»Die Quellen von Malun – Blutschicksal« – Daniela Winterfeld | Rezension

Nach einer langen Zeit des Lesens der Reihe »Die Quellen von Malun« kann ich sie nun endlich als beendet bezeichnen. Es war stets ein Auf und Ab und es gab einige Längen. Leider ließ mich das Ende dann doch sehr unzufrieden zurück.

Allgemeines:

  • Lübbe Belletristik
  • Paperback
  • Fantasy
  • 751 Seiten
  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • ISBN: 978-3-404-20969-9
  • Ersterscheinung: 26.02.2021

Meine Hoffnungen waren zu Beginn groß: Die Charaktere sollten nun alle auf ihren Weg zusammenfinden und der große Konflikt um die Rettung von Ruann gelöst werden. Während in den ersten Bänden die Charaktere noch eine vielschichtige Persönlichkeit aufweisen und durch ihre eigenen Wünsche und Zielsetzungen interessant wirken, verliert sich dieser Eindruck im letzten Band sehr. Jeder spielt lediglich die ihm zugeteilte Rolle aus und es findet keine greifbare Entwicklung mehr statt. Die Figuren werden auf einseitige Charakterzüge reduziert. Mit dem Phänomenen der Gottgeboren geht die Autorin meiner Meinung nach zu unbedacht vor. Zum Ende hin ist fast jede Figur, die einen wichtigen Teil zur Handlung beiträgt, ein Gottgeborener, der über übermäßig viel Kraft oder Magie verfügt. Lediglich Feyla bleibt als einzige eine Nicht-Gottgeborene und stellt damit eine Ausnahme da, die zu wenig in den Vordergrund gestellt wurde. Ihre Figur wirkt über die ganzen drei Bände hinweg stets farblos und ist für den Leser kaum greifbar. Interessante Plotideen werden bloß angerissen und nie wirklich ausgereift umgesetzt – bspw. die Wüstenfrauen.

Was vielen anderen Lesern in der Leserunde gefallen hat, waren die Einschübe aus historischen Büchern der Fantasywelt, die einen Einblick in die Geschichte der Welt ermöglichen. Zu Beginn waren sie noch interessant, aber zum Ende hin hat sich meiner Meinung nach viel wiederholt. Im Gesamten muss ich zugeben, dass ich sehr viel bloß überflogen habe und es mir extrem schwerfiel, mich auf das Gelesen zu konzentrieren. Die Handlung birgt zwar ein paar spannungsvolle Momente, jedoch zögern sie sich immer und immer weiter hinaus, bis man fast schon genervt das Buch zur Seite legen möchte. Das beste Beispiel dafür ist das Ende. Es zieht sich über hundert Seiten hinweg und ist am Ende einfach nur unspektakulär und eine zu einfache Lösung für all die angedachten Konflikte. Zwar werden alle Fragen beantwortet und in sich die Geschichte rund abgeschlossen, doch hätte man wesentlich mehr herausholen können.

2 von 5 Sternen

Ein abschließendes Fazit zur Reihe:

Ich kann sie einerseits empfehlen und dann auch wieder nicht. Gerade die Sprache hat mir gut gefallen und auch das Konzept der Welt macht einen gutdurchdachten und interessanten Eindruck. Die Charaktere jedoch verlieren mit jedem Band an tiefe und ihre Entwicklung wirkt unrealistisch. Viel Potenzial wurde vergeudet, indem zu viele Dinge angerissen und letztlich nicht ausführlich genug weitergeführt wurden. Der Plot hat extreme Längen und spannungsvolle Momente werden so lange hinausgezögert, bis sich jede Spannung in Luft auflöst. In allem war die Reihe wirklich nicht schlecht, mir hat sie nur einfach nicht gefallen, weil ich stets mehr erwartet hatte, als die Autorin letztendlich dem Leser gegeben hat.

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