Hexenschwestern Saga – Marah Woolf | Reihen Review

Ich bin ein großer Fan von Hexengeschichten. Sobald jemand Hexen und Magier im Worldbuilding miteinschließt, bin ich happy. Vielleicht sind Hexen nicht ganz auf der Stufe von Engeln und Dämonen, aber in dieser Reihe haben wir neben Hexen auch Dämonen und damit bin ich voll und ganz zufrieden. Auf Bookstagram habe ich schon einiges über die Reihe gehört, gesehen und immer wieder gelesen. Deswegen wurde es mal an der Zeit ein bisschen reinzuschnuppern. So habe ich Anfang Juni das Hörbuch begonnen und nach circa zwei Stunden lag das erst einmal eine Ewigkeit rum, bis ich Ende Juli durch die Vielzahl an Beiträgen auf Instagram daran erinnert wurde.



Klappentext

»Manche Dinge vermisst man für immer.« 

Vor vier Jahren wurde Vianne von einer Sylphe gebissen. Im folgenden Dämonenfieber verlor sie all ihre Hexenkräfte. Um zu überleben, musste sie ihre Heimat und ihre große Liebe Ezra Tocqueville verlassen. Nun kehrt sie geheilt nach Frankreich zurück, das mittlerweile hinter einer riesigen Mauer liegt, die die Welt vor den Dämonen schützt. Vianne ist fest entschlossen, sich ihre Magie und Ezra zurückzuholen. 

Vorher muss sie jedoch den jetzigen Großmeister der Magier überzeugen, einen Pakt mit den Dämonen zu schließen. Aber Ezra hat seine eigenen Pläne und in diesen kommt Vianne nicht mehr vor … 

Ein magisches Abenteuer voller Gefahren und Romantik in einer Welt, in der Legenden Wirklichkeit geworden sind.


Bewertung

Bevor ich näher auf die Geschichte eingehe, muss ich loswerden, dass es wirklich an meinen Nerven gezerrt hat – und diesmal nicht auf die gute Weise. Besonders der erste Band konnte mich von Beginn an nicht begeistern und das wurde mit zunehmenden Hörstunden auch nicht besser. Allerdings haben mich die nächsten zwei Bände dann aber doch überrascht, was hauptsächlich an einem Charakter lag. Ich bin etwas enttäuscht, weil ich gehofft hatte, dass es erneut eine Reihe von Marah Woolf sein würde, die mich voll und ganz mitreißen kann. Herzzerreißender Weise war dem nicht so. Aber kommen wir erst einmal zum Positiven, denn auch wenn ich meine Problemchen hatte, war es rückblickend doch sehr unterhaltsam und ein kleiner, ein wirklich klitzekleiner Suchtfaktor hat mich immerzu zum Weiterlesen gebracht.

Das Worldbuilding – große Klasse. Marah Woolf hat ein Händchen dafür, ihre Ideen mit Leben zu füllen und eine großartige Fantasywelt zu schaffen, obwohl man noch nicht einmal alles davon weiß und mit großen Augen und zahlreichen Fragen am Rand steht und ein bisschen überfordert ist. Die Grundidee ist grandios. Es gibt zwei unterschiedliche Gruppierungen – einmal die Loge, die die Magier umfasst, und die Kongregation, die aus Hexen und Hexer zusammengesetzt ist und einer Regierung ähnelt. Es gibt verschiedene Arten von Hexen, die im ersten Band nur etwas angerissen werden, allerdings definitiv Lust auf mehr machen. In den Folgebänden geht man tiefer in die Geschichte dieser zwei Gruppierungen ein, erfährt mehr über dessen Bildung und was sie mit den Sagen und Legenden zu tun haben.

Gerade das Miteinbauen von bekannten Sagen rund um Merlin und Artus konnte mich begeistern. Da sie jedoch nicht nur namentlich aufgegriffen werden, sondern einen wesentlichen handelnden Teil zur Geschichte beitragen, hat Marah Woolf der Reihe eine Tiefe bringen können, die bei vielen Reihe oft fehlt.

Leider hat es dann aber am Plot etwas gehapert. Marah Woolf konnte mich in ihrer Angelussaga vor allen Dingen durch die spannende Handlung einnehmen, die immer wieder Plot twist bereithielt und mich mal weinend oder vollkommen baff zurückließ. In der Hexenschwestersaga fehlte es meiner Meinung nach an dem gewissen Etwas, was die Angelussaga rund um Moon zu einer besonderen Geschichte gemacht hat. Der Plot ist spannend, keine Frage. Es finden genauso mitreißende Momente statt, doch betrachtet man das Gesamtbild waren es wenige bis keine überraschende Szenen, die man sich nicht vorher denken konnte. Das hat die Geschichte vorhersehbar gemacht und war einfach nicht das, was ich nach dem spannungsvollen und mitreißenden Abenteuer in der Angelusreihe erwartet hätte. Im Vergleich wirkt die Reihe um die Hexenschwester eher wie eine typische Young Adult Reihe, die zwar unterhaltsam ist, aber nicht darüber hinaus geht. Auch das Ende war … Es war nachvollziehbar und hat die gesponnen Fäden zusammengefügt, aber auch hier hatte ich mehr erwartet – mehr erhofft.

Kommen wir zu den Charakteren. Und die haben es mir wirklich nicht leicht gemacht.

Unsere Hauptprotagonistin Vianne ist ein schwieriger Charakter, der besonders im ersten Band an meinen Nerven gezerrt hat. Ihre Gefühle für Ezra haben einen bitteren Beigeschmack. Oft wirkt es fast so, als wäre sie besessen von ihm. Da sie ihn bereits vor Beginn der Geschichte liebt – und das wirklich auf allumfassende Weise -, war es schwer diese tief gehenden Gefühle nachempfinden oder gar nachvollziehen zu können. Für mich war es zu weit weg und Ezras Auftritte konnten das nicht unbedingt erklärbarer machen. Vianne wird immer und immer wieder von ihm verletzt und doch hält sie sich zwanghaft an ihm fest, verteidigt ihn, obwohl es vollkommen absurd ist. Das Schlimme jedoch ist, dass sie es nicht einmal als solches erkennt, sondern ihn in Schutz nimmt und sinnlose Erklärungen für sein Handeln findet. Und das bloß um ihr Bild von ihm als perfekten Retter wahren zu können.

Das ist toxisch. Sehr sehr toxisch und ich kann nicht verstehen, wieso die Beziehung zwischen den beiden einen solch langanhaltenden Beitrag zu Geschichte leistet. Erst zum Ende hin wird Vianne sich langsam ihrer krankhaften Gefühle bewusst und das noch nicht einmal in dem Umfang, dass sie es als toxisch wahrnimmt. Es wird einfach gesagt, sie hätte in ihm etwas gesehen, das er nicht war, und sie liebte mehr die Vorstellung als die tatsächliche Realität. Dass das ein ernstzunehmendes Problem ist, geht meiner Meinung nach viel zu sehr unter. Besonders, weil es eben erst so spät angedeutet wird. Das Bild, dass sich über den gesamten ersten Band und über den zweiten Band entwickelt, sollte kein junges Mädchen als unermüdliche Liebe interpretieren. Ich will nicht wissen, was das mit einem jungen Mädchen macht, das sich in einen Jungen verliebt, der sich ebenso wie Ezra benimmt. Der ihr in dem einen Moment Hoffnungen macht und sie dann wieder fallen lässt. Das ist keine gesunde Vorstellung, der man nacheifern sollte.

Mit meiner Kritik möchte ich keinesfalls sagen, dass man ein solches Beziehungsgefüge nicht in Jugendbücher einbringen soll. Ganz im Gegenteil: Ich möchte das ein ebensolches Bild aufgeklärt wird. Dass es ganz klar als ungesund und toxisch dargestellt wird und nicht – wie es im Buch getan wurde – ohne jegliche Aufklärung romantisiert wird.

Und es wird wirklich gnadenlos romantisiert. Ich würde euch am liebste ein paar Zitate nennen, allerdings ist es schwer das Problematische in Gänze zu erläutern, ohne zu Spoilern. Deswegen bitte ich euch, falls ihr die Reihe lesen wollt, euch nicht von den scheinbar emotionalen Worten einlullen zu lassen. Seht es als das, was es ist. Selbst wenn es auf dem ersten Blick total romantisch wirkt.

Aber das ist nur ein Teil, der mich wütend macht. Bis zum dritten Band lernt man nicht mehr von Vianne kennen als ihre Gefühle für Ezra. Wirklich alles, was sie auszumachen scheint, ist diese Liebe. Und das ist einfach nur traurig. Vianne ist furchtbar naiv, trifft Entscheidungen und sagt Dinge, bei der sich meine Nackenhaare aufgestellt haben. Ich will sie ungern als beschränkt beschreiben, aber auf eine bestimmte Weise war sie das. Beispielsweise hat sie keine Interesse daran, sich selbst zu verteidigen, sondern suhlt sich in ihrem Selbstmitleid. Sie sagt selbst, dass andere ja da sind, um sie zu beschützen. Was soll das?

Als eigenständige Frau sollte man einen natürlichen Drang dazu haben, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und nicht auf andere angewiesen zu sein. Aber Vianne sprengt da wirklich all meine Vorstellungen – auf schlechte Art. Und dann stürzt sie sich in Situationen, von denen man schon im Vorhinein weiß, dass sie schlecht ausgehen werden. Sie ist und bleibt naiv und das hat sie mir so extrem unsympathisch gemacht. Wir müssen keinesfalls immer starke und toughe Protagonistinnen in Fantasybüchern haben, aber wenigstens vom Geist her sollten sie stark sein. Einfach weil man in der Gesellschaft schon genug dagegen ankämpfen muss und als junges Mädchen solch ein Bild dann auch noch in Jugendbüchern aufgezeigt zu bekommen… das macht mich wütend. Denn eine Frau zeichnet sich nicht nur durch Liebe aus. Und sie muss sich auch nicht damit abfinden, auf andere angewiesen zu sein, sondern kann eigenständig sein.

Zum Glück – und dieses Glück muss ich wirklich großschreiben – hat sich das Blatt im zweiten Band gewendet. Mit dem Auftreten von Aarvand fiel es mir wesentlich leichter, an der Geschichte dranzubleiben und über die Naivität von Vianne hinwegzusehen. Wer mich auf Goodreads verfolgt, hat mit Sicherheit gelesen, wie viel Mühe ich aufwänden musste, um über Vianne und Ezra hinwegsehen zu können… Dass es mal wieder ein männlicher Charakter war, der Vianne gezeigt hat, dass sie eine junge starke Frau ist, bleibt jetzt mal am besten nebensächlich. Wie sich Vianne danach entwickelt, hat mir dann doch schon etwas mehr zugesagt. Sie findet langsam vertrauen in sich, wird sich ihrer Gefühle bewusst und lässt sich nicht mehr unterkriegen. Mir sympathisch geworden ist sie jedoch immer noch nicht, aber ich bin an den Punkt angelangt, an dem mir ihr Schicksal nicht mehr vollkommen gleichgültig war – besonders was Aarvand angeht… Zum Ende hin musste ich sogar einige Tränen vergießen. Ich weiß wirklich nicht, weshalb…

Fazit

Im Grunde war es eine Reihe, die mich unterhalten konnte, mich dermaßen zur Weißglut gebracht hat und mich im Verlauf dann doch etwas eingenommen hatte. Eine Empfehlung spreche ich nicht unbedingt aus, vielmehr will ich euch fragen: Wollt ihr euch das wirklich antun? Wenn ja, viel Spaß und ich hoffe, ihr habt genauso Aggressionen wie ich hehe… Und gibt die Hoffnung nach dem ersten Band nicht auf. Oder doch?

Sternebewertung

Bewertung: 2 von 5.

Bewertung: 2.5 von 5.

Bewertung: 3 von 5.

»Kaleidra #2 – Was die Seele berührt« – Kira Licht | Rezension

Im Oktober letzten Jahres hat sich Kaleidra als ein Monatshighlight herausgestellt. Umso gespannter war ich nun auf die Fortsetzung und konnte es gar nicht abwarten, wieder in die Geschichte und die Welt einzutauchen.

Da es sich um die Fortsetzung einer Reihe handelt, kann diese Rezension Spoiler enthalten


  • Titel: Kaleidra – Wer die Seele berührt
  • Autor*in: Kira Licht
  • Genre: Fantasy
  • Erschienen: März 2021
  • Seiten: 480

»Emilia und Ben wurden entführt. In den Fängen des Quecksilberordens sollen sie den Tria-Bund schließen und das Voynich-Manuskript entschlüsseln. Dabei kommt es jedoch zu einem Zwischenfall, und auf einmal scheint alles, was die Orden zu wissen geglaubt haben, hinfällig. Doch die Quecks geben nicht auf und lassen Emilia keine Wahl: Gemeinsam mit Ben muss sie nach Kaleidra reisen – zum Ursprung aller Alchemisten –, wohlwissend, dass sie sich dadurch in große Gefahr begeben. Aber die Zeit arbeitet gegen sie, und die beiden stoßen mehr und mehr an ihre Grenzen. Denn Herz und Verstand sind nun mal nicht immer einer Meinung …«

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!


Wie auch beim ersten Band verspürt man beim Lesen eine so starke Sogwirkung, dass man die Geschichte an einem Stück durchlesen muss und nicht in der Lage ist, das Buch aus der Hand zu legen. Obwohl es noch gar nicht so lange her ist, dass ich den ersten Band der Fantasyreihe von Kira Licht gelesen habe, fiel es mir doch schwer, wieder in die Geschichte hineinzufinden. Da mir der erste Teil sehr gut gefallen hat, war ich davon überzeugt, dass ich die Fortsetzung genauso lieben werde. Leider war dem nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. 

Die Geschichte setzt genau dort an, wo der erste Band geendet hat. An dieser Stelle muss ich den Tipp loswerden, die Reihe an einem Stück zu lesen und nicht so viel Zeit zwischen den Bänden verstreichen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass mir der Anschluss wesentlich leichter gefallen wäre, wenn ich direkt nach dem Beenden des Auftakts weitergelesen hätte. Normalerweise bin ich wirklich nicht der Mensch, der schnell die Handlung eines Buches oder dessen Charaktere vergisst. Bei Kaleidra konnte ich allerdings ein paar Namen einfach nicht mehr zuordnen und auch nach hundert Seiten wusste ich zwar, wer gemeint war, doch der eigentliche Protagonist blieb relativ farblos. Zum Glück tauchen aber in der Fortsetzung einige neue Charaktere auf. Vielleicht liegt der farblose Eindruck der Charaktere jedoch auch genau daran, dass sie Protagonisten aus dem ersten Band einfach zu wenig auf der Bildfläche erschien sind und so stark in den Hintergrund fielen.

Das Magiesystem konnte mich auch in diesem Band vollkommen überzeugen. Ich bin immer noch von Grund auf davon begeistert und finde es großartig, wie es der Autorin gelungen ist, Chemie mit Magie zu verbinden. Da Emilias Freund Matti nun eine wesentlich größere Rolle spielt, hatte man endlich die Möglichkeit, auch ihn besser kennenzulernen. Sein Handeln wurde erklärbar gemacht und man konnte in gewisser Weise eine Sympathie aufbauen. Zwischen Ben und Emilia hat sich meiner Meinung nach viel getan, ohne dass man wirklich dabei war. Ihre Zuneigung zueinander ist sofort greifbar, aber manchmal herrscht zwischen ihnen eine sehr intime Vertrautheit, die ich irgendwie nicht recht nachvollziehen konnte, weil sie in einem starken Kontrast zu dem Verhalten aus dem ersten Band steht. Manchmal wurde ich den Eindruck nicht los, dass ich irgendetwas verpasst hatte.

Auch ist mir Emilias Verhalten des öfteren an die Nerven gegangen. Gerade zu Beginn erscheint sie naiv, indem sie Fragen stellt, die in ihrer Situation unecht und fehl am Platz wirkten. Die feindlich gesinnten Charaktere – besonders der Professor – erschienen mir völlig unglaubhaft. In seinem Wahnsinn, den die Autorin wirklich gut an den Leser herangebracht hat, erklärt der Professor jedes Detail seines Plans. Dadurch erhält man zwar einen Einblick in die Hintergründe der Geschehnisse, doch kann ich mir nicht vorstellen, dass es wirklich so ablaufen würde. 

Die Handlung ist gut durchdacht und stets interessant, sodass ich das Buch mal wieder an einem Stück verschlungen habe. An manchen Stellen – bspw. die Mission mit Matti – fehlte mir eine Erklärung von Emilias Fähigkeiten. So gelang es mir nicht, richtig zu verstehen, warum sie tun konnte, was sie tat. Auch hatte ich in einigen Szenen das Gefühl, dass die Autorin zuvor Angeteasertes vergessen hat, da es oft nicht noch ein mal aufgegriffen wurde. So sind viele Andeutungen zwar bedeutungsvoll in den Raum gestellt worden, haben sich dann jedoch im Sand verloren. 

Letztlich komm ich für mich zu dem Schluss, dass ich langsam aber sicher aus dem Jugendbuchgenre herauswachse. Kaleidra ist wirklich eine spannende Reihe und birgt vielerlei Punkte, die mir wirklich gefallen haben. Ich bin mir sicher, dass etwas jüngere Leser die Geschichte von Ben und Emilia mit großen Augen begleiten und sie definitiv Potential hat, als Lieblingsreihe bei einigen im Regal zu stehen. Leider war der zweite Band nicht mehr wirklich mein Fall, trotzdem werde ich die Reihe auf jeden Fall beende, da sie mich doch immer noch packen konnte und definitiv Lust auf mehr macht.

3,5 von 5 Sternen

»Die Quellen von Malun – Blutschicksal« – Daniela Winterfeld | Rezension

Nach einer langen Zeit des Lesens der Reihe »Die Quellen von Malun« kann ich sie nun endlich als beendet bezeichnen. Es war stets ein Auf und Ab und es gab einige Längen. Leider ließ mich das Ende dann doch sehr unzufrieden zurück.

Allgemeines:

  • Lübbe Belletristik
  • Paperback
  • Fantasy
  • 751 Seiten
  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • ISBN: 978-3-404-20969-9
  • Ersterscheinung: 26.02.2021

Meine Hoffnungen waren zu Beginn groß: Die Charaktere sollten nun alle auf ihren Weg zusammenfinden und der große Konflikt um die Rettung von Ruann gelöst werden. Während in den ersten Bänden die Charaktere noch eine vielschichtige Persönlichkeit aufweisen und durch ihre eigenen Wünsche und Zielsetzungen interessant wirken, verliert sich dieser Eindruck im letzten Band sehr. Jeder spielt lediglich die ihm zugeteilte Rolle aus und es findet keine greifbare Entwicklung mehr statt. Die Figuren werden auf einseitige Charakterzüge reduziert. Mit dem Phänomenen der Gottgeboren geht die Autorin meiner Meinung nach zu unbedacht vor. Zum Ende hin ist fast jede Figur, die einen wichtigen Teil zur Handlung beiträgt, ein Gottgeborener, der über übermäßig viel Kraft oder Magie verfügt. Lediglich Feyla bleibt als einzige eine Nicht-Gottgeborene und stellt damit eine Ausnahme da, die zu wenig in den Vordergrund gestellt wurde. Ihre Figur wirkt über die ganzen drei Bände hinweg stets farblos und ist für den Leser kaum greifbar. Interessante Plotideen werden bloß angerissen und nie wirklich ausgereift umgesetzt – bspw. die Wüstenfrauen.

Was vielen anderen Lesern in der Leserunde gefallen hat, waren die Einschübe aus historischen Büchern der Fantasywelt, die einen Einblick in die Geschichte der Welt ermöglichen. Zu Beginn waren sie noch interessant, aber zum Ende hin hat sich meiner Meinung nach viel wiederholt. Im Gesamten muss ich zugeben, dass ich sehr viel bloß überflogen habe und es mir extrem schwerfiel, mich auf das Gelesen zu konzentrieren. Die Handlung birgt zwar ein paar spannungsvolle Momente, jedoch zögern sie sich immer und immer weiter hinaus, bis man fast schon genervt das Buch zur Seite legen möchte. Das beste Beispiel dafür ist das Ende. Es zieht sich über hundert Seiten hinweg und ist am Ende einfach nur unspektakulär und eine zu einfache Lösung für all die angedachten Konflikte. Zwar werden alle Fragen beantwortet und in sich die Geschichte rund abgeschlossen, doch hätte man wesentlich mehr herausholen können.

2 von 5 Sternen

Ein abschließendes Fazit zur Reihe:

Ich kann sie einerseits empfehlen und dann auch wieder nicht. Gerade die Sprache hat mir gut gefallen und auch das Konzept der Welt macht einen gutdurchdachten und interessanten Eindruck. Die Charaktere jedoch verlieren mit jedem Band an tiefe und ihre Entwicklung wirkt unrealistisch. Viel Potenzial wurde vergeudet, indem zu viele Dinge angerissen und letztlich nicht ausführlich genug weitergeführt wurden. Der Plot hat extreme Längen und spannungsvolle Momente werden so lange hinausgezögert, bis sich jede Spannung in Luft auflöst. In allem war die Reihe wirklich nicht schlecht, mir hat sie nur einfach nicht gefallen, weil ich stets mehr erwartet hatte, als die Autorin letztendlich dem Leser gegeben hat.

»A History of Us – Vom ersten Moment an« – Jen DeLuca | Rezension

«Gilmore Girls» trifft Mittelalterfestival!

Gerade dieser Slogan hat von Beginn an mein Interesse für den ersten Band der Reihe geweckt und was soll ich sagen, die Worte umschreiben es perfekt. Jen DeLuca hat sowohl das Kleinstadtfeeling wie auch die Mittelaltervibes wundervoll eingefangen. Ein großes Dankeschön geht an den Kyss-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Allgemeines:

  • Verlag:  rororo
  • Erscheinungstermin:  21.04.2021
  • 464 Seiten
  • ISBN:  978-3-499-00492-6
  • übersetzt von: Anita Nirschl
  • Reihe:  Willow-Creek-Trilogie

Ein Mittelalterfestival. Emily hat sich allen Ernstes überreden lassen, bei einem Mittelalterfestival als Schaustellerin mitzumachen. Ihre Nichte will unbedingt daran teilnehmen, ohne erwachsene Aufsichtsperson darf sie nicht, und da ihre Schwester einen Unfall hatte, springt Emily ein. Was tut man nicht alles für die Familie? Tatsächlich könnte das Ganze sogar lustig werden, wenn da nicht Simon wäre. Simon, der Organisator des Festivals. Simon, die Anachronismus-Polizei. Simon, die Spaßbremse. Die beiden können sich vom ersten Moment an nicht leiden. Aber auf dem Festival schlüpfen sie in andere Rollen. Und plötzlich wird aus dem ernsten Simon ein verruchter Pirat. Der ganz eindeutig mit ihr flirtet! Und Emily bekommt genauso plötzlich weiche Knie. Aber wer flirtet da miteinander? Die Tavernendirne und der Pirat? Oder Emily und Simon?


Meine Meinung:

»A History of Us – Vom ersten Moment an« ist ein absolutes Wohlfühlbuch. Sowohl die sommerliche Stimmung und als auch das Kleinstadtfeeling ergeben eine wundervolle Atmosphäre, die den Eindruck von Harmonie und Frieden erweckt.

Jen DeLucas Schreibstil ist perfekt, um sich zwischen den Zeilen zu verlieren und in der Welt von Willow Creek einzutauchen. Genauso wie die Wohlfühlstimmung ist auch der Schreibstil angenehm und flüssig zu lesen. Gerade die Einbindung von Shakespeare haben mir sehr gefallen und die Verbindung zwischen den beiden Protagonisten deutlich hervorgehoben. So findet sich die beidseitige Liebe zu Literatur in vielerlei Passagen wieder, die den Charakteren einen liebevollen Charme verleihen.

Den Plot kann man als absoluten »Slow-Burn« bezeichnen. Es braucht lange, bis die Handlung an Fahrt aufnimmt und wirklich mitreißend wird. So hat man gleichermaßen allerdings auch die Möglichkeiten die Protagonistin Emily genau kennenzulernen, ebenso wie die Nebencharaktere. Die Zeit des Sommerfestivals hat der Geschichte einen ganz eigenen Charakter verlieren. Der Idee bin ich bisher noch nie in einem Roman begegnet, somit war es umso spannender, einen Einblick in ein solches Fest zubekommen und gleichermaßen das Drama der Charaktere mitzuerleben. Der Autorin ist es ganz wunderbar gelungen, den Charme und die Einzigartigkeit des Mittelalterfestivals einzufangen und gleichermaßen die Spannung und das Knistern zwischen den Protagonisten wachsen zu lassen. Da ich ein großer Fan von »Enemies-to-Lovers« bin, hat mir die Geschichte gleich von Beginn an sehr zugesagt. Die Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten verfolgt man stets mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. Ein weiterer riesiger Pluspunkt ist, dass die Geschichte ganz ohne unnötiges Drama auskommt. Die Charaktere befinden sich in Konflikten, die nachvollziehbar waren und zum Ende hin gut gelöst wurden.

Das Ende kam dann doch viel zu schnell, war aber dennoch sehr zufriedenstellend und hat den Protagonisten ein sehr süßes Ende geben.

Im Grunde kann ich nur betonen, dass Kyss mal wieder ein wundervolles Wohlfühlbuch herausgebracht hat, das es definitiv wert ist, gelesen zu werden.

4,5 von 5 Sternen

»Die Quellen von Malun – Blutsohn« – Daniela Winterfeld | Rezension

Und weiter geht es mit dem zweiten Band der Reihe »Die Quellen von Mulan«.

Spannende Fortsetzung, dennoch schwächer als Band I.


Bewertung: 3 von 5.

Allgemeines:

  • Lübbe Belletristik
  • Paperback
  • Fantasy
  • 655 Seiten
  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • ISBN: 978-3-404-20959-0
  • Ersterscheinung: 28.02.2020

Auf Ruann herrscht immer noch Krieg um die letzten Wasservorräte. Der Offizier Dorgen ist inzwischen zum Heerführer aufgestiegen. Er ist entsetzt, als ihm sein mächtiger Schwiegervater Walerius aufträgt, den letzten großen Wald abzubrennen, um die Feinde in die Knie zu zwingen. Aber kann Dorgen sich ihm widersetzen?
Währenddessen versuchen die geflohene Sklavin Alia und der desertierte Soldat Tailin, den Lauf der Dinge aufzuhalten. Beide begeben sich in Lebensgefahr, um ihre Welt vor dem Untergang zu bewahren. Doch der Herrscher Sapions verfügt über zerstörerische Magie – und ihre grausame Macht wurzelt längst schon tief in den Seelen der Menschen.


Wie auch dem ersten Band mangelt es dem nächsten Teil definitiv nicht an sprachlicher Gewandtheit; Szenerien werden in einer Fülle von Worten erfasst, die ein genaues Bild mit jeglicher Detailreiche erschaffen. Dennoch konnten mich die Charaktere im Folgeband nicht vollständig von sich überzeugen. Im Vergleich zum ersten Band nimmt die Geschichte auf jeden Fall an Pfad auf, zumindest bei ausgewählten Charakteren. Während sich für Alia und Feyra neue Herausforderungen ergeben, scheint sowohl bei Dorgen als auch bei Tailin die Handlung einen gewissen Schwebepunkt erreicht zu haben. Ihr Verhalten wiederholt sich und man kommt nicht wirklich weiter. Dadurch streckt sich die Geschichte auf ein Maße, das es schwer macht, am Ball zu bleiben. Viele spannungsvolle Diskrepanzen zögern sich auf einen kaum aushaltbaren Punkt hinaus, der oft überschritten wird. Mehr als einmal konnte ich mich nicht daran hindern, ganze Passagen zu überspringen.

Was ein wesentlicher Pluspunkt war und der Geschichte an mehr Dimensionalität geschenkt hat, waren die zusätzlichen Perspektiven, aus der man einen Blickwinkel einnehmen konnte. Das Charaktergefüge weist ein enormes Konstrukt aus und ermöglicht einen vielschichtigen Einblick sowohl in die Welt und ihre gesellschaftlichen Probleme als auch in persönliche Schicksale. So bekamen auch die »Bösewichte« eine Stimme, wodurch man gleich eine Nähe verspürte, die sie zu mehr als die Gegner auf der anderen Seite werden ließen. Ihre Erfahrungen, Handlungen und Empfindungen werden aufgeschlüsselt und mit Tiefe gefüllt. Generell kann ich nur immer wieder betonen, in welch unfassbarem Reichtum die Welt und ihre Protagonisten ausgearbeitet wurden.

Was mir jedoch gefehlt hat, war der letzte Funke, der mich auf emotionaler Ebene erreicht hätte. Zwar erleben die Charaktere allesamt Schicksalsschläge, doch konnte diese mich nicht sonderlich berühren. So bietet der Roman ein umfangreiches Worlbuilding, besondere Charaktere, doch am Ende konnte es nicht genug Emotionalität in mir als Leser anregen.

3 von 5 Sternen

»Vor meiner Zeit« – L. Ochrasy | Rezension

Für jeden, der auf Wattpad schreibt, ist die Veröffentlichung seines Manuskripts als wirklich greifbares Buch wohl ein Traum. Mit dem neuen Label von Piper geht dieser Traum von einigen vielleicht in naher Zukunft in Erfüllung. Mit dem Roman »Vor meiner Zeit« hat L. Ochrasy es bereits geschafft. An dieser Stelle muss ich vor allem der Agentur Mainwunder danken, die zu den ersten Büchern des Labels eine Kampagne gemacht haben, an der ich teilhaben darf. Vielen, vielen Dank für das Paket! Aber nun zum Buch…

»Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen – eher für jüngere Leser ansprechend«



Allgemeines:

  • € 13,00 [D]
  • Erschienen am 01.04.2021 
  • 240 Seiten, Klappenbroschur 
  • EAN 978-3-492-50480-5

»Adam lebt im Jahr 1942, Ida im Jahr 2016. Durch eine zufällige Entdeckung während ihres Studiums kann Ida in der Zeit zurückreisen. So lernt sie Adam kennen und lieben. Doch ihre Reisen zu ihm werden zunehmend gefährlich, denn um ihn herum tobt der zweite Weltkrieg. Ida ist bereit ihr Leben zu riskieren, um ihn zu retten. Ihr Weg führt sie dabei durch einen bitteren Winter voller Hunger und Krankheit. Doch sie gibt nicht auf, für die Liebe zu kämpfen.« 


Meine Meinung:

Bereits auf den ersten Seiten merkt man, in welchem Tempo die Geschichte von Ida erzählt werden wird. Der flüssige Schreibstil hat es leicht gemacht, die Seiten schnell zu lesen. Dennoch ist mir schnell aufgefallen, dass ich vermutlich einfach schon zu alt für Jugendromane bin. Mir fehlte es oft an glaubhaften Gefühlen. Die Dialoge klangen starr und unecht, wodurch ich oft die Augen verdrehen musste und nicht wirklich Spaß am Lesen hatte. Ida ist mit ihren sechszehn Jahren im einen Moment verantwortungsbewusst und reif für ihr Alter. In anderen Momenten hingegen scheint sie nicht wirklich nachzudenken und handelt unüberlegt und vorschnell.

Was mir gut gefallen hat, war der Spannungsbogen und wie der Plot aufgebaut wurde. Man erkennt deutlich, dass sich die Autorin mit einer guten Struktur auseinandergesetzt hat. So bietet der Roman spannungsvolle Augenblicke wie auch Zeiten der Reflexion. Durch die verschiedenen Figuren werden beide Seiten des Zeitreisens in Augenschein genommen und mit Argumenten auf erzählende Weise gefüllt. Dadurch erlebt man den Interessenkonflikt von Ida nicht nur mit, sondern kann sich selbst ein Bild von der Situation machen. Leider waren alle Charaktere aufgrund der wenigen Seiten zu wenig ausgebaut und wirkten blass und farblos. Zwar konnte man sie gut auseinanderhalten und einige herausstechende Merkmale wies jeder auf, doch war es nicht möglich eine richtige Verbindung zu irgendjemanden aufzubauen.

Zusammenfassend würde ich das Buch auf jeden Fall jüngeren Lesern empfehlen. Es werden wichtige und kritische Themen aufgegriffen und bietet genug Tiefe, um eine aufwühlende Geschichte entstehen zu lassen. Trotzdem hätten 100 bis 200 Seiten mehr dem Ganzen mehr Dimensionalität geben können, wodurch die Protagonisten greifbarer geworden wären und das Thema 2. Weltkrieg mehr Detail erlangt hätte.

2,5 bis 3 von 5 Sternen

»Aurora Erwacht« – Amie Kaufman & Jay Kristoff | Rezension

»Aurora Erwacht« gehört zu den Büchern, die ganz weit oben auf meiner »Want to Read« -Liste für dieses Jahr stand. Bereits im englischen Bookstagram-Bereich taucht das Buch immer und immer wieder auf und es wird in den höchsten Tönen gelobt. Obwohl ich eigentlich ein sehr großer Sci-Fi-Fan bin, besonders was Filme angeht, habe ich mich in dem Genre bisher doch etwas zurückgehalten. Umso gespannter war ich allerdings auf die Übersetzung gewesen und ich freue mich noch immer sehr, dass ich das Buch vom Verlag als Rezensionsexemplar erhalten durfte. Vielen, vielen Dank!


Eine Reise quer durchs All – humorvoll und spannend.


Bewertung: 5 von 5.

// Allgemeines:


Bibliographie:

Der New-York-Times-Bestseller: spannend, actionreich und witzig

Tyler, frisch ausgebildeter Musterschüler der besten Space Academy der ganzen Galaxie, freut sich auf seinen ersten Auftrag. Als sogenannter „Alpha“ steht es ihm zu, sein Team zusammenzustellen – und er hat vor, sich mit nichts weniger als den Besten zufrieden zu geben. Tja, die Realität sieht anders aus: Er landet in einem Team aus Losern und Außenseitern:

Scarlett, die Diplomatin – Sarkasmus hilft immer (not.)
Zila, die Wissenschaftlerin – dezent soziopathisch veranlagt
Finian, der Techniker – besser: der Klugscheißer
Kaliis, der Kämpfer – es gibt definitiv Menschen, die ihre Aggressionen besser unter Kontrolle haben
Cat, die Pilotin – die sich absolut nicht für Tyler interessiert (behauptet sie zumindest)

Doch dieses Katastrophenteam ist nicht Tylers größtes Problem. Denn er selbst ist in den verbotenen interdimensionalen Raum vorgedrungen und hat ein seit 200 Jahren verschollenes Siedlerschiff gefunden. An Bord 1.000 Tote und ein schlafendes Mädchen: Aurora. Vielleicht hätte er sie besser nicht geweckt. Ein Krieg droht auszubrechen – und ausgerechnet sein Team soll das verhindern. Ouuups. Don’t panic!


// Meine Meinung:

Wenn mich ein Buch schon von der ersten Seite an begeistern konnte, dann ist es »Aurora Erwacht« gewesen. Von Beginn an hatte ich den Eindruck, ich säße vor dem Fernseher und die Geschehnisse rasen in Bilder an mir vorbei. Schneller als ich gedacht hätte, waren die ersten fünfzig Seiten vorbei und ab da ist es unmöglich gewesen, das Buch überhaupt noch auf Seite zu legen. Die Einführung in die Welt fällt relativ kurz aus, dennoch hatte ich trotz dessen nicht im geringsten das Gefühl, überfordert zu sein.

Die multiperspektivische Erzählweise ist für mich ein sehr großer Pluspunkt: Mit jedem gelesenen Kapitel erhalten die Charaktere immer mehr Tiefgang und werden greifbarer. Obwohl es ganze sieben Protagonisten sind, bekommt man in jeden einen Einblick und kann die Figuren durch ihre sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten gut auseinanderhalten. Alle zusammen bilden ein großartiges Team, das mit jedem Hindernis und jeder Aufgabe mehr zusammenwächst und sich langsam einen Platz in meinem Herzen erkämpft hat. Keinen der Charaktere mochte ich nicht, denn jeder besitzt seine Eigenarten und individuellen Fähigkeiten und wirkt auf seine eigene Weise irgendwie sympathisch.

Auch der Schreibstil konnte mich von der ersten Seite an überzeugen. Man fliegt quasi so durch die Seiten und mehr als einmal musste ich laut loslachen. Der Humor ist wunderbar und gibt der Geschichte einen ganz eigenen Flair. Es gibt einige technische Begriffe, die auf den ersten Blick völlig nichts sagend sind. Jedoch hat das weder den Lesefluss gestört, noch fällt es dadurch schwerer, die Story zu verstehen, da die meisten Sachen gleich darauf erklärt werden. Der Grundaufbau der Welt ist nicht sonderlich undurchsichtig und man findet sich schnell ein. Insgesamt war die Handlung mitreißend und spannungsvoll, sodass man immerzu wissen wollte, wie es weitergeht. So kam es schnell dazu, dass man ein gutes Stück verschlingt, ohne überhaupt einmal aufzuschauen. Die Wendungen sind nicht unbedingt unvorhersehbar, dennoch gibt es einige Plottwists, die mich wirklich überraschen konnten. Wer die Serie »The Expanse« kennt – genau diese Vibes hatte ich unaufhörlich während dem Lesen.

»Aurora Erwacht« ist meiner Meinung nach auf jeden Fall etwas für jeden Sci-Fi-Fan und auch für die, die sich in dem Genre erst einmal ausprobieren wollen. Es bietet sympathische Charaktere, ein interessantes Worldbuilding und jede Menge Humor. Für mich ist der erste Teil der Reihe jetzt schon ein absolutes Jahreshighlight und ich kann den zweiten Band kaum noch erwarten. Um mich noch einmal kurz zusammenzufassen: LEST DIESES BUCH!

»Shadow Tales #2 – Die dunkle Seite der Sonne« – Isabell May | Rezension

Achtung! Diese Rezension beinhaltet Spoiler zum ersten Band der Dilogie, da es sich um den zweiten Band handelt.


»Wortstark und magisch – eine Reise voller Höhen und Tiefen


Allgemeines:

  • One Verlag
  • Hardcover
  • High Fantasy
  • 400 Seiten
  • Altersempfehlung: 14 Jahre
  • ISBN: 978-3-8466-0096-2
  • Erscheinungstermin: 27.03.2020

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!


Die verträumte Lelani wächst in einem Dorf im Königreich Vael auf. Schon immer spürt sie eine starke Verbindung zu den fünf magischen Monden, die nachts über ihr erstrahlen. Als sich an ihrem 18. Geburtstag das Amulett öffnet, das ihre Eltern ihr hinterlassen haben, steht Lelanis Welt auf einmal Kopf. Zusammen mit ihrem besten Freund Haze macht sie sich auf die Reise, ihre wahre Bestimmung zu erfüllen – und gerät in einen Strudel aus Gefühlen, Selbstfindung und dunkler Magie …


Meine Meinung:

Was die Shadow Tales Dilogie besonders macht? Für mich ist es ganz klar der wundervolle Schreibstil von Isabell May. In jeder Zeile steckt die Magie, die sich in der gesamten, unglaublich atmosphärischen Geschichte wiederfindet. Gerade die Cover fangen die Stimmung von Lelanis Abenteuer wunderbar ein und passen perfekt zu der Reihe.

Lelani war für mich ein doch sehr schwieriger Charakter, der es mir nicht immer leicht gemacht hat. Ihre starke und handlungsorientierte Art gefiel mir eigentlich sehr, doch fand sich in ihren Entscheidungen oft der Eindruck von übermäßiger Naivität wieder, den ich im Bezug auf ihre rationalen Denkweise nicht nachvollziehen konnte. Da sie sowohl Sonnenmagie als auch die Magie der Monde besitzt, befindet sie sich in einem starken Zwiespalt zwischen Rationalität und Emotionalität. Gerade dieser innere Konflikt birgt einige Schwierigkeiten, die zum Ende hin meiner Meinung nach zu einfach abgehandelt wurden. Als Leser erlebt man wiederholend, wie sehr die Gegensätze miteinander rivalisieren und wie sehr Lelani damit zu kämpfen hat – nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Die Lösung dessen erschien für mich zu einfach gestrickt und hätte mehr Tiefe erfahren können, um glaubhafter zu wirken.

Sowohl das Worldbuilding als auch das Konzept der Magie konnte mich im zweiten Band mehr überzeugen als im ersten. Durch eine Reise lernt man die Umgebung noch besser kennen. Gerade die Überfahrt nach Kuraigan lieferte einige Anreize der fantasievollen Welt, die dem Konstrukt wesentlich mehr Dimension verleihen konnten. Die magischen Wesen waren großartig inszeniert und wirkten durch die malerische Beschreibungen der Autorin greifbar, so dass man selbst eine detaillierte Vorstellung im Kopf hatte. Elemente aus dem ersten Band werden aufgegriffen und näher erläutert – bspw. die Schattenmagie. Im Gesamten wirkte das Konstrukt der Geschichte in sich weder zusammengewürfelt noch unausgereift. Die verschiedenen Komponenten greifen wunderbar ineinander und machen einen schlüssigen und abgerundeten Eindruck, wodurch das Magiesystem einfach zu verstehen ist.

An sich ist die Handlung sehr durchdacht und baut gut aufeinander auf. Es gibt einige Stellen, die voller Spannung sind und es einem unmöglich machen, das Buch aus der Hand zu legen. Dann gibt es wiederum wieder Kapitel, die genug Raum für das Worldbuilding übrig lassen und der Protagonisten die Zeit geben, ihre Gedanken zu ordnen. Dadurch fiel es mir als Leser eigentlich leicht, mich in Lelani hineinzuversetzen und ihre inneren Konflikte nachzuvollziehen. Dennoch fehlte es mir an einer Verbindung zu ihr. Woran es genau gelegen hat, kann ich nicht genau sagen. Die Dreiecksbeziehung fand ich im Grunde eigentlich gut umgesetzt. Während im ersten Band die Frage, für wen sich Lelani entscheidet, sehr offen bleibt, ist in diesem Band doch eine gewisse Annäherung zu einem der beiden männlichen Protagonisten erkennbar. Was mich jedoch im Hinblick auf das Ende etwas stört, ist die Ausarbeitung von Haze und Kyran. Bei beiden fehlt es meiner Meinung nach an Tiefe. Rückblickend hätte gerade Haze Charakter noch mehr erläutert werden können, da er doch einen sehr oberflächlichen Eindruck macht. Seine Bewegründe sind zwar genannt worden, doch erscheinen mir besonders seine Gefühle in Band 1 in Rückbezug auf das Ende sehr außen vor gelassen worden zu sein und finden keine richtige Erklärung. Dadurch sind bei mir immer noch einige Fragen offen.

Im Verlauf der Geschichte werden immer wieder Andeutungen gemacht, die zum einen die Spannung aufrechterhalten, zum anderen aber auch Misstrauen für einige Protagonisten hervorrufen. Leider fallen diese jedoch schon zu genau aus, wodurch sich meine Ahnung zum Ende hin bewahrheitet und der großen Enthüllung die nötige Dramatik genommen wurde. Dadurch war das Finale doch sehr vorhersehbar.

Zusammengefasst handelt es sich auf jeden Fall um eine wortstarke und magische Fantasyreihe, die ich definitiv weiterempfehlen kann. Für mich wird es leider keine fünf-Sterne-Dilogie, da es mich an einigen Stellen nicht gänzlich überzeugen konnte. Ich bin mir aber sicher, dass die Reihe auf jeden Fall etwas für Neulinge in dem Genre ist, die noch nicht viele Erfahrungen im Fantasygenre gemacht haben.

4 von 5 Sternen

»Wie man den Wind aufhält« – Lynda Mulally Hunt | Rezension

Allgemeines

Titel: Wie man den Wind aufhält

Autorin: Lynda Mulally Hunt

Verlag: cbj

Genre: Jugendbuch

ISBN: 978-3-570-16584-3

Preis: 15,00€ (Hardcover)


Gemeinsam übersteht man jeden Sturm

Delsie wohnt allein bei ihrer Großmutter auf Cape Cod und fragt sich immer öfter, wer ihre wahre Familie ist. Als ihre Freundin Aimee sie als »Waise« bezeichnet, möchte Delsie mehr über ihre Eltern erfahren. Zum Glück schließt sie Freundschaft mit Ronan, der mit seiner eigenen Vergangenheit zu kämpfen hat. Während sie gemeinsam Cape Cod erkunden, entdecken Delsie und Ronan den Unterschied zwischen Wütend- und Traurigsein, was es bedeutet, kaputt oder heil zu sein, wie es ist, verlassen oder geliebt zu werden. Und dass sie gemeinsam jedem Sturm gewachsen sind.


Schon zum Erscheinungstermin von »Wie man den Wind aufhält« ist mir das Buch besonders durch den Klappentext ins Auge gesprungen. Es klang nach einer sehr tiefsinnigen und emotionalen Geschichte, die ich nur zu gerne lesen wollte. Wieso es dann so lange dauert, dass dieses Rezension online kommt? Leider bin ich sowohl mit den Charakteren als auch mit dem Schreibstil gar nicht warm geworden und ich habe es dann nach Wochen abgebrochen, weil es einfach keinen Sinn gemacht hat.

»Wie man den Wind aufhält« handelt von der jungen Protagonistin Delsie, die als Weise bei ihrer Großmutter aufwächst. Die Frage, wer ihre wahre Familie ist, wird immer präsenter und Delsie möchte mehr über ihre Eltern erfahren. Mich hat die Grundidee sofort neugierig gemacht. Neben der Suche nach der Wahrheit steht auch das Thema Freundschaft im Mittelpunkt. Sowohl neue Freundschaften als auch alte, die zerbrechen. Grundlegend passiert nicht wirklich viel: Man begleitet Delsie in ihrem Sommer, lernt ihre Freunde kennen, erlebt ihre Gefühle und Gedanken mit. Dennoch fiel es mir wirklich schwer, eine Bindung zu ihr aufzubauen. Vermutlich lag es einfach daran, dass sie so viel jünger als ich ist und ich mich nur schwer in sie hineinversetzen konnte. Die Handlung erscheint ohne einen gewissen roten Faden, viele Szenen haben keinen genauen Mehrwert und ich habe mich oft gefragt, welche Informationen gerade diese Szene dem Leser vermitteln sollte.

Ein weiterer großer Aspekt, der mir jeglichen Spaß beim Lesen genommen hat, ist der Schreibstil. Auch hier habe ich gemerkt, dass das Buch vorwiegend an jüngere LeserInnen gerichtet ist und ich einfach schon zu alt bin. Die Dialoge erscheinen sehr gestellt und ihnen fehlt jegliche Natürlichkeit. Besonders auffallend war das bei der Oma. Ihre Antworten und Handlungen wirkten sehr unpassend und überhaupt nicht nachvollziehbar für ihre Figur. Leider haftete auch an der ganzen Geschichte ein sehr unechter Eindruck und die erhoffte Tiefe fehlte mir persönlich. Weil ich sowohl mit den Charakteren und auch mit dem Schreibstil nicht warm wurde, habe ich das Buch dann nach etwas über der Hälfte abgebrochen. Ich bin mir sicher, dass die Geschichte gerade für jüngere LeserInnen etwas ist, die den einfachen Schreibstil mögen. Für Kinder ist es leicht zu lesen und die Message wird auf direkte Weise an den Leser herangetragen.

Für mich persönlich hat es einfach nicht gestimmt. Super schade…

2,5 von 5 Sternen

»Free like the Wind« – Kira Mohn | Rezension

Here we go again… Kira Mohn gehört zu meinen liebsten Kyss-Autorinnen und hach… große Liebe für ihren Schreibstil. Nach »Wild like a River«, das nicht ganz mein Fall war, bin ich umso gespannter auf den zweiten Teil der Kanada-Reihe gewesen und habe gehofft, dass Rae und Cayden mehr etwas für mich sind als Haven und Jackson. Wie sich herausgestellt hat, waren sie definitiv zwei Charaktere, die ich gerne verfolgt habe, dennoch konnte mich »Free like the Wind« nicht vollständig überzeugen.

Allgemeines:

  • Free like the Wind
  • Kira Mohn
  • Kyss Verlag
  • Liebesroman, New Adult
  • ISBN: 978-3-499-00400-1
  • 368 Seiten
  • 12,99€

Klappentext:

Tausend Splitter anstelle eines Herzens …
Rae wirkt nach außen wie jede andere 20-Jährige, innerlich jedoch ist sie zerbrochen. An einem schrecklichen Tag vor drei Jahren hörte ihre Welt auf, sich zu drehen – und sie steht auch heute noch still. Rae ist erstarrt, gefangen in den Scherben ihres Lebens. Bis die Idee einer Freundin sich in ihr festsetzt: wandern gehen in einem von Kanadas Nationalparks. Weite Landschaften. Nur sie und die Natur. Genauer gesagt: nur sie, die Natur und Cayden. Ausgerechnet Cayden. Er ist ein Aufreißer, nimmt nichts ernst. Doch in seinen Augen liest Rae etwas, das sie schmerzhaft gut kennt …
Herzzerreißend und gefühlvoll – das Finale der zweibändigen Kanada-Reihe von Kira Mohn


// Meine Meinung:

Im Gegensatz zum ersten Band der Kanada-Reihe haben mir Rae und Cayden sehr viel mehr zugesagt als Jackson und Haven. Beide Charaktere sind sehr authentisch und unverblümt dargestellt. Man könnte die Geschichte in die Nische Hate-to-love einordnen und gerade die am Anfang bestehenden gegenseitigen Vorurteile haben mich unsagbar neugierig werden lassen auf das, was hinter der Fassade zu finden ist. Die Komplexität der Charaktere haben dem Roman sehr viel Tiefer verliehen. Leider empfand ich viele Fragen jedoch als unzufrieden beantwortet und hätte mir an manchen Stellen mehr Detail gewünscht.

Die Entwicklung der Beziehung verläuft doch eher langsam, dennoch habe ich jede Sekunde genossen und hätte es sogar nicht schlecht gefunden, wenn der erste Kuss noch etwas später stattgefunden hätte. Schade finde ich, dass auch in diesem Band der »Wandern-Teil« doch relativ gering ausgefallen ist. Erst ab der Hälfte geht es letztendlich in Kanadas Nationalpark. Die Natur wurde wieder mal auf wundervolle Weise beschrieben und man hatte gleich das Gefühl, selbst zwischen den Bäumen zu stehen. Gerade die Zeit im Nationalpark habe ich sehr genossen: Rae und Cayden haben langsam zusammengefunden, sich näher kennengelernt und die gegenseitigen Vorurteile aus dem Weg geräumt. Die Umsetzung ist Kira Mohn wirklich sehr gut gelungen und ich kann jeden verstehen, der in diesem Buch ein Jahreshighlight gefunden hat.

Für mich war der zweite Band der Kanada-Reihe nicht unbedingt ein Highlight, dennoch habe ich die Lesezeit sehr genossen. Die Geschichte ist perfekt, um sich im stressigen Alltag eine Auszeit zu gönnen und von den Zeilen davontragen zu lassen. Leider fehlte mir aber das gewisse Etwas, das die Geschichte zu einem Highlight gemacht hätte.

8.

Buch in 2021


»Eine berührende Geschichte mit vielschichtigen Charakteren«


4/5

Sterne