch davontragen zu lassen. Es ist keine tiefgründige Geschichte, bietet jedoch eine angenehme Young Adult Story, bei der man einfach mal abschalten kann. Von mir gibt es drei Sterne und eine Empfehlung für jene, die auf der Suche nach einer unfassbar süßen und angenehmen Zwischendurch-Lektüre sind.

4.

Buch in 2021


»Süße und einfache Young Adult Geschichte für zwischendurch – inklusive Klischees und süßer Sportler«


3/5

Sterne

#BookTalk – »The Places I’ve cried in Public«

Manchmal gibt es Bücher für die eine einfache und strukturierte Rezension in meinen Augen nicht ausreicht. Deswegen habe ich mir inspiriert von BookTube überlegt, für solche Geschichten ein anderes Format einzurichten. En Format, das mir Freiraum lässt und zugleich die Möglichkeit bietet, meine Gedanken zu ordnen.

Neben den Rezensionsexemplaren lese ich natürlich auch selbstgekaufte Bücher. Allerdings habe ich nur selten Lust und die Zeit, für diese eine ausführliche Rezension zu verfassen. Zu »The Places I’ve cried in Public« möchte ich aber gerne ein paar Worte loswerden. Schon seit einem halben Jahr stand das Buch auf meiner Want-to-read-List, allerdings empfand ich die Englische Sprache bis vor ein paar Wochen als ein zu großes Hindernis, dem ich nicht bereit war, entgegen zu treten. Ende Dezember habe ich »Radio Silence« von Alice Oseman gelesen und mir ist klargeworden, dass ich diese Barriere nicht überschreiten kann, wenn ich mich in meiner Komfortzone verstecke. Mir hat das Lesen unheimlich viel Spaß gemacht und ich war überrascht, dass ich keinerlei Verständnisprobleme hatte. Als ein Mensch, der oft viel zu streng mit sich selbst ist, empfand ich jedes Nachschlagen eines unbekannten Wortes als ein Zeichen des eigenen Versagens. Ich weiß, darüber kann man nur den Kopf schütteln, aber mir verging der Spaß daran, ein Wort zu missen, das vielleicht existentiell für die Handlungen sein könnte. Es ist eine Eigenschaft von mir, die mir im Schulalltag öfter im Weg steht und auch in allem anderen – der Wunsch danach, perfekt zu sein. Alles richtig zu machen. Manchmal – nein, sogar ziemlich oft, beinahe jeden Tag – damit umgehen zu müssen, macht einen müde und wütend und traurig. Aber ich möchte gar nicht genauer darauf eingehen, schließlich soll es in diesem Beitrag um das Buch gehen.

Mal ganz nebenbei: Lest alle »Radio Silence«! Ich liebe dieses Buch und lege es euch wirklich allen ans Herz. Es ist eine unfassbare Young Adult Story mit Tiefsinn und gleichermaßen Humor. Die behandelten Themen könnten in meinem Alter nicht aktueller und verständnisvoller sein. Es vermittelt einem das Gefühl, nicht allein zu sein, mit den Ängsten und Gedanken über die Zukunft.

Aber jetzt zurück zu »The Places I’ve cried in Public«: Dass dies eine herzzerreißende Geschichte ist, sagen bereits die Worte auf der ersten Seite und des Klappentextes:

It looked like love. It felt like love. But this isn’t a lovestory.

Mir sind diese drei Sätze ins Gedächtnis gebrannt worden und sie jetzt niederschreiben zu können, ohne den genauen Wortlaut nachgucken zu müssen, ist mir bisher bei keinem Buch in der Form passiert. Bevor ihr jetzt denkt, ich werde euch in den nächsten Zeilen damit zubombardieren, wie sehr ich dieses Buch liebe – nein. Ich hasse es. Ich wollte es an die Wand werfen, es zerreißen – weil es verdammt schmerzhaft war.

Um zu erklären, weshalb ich dieses Buch hasse und euch gleichermaßen nicht wenige ans Herz legen kann, ist genauso schwer, wie den Inhalt des Romans mit Worten zum Ausdruck zu bringen. Auch jetzt im Nachhinein fühle ich immer noch einen Hauch von Schmerz, wenn ich an die Geschehnisse denke, wenn ich mich daran erinnere, was die Protagonisten durchleiden musste. So oft hatte ich den Wunsch, in die Geschichte hineinzugreifen und Amelie zu helfen.

Zu Beginn fühlten sich die Rückblicke in die Vergangenheit an, wie der Beginn einer normalen Jugendgeschichte, die einem das Herz erwärmt. Doch werfen die Gedanken aus der Gegenwart ein ganz anderes Licht auf die Beziehung der Protagonisten. Dadurch achtet man auf die Kleinigkeiten und ich verlor das Gefühl zusehends, die Geschichte zu genießen. Mit jeder Seite, jeder Zeile, jedem Wort wächst die innere Anspannung auf ein Maß, dass es mir extrem schwer gemacht hat, mehr als ein Kapitel am Stück zu lesen. Der ausgewählte Aufbau der Geschichte von Seiten der Autorin hätte in meinen Augen nicht passender sein können. Man erlebt mit, wie sich Amelie verändert, was sie alles durchleiden muss, und wie sie aus den Erfahrungen herausgeht. Ich möchte wirklich gerne mehr dazu sagen, doch ist es mir wichtig, nicht zu viel vorwegzunehmen, da ich genauso blindäugig an den Roman herangegangen bin.

Hier einmal der Klappentext:

Amelie loved Reese. And she thought he loved her. But she’s starting to realise love isn’t supposed to hurt like this. So now she’s retracing their story and untangling what happened by revisiting all the places he made her cry. 

Because if she works out what went wrong, perhaps she can finally learn to get over him.

Die am Anfang gegebene Triggerwarnung sollte nicht unbeachtet bleiben. Es werden Themen wie toxic relationship, sexual assult, emotional abuse und weiteres aufgegriffen. Ob man sich diesen Dingen stellen möchte, muss jeder für sich selbst wissen.

2.

Buch in 2021


»Eine Geschichte voller Schmerz und der Sehnsucht nach Heilung«


5/5

Sterne

»Fall of Legend« – Meghan March | Rezension

Das neue Jahr ist angebrochen und was gibt es besseres, als schon mit dem ersten Buch einen Griff ins Klo gemacht zu haben… Nein, Spaß bei Seite. Ich hoffe einfach mal, dass ich das nicht als schlechtes Zeichen verstehen muss und mein diesjähriges Lesejahr besser ausfallen wird, als mir dieses Buch angekündigt hat. Ich bin ein wenig traurig darüber und hatte von dem ersten Band der Reihe wesentlich mehr erwartet – aber schonmal vorweg: Nein, ich denke nicht, dass ich die Reihe weiterlesen werde.

Rezension beinhaltet Spoiler!


Titel: Fall of Legend

Autorin: Meghan March

Verlag: LYX

Genre: Zeitgenössischer Liebesroman, Erotik

ISBN: 978-3-7363-1436-8

Preis: 12,90€

| Rezensionsexemplar


Klappentext:

Sie sollten sich nicht begegnen – Ihr Welten sollten nie aufeinandertreffen

Gabriel Legend und Scarlett Priest stammen aus zwei völlig verschiedenen Welten. Als Erbin einer der angesehensten Familien von New York wurde Scarlett von klein auf alles in den Schoß gelegt, was Legend sich sein Leben lang hart erkämpfen musste. Sie ist alles, was er verabscheut – und doch die Einzige, die jetzt Legends Imperium retten kann. Ein Business-Deal, mehr ist da nicht zwischen ihnen. Bis ein einziger Kuss ihre Welten erschüttert und alles in Gefahr bringt, was sie sich aufgebaut haben …

»Dieses Buch hat alles, was ich mir von einer großen Liebesgeschichte wünsche! Meghan March hat mich mal wieder in ihren Bann geschlagen und mir mit jeder Seite den Atem geraubt!« ONCE UPON A BOOKBLOG
Auftaktband der verboten-heißen LEGEND-Trilogie von NEW-YORK-TIMES-Bestseller-Autorin Meghan March


Um mein Leseerlebnis mit einem Wort zusammenzufassen: Es war CRINGE! Noch kein anderes Buch hat bei mir in so einer Form den Drang hervorgerufen, mich unaufhörlich schütteln zu wollen. Bereits der Anfang erweckte für mich einen eher fragwürdigen Eindruck: Wir befinden uns bei unserer Protagonistin Scarlett, die entführt wurde. Nachdem sie sich aus einem Teppich befreien konnte, steht sie unserem zweiten Hauptprotagonisten gegenüber und was natürlich wirkt ihr Entführer direkt faszinierend und anziehend auf sie. Die gefährliche selbstverständlich… Ja, ihr liegt richtig, er ist wahnsinnig faszinierend, strahlt pure Macht und Gefahr aus und Scarletts Höschen wird natürlich feucht. So wie in jedem verdammten Erotik Roman. Aber hey, Klischees sind nicht unbedingt schlecht – ich mag Klischees. Gabriel steht kurz vor dem finanziellen Brankrott und damit auch davor, seinen Nachtclub zu verlieren. Die berühmte Scarlett Priest als letzter Ausweg soll mittels ihrer Internetpräsenz und ihrem guten Image wieder Kundschaft in seinen Laden bringen. Auf de, ersten Blick klingt das interessant und ich war gespannt auf das, was folgen wird. Die Protagonisten fühlen sich gleich von Anfang an zueinander hingezogen und sind voneinander fasziniert, was für mich völlig ohne Begründung im Raum steht. Die Gefühle auf beiden Seiten waren für mich in keiner Weise nachvollziehbar und wirkten eher fehl am Platz.

Danach folgen knapp zweihundert Seiten, auf denen man beide Charaktere besser kennenlernt, ein Gefühl für sie bekommt – wie sie denken, was sie ausmacht, was sie erlebt haben. Die Autorin bedient sich dabei beider Perspektiven, wodurch man einen guten Einblick bekommt. Gerade das fand ich gut umgesetzt. Allerdings – und jetzt kommt ein weiterer großer Kritikpunkt – erzählt die Autorin unglaublich viel. Die Anmerkung »Show, don’t tell« ist mir immer wieder in Gedanken gekommen. Sie geht sehr viel auf die Gedankengänge ein und in Konversationen bzw. Dialogen macht es das extrem schwierig, dem Gespräch zu folgen, ohne den Faden zu verlieren. Irgendwann habe ich leider angefangen die Absätze ganz zu überspringen, weil es lediglich die Wiederholung von immer gleichen Gefühlen war. Wenn man die inhaltlichen Wiederholung rausstreichen würde, wäre von dem Buch wahrscheinlich nur noch die Hälfte, höchstens zwei Drittel über. Darüberhinaus bedient sie sich der »inneren Stimme«. Und damit komme ich leider gar nicht klar. In meinen Augen entsteht dadurch ein doch sehr gekünstelter Eindruck und es wirkt unfassbar unecht und überzogen.

Die Charaktere waren an sich gut zusammengestellt. Natürlich sollte man nichts wahnsinnig Tiefgründiges erwarten, aber bei so wenigen Seiten ist es schwer, die Protagonisten in ihrem ganzen Licht einzufangen. Und im Hinterkopf: Es folgen noch zwei Bände. Mit Scarlett war ich nicht wirklich auf einer Wellenlänge. Als selbstständige Unternehmerin ist sie auf der einen Seite unglaublich tough und stark und besitzt Mumm, aber auf der anderen Seite lässt sie sich von ihrem Freund dermaßen unterbuttern. Er bestimmt über ihren Kopf hinweg und ist eigentlich nur an Sex interessiert. Der Konflikt um die Beziehung herum ist noch wesentlich größer als das. Deswegen bezeichne ich sie kurz und knapp als “ungesund“ und “problematisch“. Nach einem einleuchtenden Moment trennt sich die Protagonistin von ihm und Gabriel erscheint auf der Bildfläche. Schon davor löst allein die Vorstellung von Gabriel Legend bei Scarlett eine enorme sexuelle Begierde aus. Für mich ging das definitiv schon zu weit, da die beiden sich nicht wirklich kannten – dadurch erweckte nicht nur Scarlett als Figur, sondern die ganze Geschichte einen eher oberflächlichen Eindruck.

Nach zweihundert Seiten folgt endlich das zweite Aufeinandertreffen und natürlich sprudelt es nur so an Lust und Begierde und Hitze – auch hier viel zu viel in meinen Augen, da man es nicht richtig nachvollziehen konnte. Gabriels Freunde bemerken, dass Scarlett etwas Besonders für ihn zu sein scheint, weil – ich zitiere – »er […] ein persönliches Interesse an [unser lieben] Ms Priest entwickelt zu haben [scheint]« (S.226). Und Scarlett hat natürlich auch ein »persönliches Interesse an ihm entwickelt«(S.226). Diese Unterhaltung wirkte extrem unecht und die Wortwahl empfand ich als absolut unpassend. Vielleicht lag es an der Übersetzung, ich weiß es nicht.

Gabriels bester Freund erinnert ihn danach bei jedem Gespräch daran, dass Scarlett nicht in seiner Liga spielt. Auch findet sich eine Wiederholung, die man irgendwann wirklich nicht mehr lesen wollte. Auch die Freundinnen von Scarlett machten einen überaus oberflächlichen Eindruck und gerade Monroe… Viele Dialoge und Handlungen waren für mich nicht wirklich nachvollziehbar und hatten einen sehr bitteren Beigeschmack. Scarlett wirkte dadurch gerade in zwischenmenschlichen Beziehungen in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis. Sie lässt Dinge mit sich machen, die man nicht tolerieren sollte. Nach dem Abend in Gabriels Club treffen sich die beiden Verliebten. Beim Date hatte ich das Gefühl, dass ich plötzlich zwei ganz andere Charaktere verfolge.

Viele Dinge waren einfach nicht nachvollziehbar, wirkten sehr gestellt und ohne jegliche Tiefe. Besonders die stetigen Wiederholungen von immer gleichen Aussagen haben im Lesefluss enorm gestört und die Geschichte sehr eintönig gemacht. Von mir gibt es ein »Nein«. Ich kann die Reihe nicht weiterempfehlen und rate euch vor dem Kauf dringend dazu, die Leseprobe zu lesen. Vielleicht ist es etwas für euch, vielleicht auch nicht.

Bewertung: 1.5 von 5.

1.

Buch des Jahres 2021


»Leere Gefühle, stetige Wiederholungen und unausgeschöpftes Potenzial im 0815 Erotik Muster«


1,5/5

Sterne

»Im Zeichen der Mohnblume – Die Kaiserin« | Rezension

Anfang des Jahres bin ich auf den ersten Teil der Reihe gestoßen und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Das Warten bis November verging schneller als gedacht und vor einigen Tagen habe ich endlich mit dem zweiten Band weitermachen können.

Titel: Im Zeichen der Mohnblume – Die Kaiserin

Autorin: R. F. Kuang

Verlag: Blanvalet

Genre: High Fantasy

ISBN: 978-3-7341-6231-2

Preis: 16,00€ (Paperback)

| Rezensionsexemplar


Der Kampf ist vorbei. Doch der Krieg hat gerade erst begonnen … Der 2. Band der epischen Fantasy-Saga in einer Welt voller Kampfkunst, Götter und uralter Magie.

Rin ist auf der Flucht. Noch immer verfolgen sie die Gräueltaten, die sie begangen hat, um ihr Volk zu retten. Sie ist dem Opium verfallen und folgt auf Gedeih und Verderb den tödlichen Befehlen von Phoenix, dem erbarmungslosen Gott, der Rin ihre beängstigende Kraft verliehen hat. Rins einziger Grund weiterzuleben, ist der Wunsch nach Rache an der verräterischen Kaiserin, die ihre Heimat Nikan an ihre Feinde ausgeliefert hat. Rin hat keine andere Wahl, als sich mit dem mächtigen Drachenkriegsherrn zu verbünden. Dieser plant Nikan zu erobern, die Kaiserin zu stürzen und eine neue Republik zu gründen. Rin schließt sich seinem Krieg an. Denn schließlich ist kämpfen das, was sie am besten kann … 


Bereits der erste Band konnte mich auf eine Art und Weise überzeugen und fesseln, die ich mir niemals von High Fantasy Romanen erhofft habe. Für mich galt früher immer die Annahme, dass eine Geschichte nicht ohne Liebe auskommt, aber der erste Teil der Reihe hat mir gezeigt, dass es in der Literatur noch so viel mehr gibt. Dass es auf das Worldbuilding ankommt, die Charaktere, die Handlung. Liebe ist ein so kleiner Teil des großen Ganzen.

Nachdem das Lesen allerdings schon viele Monate zurücklag, fiel mir das Eintauchen in die Geschichte zu den Anfängen sehr schwer. Rin hat sich zu einer Protagonisten entwickelt, die mir auf die Nerven ging. Sie schlug wild um sich, hört auf niemanden, befindet sich in einem emotionalen Loch. Da ich mit den Geschehnissen aus dem ersten Band auf gefühlsmäßiger Ebene längst abgeschlossen hatte, konnte ich ihren Schmerz und ihre Wut nicht mehr recht nachvollziehen. Sie erschien mir zu weit entfernt. Rin gibt sich der Opiumsucht vollständig hin und das mitanzusehen, hat mich sie zuerst verabscheuen lassen. Sie hat sich den einfachen Weg ausgesucht, anstatt zu kämpfen.

Nach 200 Seiten ist es mir endlich wieder gelungen, die Handlung mit großen Augen zu verfolgen. Die Autorin schafft es auf völlig unvorhersehbare Art Wendepunkte in die Geschichte hineinzubauen und man wird immerzu überrascht. Genau das hat es einfach gemacht, die fast 800 Seiten genießen zu können, ohne dass es wirklich langweilig wurde. Die Charaktere fanden wieder ihren Platz in meinem Gedächtnis und schneller als mir lieb war, konnte ich ein neues Paar shippen. Rins Entwicklung mitzuerleben und zu verfolgen, hat mich von Anfang an begeistert. Sie hat sich meine Empathie zurückgewonnen und ist an den Geschehnissen maßgeblich gewachsen. Ein wenig war sie wieder wie zu Beginn des ersten Bandes – nur sehr viel stärker.

Gerade das Worldbuilding konnte mich von Grund auf in den Bann ziehen. Die detailreiche Ausarbeitung ist phänomenal und ich liebe die Grundidee, die dahintersteckt. Auch die Einbindung der taktischen Überlegungen und die Illustration des Krieges waren ebenso faszinierend wie auch sprachlos stimmend. Es strahlt zum einen die Rationalität der Kriegsführer als auch das Leid und die Angst der Bewohner aus jeder Zeile. In Verbindung mit den magischen Elementen ergibt sich eine unglaubliche Geschichte, die mich manchmal fassungslos zurückgelassen hat.

Letztendlich hat mir jedoch eine Kleinigkeit gefehlt, die dafür gesorgt hätte, dass der Funken vollkommen zu mir überspringt. Ein Jahreshighlight ist es leider nicht geworden, dennoch gibt es von mir eine große Empfehlung.

Bewertung: 4.5 von 5.

66.

Buch des Jahres 2020


»Spannende Highfantasy mit unvorhersehbaren Wendungen in einem unglaublichen Setting – große Empfehlung«


4,5/5

Sterne

»Don’t HATE Me« – Lena Kiefer | Rezension

Schon seit einigen Tagen wartet das Buch auf meinem Schreibtisch darauf, rezensiert zu werden, doch durch die Feiertage hatte ich bisher noch nicht die Zeit dazu. Ich hoffe, ihr hattet eine schöne Weihnachtszeit mit euren liebsten und konntet die Tage genießen!

Titel: Don’t HATE Me

Autorin: Lena Kiefer

Verlag: cbj

Genre: zeitgenössische Liebesliteratur; Young Adult

ISBN: 978-3-570-16599-7

Preis: 12,90€

| Rezensionsexemplar


Klappentext:

Er hat sie belogen.
Sie will ihn vergessen.
Aber das Schicksal hat andere Pläne.

KENZIE hat sich geschworen: nie wieder Kontakt mit dem Henderson-Clan. Nachdem Lyall ihr Herz gebrochen hat, will sie sich nur noch auf ihr Studium konzentrieren. Doch dann erhält sie von Theodora Henderson das verlockende Angebot, ein Resort auf Korfu mitzugestalten. Kenzie ergreift die Chance – ohne zu wissen, was sie dort erwartet.

LYALL versucht alles, um Kenzie zu vergessen, nachdem sie ihn als Lügner entlarvt und verlassen hat. Die Pläne für den Familienkonzern stehen für ihn nun an erster Stelle. Als seine Mutter Hilfe bei ihrem Hotel-Projekt in Griechenland benötigt, überlegt er nicht lange. Er ahnt jedoch nicht, wie sehr sein Herz dort auf die Probe gestellt werden wird ….


Nachdem mich der erste Band im Oktober während des Lesens mit all seinen Emotionen in die Geschichte von Kenzie und Lyall hineingezogen hat, stand für mich von vornherein fest, dass der nächste Teil definitiv bei mir einziehen wird. Das Ende von »Don’t Love Me« hat mich mit Tränen zurückgelassen und das Warten zu einer Qual gemacht. Von den meisten Leserinnen und Lesern auf Instagram war mir Lena Kiefers Hang zu Cliffhangern bereits bekannt, jedoch konnte das nicht verhindern, dass ich nach den letzten Seiten vollkommen aufgelöst war.

Mit dem Schmerz des Verrats geht es im Folgeband direkt weiter. Lyall versucht sein Studium zu beenden, muss dabei aber von Tag zu Tag mehr feststellen, dass Kenzie immer noch in seinem Herzen herumspukt. Kenzie gibt ebenfalls alles, um ihn zu vergessen, und wirft sich kopflos in eine Affäre mit ihrem Ex. Während in den meisten New Adult Büchern die Frauen eher als ein Häufchen Elend beschrieben werden, die unter Heulkrämpfen kurz vor dem Zusammenbruch stehen, war Kenzie mit ihrer toughen Art eine willkommen Abwechslung. Sie bricht nicht in Tränen aus und versucht stattdessen mit ihrem Leben weiterzumachen. Die Zeitspanne, die sich nach den Ereignissen des ersten Bandes bis zum Start des zweiten Teils erstreckt, umfasst sechs Monate. Und obwohl mir normalerweise solche Zeitsprünge überhaupt nicht zusagen, hat die Autorin es geschafft, an einem richtigen Punkt anzusetzen und die vergangene Zeit dennoch gut in die Gedankengänge der Protagonisten miteinzubauen. Dadurch fiel es mir leicht, wieder in die Geschichte einzutauchen, ohne das Gefühl zu haben, die Verbindung zu den Charakteren verloren zu haben.

Der Plot war wie auch im ersten Teil gut durchdacht und gab den Charakteren Zeit, um sowohl die unbeantworteten Fragen zu klären als auch wieder zueinander zu finden. Die Gefühle zwischen ihnen waren auf wundervolle, intensive und gleichzeitig sehr schmerzhafte Weise spürbar. Aus jeder Zeile strömte immerzu ein Hauch von Spannung, wodurch es kaum möglich war, das Buch länger aus der Hand zu legen. Letztendlich habe ich es innerhalb eines Tages beendet – bzw. einer Nacht. Der Settingwechsel gefiel mir zuerst gar nicht. Da ich gerade die Kleinstadtkulisse in Schottland sehr gut umgesetzt fand, hatte ich mich darauf gefreut, wieder dort zu sein. Allerdings hat die griechische Insel direkt einen besonderen Charme ausgestrahlt und die Handlung sehr interessant werden lassen, sodass ich mich schnell damit anfreunden konnte.

Zum einen bleiben die Nebencharaktere aus dem ersten Band, wie Lyalls Schwester und der Cousin Finlay, auch weiterhin Teil der Geschichte, zum anderen lernt man aufgrund des anderen Settings neue Protagonisten kennen. Neben der Liebesgeschichte von Lyall und Kenzie findet sich auch ein weiterer „detektivischer“ Handlungsaspekt, der die Geschichte gleich mit etwas Spannung versehen hat. Der Fortlauf der Handlung war nicht unbedingt unvorhersehbar, hat dem Buch aber den gewissen Nervenkitzel gegeben und die Neugier des Lesers unvermittelt angesprochen.

Am Ende wurde man wieder einmal haltlos zurückgelassen und nun heißt es abwarten bis zum großen Finale. Ich bin gespannt darauf, was mich erwarten wird. Die Reihe ist zwar nicht unbedingt ein Jahreshighlight für mich, aber doch sehr empfehlenswert – besonders für Neulinge in dem Genre.

Bewertung: 4.5 von 5.

65.

Buch des Jahres 2020


»Vielschichtige Charaktere, traumhaftes Setting und eine Liebe voller Hindernisse«


4,5/5

Sterne

Golden Throne – Julie Johnson | Rezension

// Allgemeines:

Titel: Golden Throne #Forbidden-Royals 2

Autorin: Julie Johnson

Verlag: Lyx

Genre: New Adult Romance, zeitgenössischer Liebesroman

ISBN: 978-3-7363-1341-5

Seitenanzahl: 295 Seiten

Preis: 12,90€

Vielen Dank, Netgalley für das Rezensionsexemplar!

// Klappentext:

Sie ist die Kronprinzessin – keine Marionette

Noch vor zwei Monaten war Emilia Lancaster eine ganz normale junge Frau mit ganz normalen Problemen. Nun ist sie die Kronprinzessin von Caerleon und muss sich Herausforderungen stellen, auf die sie kaum vorbereitet wurde. Neben ihren neuen Verpflichtungen und der öffentlichen Aufmerksamkeit machen ihr vor allem die Intrigen und Machtspielchen im Königshaus zu schaffen. Eine Situation, die nicht einfacher wird, als plötzlich eine ganze Handvoll Verehrer darum kämpft, ihr Interesse zu gewinnen. Und außerdem ist da ja noch Carter Thorne, ihr Stiefbruder, der einzige Mann, für den sie nichts empfinden darf – und dessen Anwesenheit im Palast sie trotzdem überall spüren kann …

»Die Spannung zwischen Carter und Emilia ist noch so viel stärker geworden. Die beiden befinden sich in einem ständigen Kampf zwischen dem, was ihre Herzen wollen, und dem, was ihr Verstand und die Öffentlichkeit von ihnen verlangen.« HEA NOVEL THOUGHTS


Band 2 der FORBIDDEN-ROYALS-Trilogie von USA-TODAY- und PUBLISHERS-WEEKLY-Bestseller-Autorin Julie Johnson

// Meine Meinung:

Schon die ersten Seiten haben eine Sogwirkung auf mich ausgeübt, die mir es unmöglich gemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen. Der Plot ist ähnlich wie im ersten Band: spannend und mitreißend. Ich habe die Geschichte innerhalb ein paar Stunden direkt durchgelesen und wurde am Ende mal wieder etwas … aufgebracht zurückgelassen. Da es relativ wenige Seiten sind, kommt die Geschichte schnell in Fahrt.

Emilia hat mir noch mal besser gefallen als im ersten Band. Sie ist tough und stark, obwohl sie gleichzeitig mit Problemen zu kämpfen hat und gefühlt unter Dauerstrom steht. Im Gegensatz zum ersten Teil hat sie sich mehr in ihrer Rolle als Kronprinzessin eingefunden und ist an ihrer Aufgabe enorm gewachsen. Sie lernt langsam mit den Leuten im Schloss richtig umzugehen und welche Knöpfe sie drücken muss, um ihre eigenen Ziele durchzusetzen. Gleichermaßen bleibt sie sich selbst treu und lässt sich nicht von den anderen zu jemand machen, der sie nicht ist. Gerade deswegen hat es mir enorm Spaß gemacht, aus ihrer Perspektive zu lesen. Der humorvolle Schreibstil hat mich oft zum Lachen gebracht und war flüssig zu lesen.

Carter ist immer noch unglaublich toll und ich mag ihn einfach. Die Szenen zwischen den beiden sind mal wieder großartig gewesen und man konnte das Knistern in jeder Zeile spüren. Ich hätte mir an der Stelle allerdings noch mehr von den beiden gewünscht. Auch im ersten Band sind die Szenen von den beiden eher gering ausgefallen.

Ich kann die Reihe wirklich nur jedem empfehlen, der etwas Leichtes und Mitreißendes für zwischendurch sucht und gerne Royal-Geschichten liest. Darüber hinaus hätte die Geschichte noch weitaus mehr Potenzial, das leider unausgeschöpft blieb.

4 von 5 Sternen

// Fazit:

„Sexy, humorvoll und voller Intrigen – eine perfekte Royal-Geschichte für zwischendurch.“

— bookdragoon

A Fate Darker Than Love – Bianca Iosivoni | Rezension

Nordische Mythologie ist eines der Themen, die meiner Meinung nach noch nicht sonderlich ausgeschmückt in Fantasyromanen zu finden ist. Umso gespannter war ich auf den Auftakt der »The Last Goddess«-Reihe.

An dieser Stelle geht ein großes Dankeschön an den Ravensburger Verlag für das Rezensionsexemplar!


// Allgemeines:

Titel: The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love

Autorin: Bianca Iosivoni

Verlag: Ravensburger

Genre: (Urban) Fantasy

Seitenanzahl: 352

ISBN: 978-3473585779

Preis: 14,99€

// Klappentext:

Das dunkelste Geheimnis liegt oft in dir selbst.

Mächtig, unsterblich und geheimnisvoll. Valkyren sind die Nachfahrinnen der nordischen Götter und die Einzigen, die die Menschheit vor dem endgültigen Untergang bewahren können. Ihr Auftrag: die Seelen gefallener Helden nach Valhalla zu begleiten. Blair, die als Tochter einer Valkyre keine eigenen Kräfte besitzt, hat mit alldem nichts zu tun – bis ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kommt. Doch Blair ist sich sicher, dass es kein Unfall war. Ihre Mutter wurde ermordet. Allerdings will ihr niemand glauben, nicht einmal ihr bester Freund Ryan, für den sie schon lange mehr als nur Freundschaft empfindet. Auf sich allein gestellt macht sich Blair auf die Suche nach der Wahrheit und muss schon bald erkennen, dass ihr Schicksal aufs Engste mit dem der Valkyren verknüpft ist – und mit dem von Ryan. 

Band 1 der neuen Romantasy von Bestseller-Autorin Bianca Iosivoni.


// Meine Meinung:

Ich bin kein Fan davon, schlechte Rezensionen zu schreiben oder gar in irgendeiner Weise mich schlecht zu einem Buch zu äußern. So viel Herzblut und Arbeit steckt in jeder Zeile, sowohl von Seiten der Autorinnen und Autoren, aber auch viele weitere Personen. Deswegen habe ich etwas mit mir gehadert, ob ich diese Rezension schreiben soll. Ich meine… Wem bringt es etwas, schlecht über ein Buch zu schreiben?

Nichtsdestotrotz habe ich mich dafür entschieden. Und das aus einem einfachen Grund: Ich möchte keinesfalls Zweifel in der Autorin hervorrufen oder euch gar von einem Kauf abhalten. Wieso ich diese Rezension schreiben möchte, liegt in dem Wunsch danach, meine Erfahrungen und Gefühle in Worte zufassen und so mit der Geschichte abschließen zu können. Außerdem möchte ich einen Einblick geben, um euch vielleicht bei der Kaufentscheidung zu helfen und auch, um eure Erwartungen etwas realitätsnäher werden zu lassen, sodass ihr vielleicht noch positiv überrascht werdet.

Zu Beginn hat mich vor allem die nordische Mythologie neugierig auf das Buch werden lassen. Und die Idee gefiel mich auch wirklich gut, an der Umsetzung hat es allerdings ein wenig gefehlt. Die Charaktere Ryan und Blair entsprechen beiden eher den typischen Standardvorlagen und hatten für mich wenig eigenes an sich. Ihre Persönlichkeit hebt sich nicht wirklich vom Mainstream ab. Das wäre aber nicht wirklich schlimm gewesen, wenn sie als Charakter dennoch greifbar wären. Leider war dem nicht der Fall und viele Entscheidungen und Gedankengänge fielen für mich einfach nicht nachvollziehbar aus. Beispielsweise wie Blair mit dem Tod ihrer Familie umgegangen ist oder auch die Gefühle für Ryan. Mir erschien das Alles von einem unechten Schleier umgeben, wodurch sich beim wiederholten Lesen von Sätzen, die sich nicht im geringsten in ihrem Inhalt unterschieden, ein unangenehmer Beigeschmack breitgemacht hat und ich keinerlei Spaß empfunden habe. Was mir ebenso fern vorkam, waren die Gefühle für Ryan. Ich fand ihn einfach nicht anziehend und eher … »nervig«. Das ständige Augenzwinkern konnte ich gar nicht leiden. Es passte einfach nicht zu seiner Ausstrahlung.

Der Schreibstil von Bianca gehört nicht unbedingt zu meinen liebsten, aber die Geschichte lässt sich dennoch schnell und flüssig lesen. Am Anfang braucht es enorm lange, bis ein Hauch von Spannung auftaucht und dann folgen nur wenige Szenen, die meine Aufmerksamkeit wirklich fesseln konnten. Dadurch habe ich sehr viel nur überflogen und war nicht ganz mit den Gedanken beim Buch. Die Entwicklung bzw. der Fortgang des Fantasyromans entspricht wie auch die Charaktere eher dem Standard. So war ich von den „Plottwists“ nicht unbedingt überrascht und hatte mit den meisten Geschehnissen schon gerechnet. Das Ende war gut, konnte aber den überwiegend nicht überzeugenden Teil nicht wettmachen.

Kann ich eine Empfehlung aussprechen? Ich würde das Buch vielleicht Neulingen im Fantasy-Genre empfehlen, die noch nicht viel gelesen haben oder gerade damit anfangen wollen. Dennoch gibt es weitaus besser Geschichten, die fesselnder und mitreißender sind. Mir hat es an zu vielen Stellen an Detail gefehlt, wodurch ein eher weniger gut ausgearbeiteter Eindruck entstand. Ich kann verstehen, weshalb manchen das Buch gefallen hat, meins war es einfach nicht.

2 von 5 Sternen


// Fazit:

„Interessante Idee, allerdings spannungslose Umsetzung – konnte mich nicht überzeugend.“

— bookdragoon