»Kaleidra #2 – Was die Seele berührt« – Kira Licht | Rezension

Im Oktober letzten Jahres hat sich Kaleidra als ein Monatshighlight herausgestellt. Umso gespannter war ich nun auf die Fortsetzung und konnte es gar nicht abwarten, wieder in die Geschichte und die Welt einzutauchen.

Da es sich um die Fortsetzung einer Reihe handelt, kann diese Rezension Spoiler enthalten


  • Titel: Kaleidra – Wer die Seele berührt
  • Autor*in: Kira Licht
  • Genre: Fantasy
  • Erschienen: März 2021
  • Seiten: 480

»Emilia und Ben wurden entführt. In den Fängen des Quecksilberordens sollen sie den Tria-Bund schließen und das Voynich-Manuskript entschlüsseln. Dabei kommt es jedoch zu einem Zwischenfall, und auf einmal scheint alles, was die Orden zu wissen geglaubt haben, hinfällig. Doch die Quecks geben nicht auf und lassen Emilia keine Wahl: Gemeinsam mit Ben muss sie nach Kaleidra reisen – zum Ursprung aller Alchemisten –, wohlwissend, dass sie sich dadurch in große Gefahr begeben. Aber die Zeit arbeitet gegen sie, und die beiden stoßen mehr und mehr an ihre Grenzen. Denn Herz und Verstand sind nun mal nicht immer einer Meinung …«

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!


Wie auch beim ersten Band verspürt man beim Lesen eine so starke Sogwirkung, dass man die Geschichte an einem Stück durchlesen muss und nicht in der Lage ist, das Buch aus der Hand zu legen. Obwohl es noch gar nicht so lange her ist, dass ich den ersten Band der Fantasyreihe von Kira Licht gelesen habe, fiel es mir doch schwer, wieder in die Geschichte hineinzufinden. Da mir der erste Teil sehr gut gefallen hat, war ich davon überzeugt, dass ich die Fortsetzung genauso lieben werde. Leider war dem nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. 

Die Geschichte setzt genau dort an, wo der erste Band geendet hat. An dieser Stelle muss ich den Tipp loswerden, die Reihe an einem Stück zu lesen und nicht so viel Zeit zwischen den Bänden verstreichen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass mir der Anschluss wesentlich leichter gefallen wäre, wenn ich direkt nach dem Beenden des Auftakts weitergelesen hätte. Normalerweise bin ich wirklich nicht der Mensch, der schnell die Handlung eines Buches oder dessen Charaktere vergisst. Bei Kaleidra konnte ich allerdings ein paar Namen einfach nicht mehr zuordnen und auch nach hundert Seiten wusste ich zwar, wer gemeint war, doch der eigentliche Protagonist blieb relativ farblos. Zum Glück tauchen aber in der Fortsetzung einige neue Charaktere auf. Vielleicht liegt der farblose Eindruck der Charaktere jedoch auch genau daran, dass sie Protagonisten aus dem ersten Band einfach zu wenig auf der Bildfläche erschien sind und so stark in den Hintergrund fielen.

Das Magiesystem konnte mich auch in diesem Band vollkommen überzeugen. Ich bin immer noch von Grund auf davon begeistert und finde es großartig, wie es der Autorin gelungen ist, Chemie mit Magie zu verbinden. Da Emilias Freund Matti nun eine wesentlich größere Rolle spielt, hatte man endlich die Möglichkeit, auch ihn besser kennenzulernen. Sein Handeln wurde erklärbar gemacht und man konnte in gewisser Weise eine Sympathie aufbauen. Zwischen Ben und Emilia hat sich meiner Meinung nach viel getan, ohne dass man wirklich dabei war. Ihre Zuneigung zueinander ist sofort greifbar, aber manchmal herrscht zwischen ihnen eine sehr intime Vertrautheit, die ich irgendwie nicht recht nachvollziehen konnte, weil sie in einem starken Kontrast zu dem Verhalten aus dem ersten Band steht. Manchmal wurde ich den Eindruck nicht los, dass ich irgendetwas verpasst hatte.

Auch ist mir Emilias Verhalten des öfteren an die Nerven gegangen. Gerade zu Beginn erscheint sie naiv, indem sie Fragen stellt, die in ihrer Situation unecht und fehl am Platz wirkten. Die feindlich gesinnten Charaktere – besonders der Professor – erschienen mir völlig unglaubhaft. In seinem Wahnsinn, den die Autorin wirklich gut an den Leser herangebracht hat, erklärt der Professor jedes Detail seines Plans. Dadurch erhält man zwar einen Einblick in die Hintergründe der Geschehnisse, doch kann ich mir nicht vorstellen, dass es wirklich so ablaufen würde. 

Die Handlung ist gut durchdacht und stets interessant, sodass ich das Buch mal wieder an einem Stück verschlungen habe. An manchen Stellen – bspw. die Mission mit Matti – fehlte mir eine Erklärung von Emilias Fähigkeiten. So gelang es mir nicht, richtig zu verstehen, warum sie tun konnte, was sie tat. Auch hatte ich in einigen Szenen das Gefühl, dass die Autorin zuvor Angeteasertes vergessen hat, da es oft nicht noch ein mal aufgegriffen wurde. So sind viele Andeutungen zwar bedeutungsvoll in den Raum gestellt worden, haben sich dann jedoch im Sand verloren. 

Letztlich komm ich für mich zu dem Schluss, dass ich langsam aber sicher aus dem Jugendbuchgenre herauswachse. Kaleidra ist wirklich eine spannende Reihe und birgt vielerlei Punkte, die mir wirklich gefallen haben. Ich bin mir sicher, dass etwas jüngere Leser die Geschichte von Ben und Emilia mit großen Augen begleiten und sie definitiv Potential hat, als Lieblingsreihe bei einigen im Regal zu stehen. Leider war der zweite Band nicht mehr wirklich mein Fall, trotzdem werde ich die Reihe auf jeden Fall beende, da sie mich doch immer noch packen konnte und definitiv Lust auf mehr macht.

3,5 von 5 Sternen

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