The Dream of Us – Yay Kazi | Rezension

The Dream of Us – Yay Kazi | Rezension

Klischees in Büchern können eine regelrechte Hassliebe sein. Ich denke, dass jeder ein bestimmtes Maß an Klischees mag. Schließlich tauchen sie nicht umsonst immer wieder in Büchern auf. Für mich gibt es einige Tropes, die ich über alles liebe. Egal, wie oft ich auch schon von ihnen gelesen habe, sie werden nie langweilig. Beispielsweise diese eine Szene in einem Enemies-to-Lovers Roman, in der er ihre Narben sieht. Man fiebert beinahe schon darauf hin und wenn es dann endlich so weit ist, könnte man laut aufquietschen.

Auch in Liebesromanen, die das Thema Sport in den Fokus stellen, gibt es einige Klischees: bspw. ist Er immer der Quaterback, wenn es sich um Football handelt. Der Klappentext von »The Dream of Us« gibt bereits genug Information, um zu erahnen, auf was man sich einlässt. Da ich ein großer Fan von Sport-Romance Büchern bin, habe ich mich sehr gefreut, dass Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen. Leider hat sich für mich schnell herausgestellt, dass die Geschichte von July und Drew dann doch nicht Meins ist.

Nach langen Diskussionen mit meiner Freundin, die ich mehr oder weniger dazu gezwungen habe, das Buch zu lesen, möchte ich euch in dieser Rezension mitteilen, worin meiner – bzw. unserer – Meinung nach der Roman seine Schwierigkeiten hatte.


Titel: The Dream of Us

Autorin: Yvi Kazi

New Adult, 442 Seiten, ISBN: 978-3-7363-1662-1


Klappentext:

Was, wenn dein Traum der großen Liebe im Weg steht?

July Summers ist Cheerleaderin mit Leib und Seele. Daher ist es auch ihr großer Traum, nach dem Collegeabschluss einen Platz bei den Cheerleadern eines erfolgreichen NFL-Teams zu ergattern. Doch dort gilt eine strenge Regel: Wer einen Footballspieler datet, fliegt raus! Bisher war diese Vorschrift kein Problem für July – bis sie den neuen College-Quarterback Andrew McDaniels kennenlernt. Drew löst mit nur einem Blick Gefühle in ihr aus, die sie so noch nie empfunden hat, und jedes Mal, wenn die beiden sich treffen, wird das Prickeln zwischen ihnen stärker. Aber ist die Möglichkeit einer Zukunft mit Drew es wert, ihren Traum aufzugeben?

Auftakt der St. Clair Campus Reihe


Rezension:

Dieses Buch ist das beste Beispiel dafür, das eine gute Geschichte aus verschiedenen Komponenten besteht. Man betrachtet Schreibstil, Handlung und Charaktere einmal für sich alleine und einmal im Gesamten. Für mich wurde bereits auf den ersten Seiten deutlich, welche Komponente die meisten Schwierigkeiten für mich bereithielt.

Was mir sogleich gefallen hat, war der Schreibstil. Die Zeilen lassen sich schnell und flüssig lesen und man kommt wirklich kaum ins Stolpern. Dadurch fliegt man förmlich durch die Seiten. Mit den Protagonisten sah das leider anders aus. Mit Julys Charakter konnte ich kein Miteinander finden, sodass ich mich irgendwie mit ihr hätte anfreunden können.

Julys Persönlichkeit wirkt oberflächlich und ist kaum illustriert. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin unbedingt das Klischee der arroganten Cheerleaderin brechen wollte. Also machte sie July zu einem lesebegeisterten Bücherwurm. Für mich haben diese zwei Aspekte des Charakters null zusammengepasst. Nicht, dass ich glaube, dass eine Cheerleaderin keinen Spaß am Lesen haben könnte. Mir ging es vielmehr darum, dass das Lesen als Teil ihrer Persönlichkeit so stark im Hintergrund steht, dass es überhaupt nicht erwähnenswert ist. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf dem Sport – und das ist vollkommen okay. Das Lesen scheint eine Randbemerkung zu sein, um dem Leser mehr Material zu liefern, mit dem man sich identifizieren kann. Dadurch dass es jedoch nicht mehr als das ist, war es für mich … Ich weiß nicht recht, wie ich es sagen soll… Es hat sich fehl am Platz angefühlt. So als versuche die Autorin mit aller Macht das Klischee der Cheerleaderin zu brechen, lässt July dadurch jedoch noch viel mehr als das typische Cheerleader Mädchen wirken. Auch ihr Studium im Bereich der Literaturwissenschaft ist nicht genug ausgearbeitet gewesen. July wurde deswegen nicht greifbarer für mich. Viele Aussagen fehlt einfach der notwendige Inhalt, um irgendetwas damit anzufangen.

In einigen Momenten war mir July sympathisch, gleich im darauffolgenden wollte ich sie am liebsten einmal fest schütteln und fragen, was in ihrem Kopf los ist. Ihr Charakter lässt immer wieder Fragen auftauchen, auf die man keine richtige Antwort findet. Häufig handelt sie so übertrieben, dass sie mir einfach nur kindisch und unüberlegt vorkam.

Ganz im Gegenteil zu July mochte ich Drew doch sehr gerne. Auch hier zeigt sich die Autorin erneut in dem Versuch, ihre New Adult Geschichte von anderen abzuheben. Drew ist ein Herzensguter Mensch, der mit seiner offenen und süßen Art einen sympathischen Charakter darstellt. Was mir fehlt, ist seine Erzählerstimme. Durch das Auslassen seiner Perspektive ist irgendwie ein Loch in dem Konstrukt, das die Autorin allein durch July nicht füllen kann. Ähnlich geht es mir auch mit den anderen Charakteren, die trotz allem immer etwas schwach illustriert sind und so vollkommen untergehen.

Der zweite große Aspekt, der der Geschichte nicht unbedingt gutgetan hat, ist der Aufbau der Handlung. Und hier beziehe ich mich großenteils auf die zweite Hälfte. Die Handlung nimmt eine Wendung, die mir so unpassend wie auch vollkommen unwirklich vorkam. Ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen, deswegen werde ich das nicht genauer ausführen. Was für mich ein grundlegendes Problem beim Plot darstellt, ist der Umgang mit Konflikten. Die wenigsten werden nachvollziehbar und mit greifbaren Konsequenzen ausgeführt, viele verlaufen ins Nirgendwo oder lösen sich einfach in Luft auf. Häufig werden Entscheidungen abgenommen, die die Charaktere eigentlich hätten treffen sollen.

Schlussendlich kann man sagen, dass der Roman „The Dream of Us“ nicht unbedingt schlecht ist. Viele Kritikpunkte beziehen sich lediglich auf inhaltsbasierende Entscheidungen von Seiten der Autorin. Ich bin mir sicher, dass von Yvy Kazi noch Bücher kommen werden, die mir besser gefallen könnten.

2,5 Sterne

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