»What if We Trust« – Sarah Sprinz | Book Review

In den letzten Jahren, in denen ich zum Lesen und Schreiben gefunden habe, gab es einige Bücher, die mich wirklich in ihrer vollen Intensität erfasst haben. Sie konnten mich zum Lachen bringen, haben mir Tränen geschenkt und jedes andere erdenkliche Gefühl vermittelt. Bis zu »What if we trust« dachte ich wirklich, dass ich bereits das höchste Maß an Mitfühlen erfahren hatte. Aber dieses Buch war nicht nur eine einfache Steigerung dessen, es konnte mir zum aller ersten Mal die gesamte Zeit über das Gefühl geben, nicht allein zu sein. Mit meinen Träumen, meinen Ängsten. 



  • LYX Paperback
  • New Adult
  • 517 Seiten
  • ISBN: 978-3-7363-1490-0

Er verbirgt sein Gesicht vor der Welt. Doch vor ihr kann er sich nicht versteckenKaum jemand an der UBC in Vancouver weiß von der Fan-Fiction über den maskierten Sänger PLY, für die Hope ihre ganze Schulzeit verurteilt wurde. Bis ein Verlag sie veröffentlichen möchte. Als auf der Geburtstagsparty eines Freundes kurz darauf Scott Plymouth vor ihr steht, ist sein Blick aus unergründlich blauen Augen Hope erschreckend vertraut – durch eine Maske. Was Hope nicht weiß: In ihrer Geschichte kommt sie Scotts dunkelstem Geheimnis viel zu nah, und schon bald wird die ganze Welt davon lesen können …


Zu Beginn dachte ich wirklich, jemand hätte in die Tiefen meiner Persönlichkeit hineingegriffen und mich eins zu eins in diese Geschichte gesetzt. Es hat mich fertig gemacht – diese Nähe zur Protagonisten, dieses Gefühl, als hätte irgendwer verstanden, wer man war, ohne es in Worte fassen zu müssen. Manchmal hatte ich Angst. Angst, dass ich zu sehr wie Hope bin. Bisher hatte ich nicht im Geringsten diese intensive Identifikation mit einer Protagonistin erlebt. Dass man sich so stark in ihrem Denken wiederfindet, in ihrem Handeln. So oft kam es vor, dass ich Gedanken schon vorher an den Rand geschrieben hatte und keine zwei Zeilen später, erzählte Hope dasselbe. 

Mit Scott und seiner Geschichte hat Sarah Sprinz eine einfache Story, die man schon unzählige Male auf Wattpad gelesen hat, in eine Fülle von unterschiedlichen Nuancen mit unheimlich viel Tiefe zum Leben erweckt. Scott erscheint auf den ersten Blick als der typische Badboy – unnahbar, geheimnisvoll und unsympathisch. Und trotzdem hat er diesen ganz besonderen Funken, der es einfach unmöglich macht, ihn nicht interessant zu finden. In Form von Scotts Charakter und auch durch Hope hat Sarah mal wieder gezeigt, wie vielschichtig Romanfiguren sein können. Sie erwecken den Eindruck, vollkommen lebendig zu sein. Deswegen fällt es mir bei ihr immer wieder besonders leicht, mich von der Geschichte einnehmen zu lassen und in den Seiten zu versinken. Jedes geschriebene Wort dringt direkt bis ins Herz und man fühlt jegliche Emotionen in all ihrer Intensität. Sarah schafft es, dass man in keinster Weise unberührt bleibt – man leidet, man lacht, man weint, man liebt.

Auch die Handlung reißt einen mit, sodass es mir wahnsinnig schwerfiel, mich von dem Buch loszureißen und etwas anderes zu tun. Man wird süchtig nach Hope, nach Scott, nach der Verbindung zwischen ihnen, die wächst und immer stärker wird. Obwohl die Konflikte vorhersehbar waren, konnten sie dadurch nicht weniger an Emotionalität bereithalten. Gerade das Ende des Buches hat der gesamten Reihe einen runden Abschluss geschenkt und deswegen ist dieser Band mein liebster Teil.

Viele werden sich mit Sicherheit nicht so in den Charakteren wiederfinden und die Erfahrung machen, dass jede geschriebene Zeile einem direkt ins Herz sticht. Diesen Menschen wünsche ich, dass sie irgendwann auch ihre Geschichte finden und auch nur annähernd das Gleiche durchmachen. 

Hope hat mich daran erinnert, wer ich bin. Und im Nachhinein bin ich so unsagbar froh, dieses Buch genau jetzt gelesen zu haben. Vielleicht hätte ich sonst noch länger herumgeirrt und völlig verloren nach mir gesucht. Es hat mir gezeigt, wieso ich schreibe. Und dafür bin ich Sarah Sprinz unsagbar dankbar.

Für mich ist »What if we Trust« ein Jahreshighlight und es wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben.

5 von 5 Sternen

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