»Die Quellen von Malun – Blutsohn« – Daniela Winterfeld | Rezension

Und weiter geht es mit dem zweiten Band der Reihe »Die Quellen von Mulan«.

Spannende Fortsetzung, dennoch schwächer als Band I.


Bewertung: 3 von 5.

Allgemeines:

  • Lübbe Belletristik
  • Paperback
  • Fantasy
  • 655 Seiten
  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • ISBN: 978-3-404-20959-0
  • Ersterscheinung: 28.02.2020

Auf Ruann herrscht immer noch Krieg um die letzten Wasservorräte. Der Offizier Dorgen ist inzwischen zum Heerführer aufgestiegen. Er ist entsetzt, als ihm sein mächtiger Schwiegervater Walerius aufträgt, den letzten großen Wald abzubrennen, um die Feinde in die Knie zu zwingen. Aber kann Dorgen sich ihm widersetzen?
Währenddessen versuchen die geflohene Sklavin Alia und der desertierte Soldat Tailin, den Lauf der Dinge aufzuhalten. Beide begeben sich in Lebensgefahr, um ihre Welt vor dem Untergang zu bewahren. Doch der Herrscher Sapions verfügt über zerstörerische Magie – und ihre grausame Macht wurzelt längst schon tief in den Seelen der Menschen.


Wie auch dem ersten Band mangelt es dem nächsten Teil definitiv nicht an sprachlicher Gewandtheit; Szenerien werden in einer Fülle von Worten erfasst, die ein genaues Bild mit jeglicher Detailreiche erschaffen. Dennoch konnten mich die Charaktere im Folgeband nicht vollständig von sich überzeugen. Im Vergleich zum ersten Band nimmt die Geschichte auf jeden Fall an Pfad auf, zumindest bei ausgewählten Charakteren. Während sich für Alia und Feyra neue Herausforderungen ergeben, scheint sowohl bei Dorgen als auch bei Tailin die Handlung einen gewissen Schwebepunkt erreicht zu haben. Ihr Verhalten wiederholt sich und man kommt nicht wirklich weiter. Dadurch streckt sich die Geschichte auf ein Maße, das es schwer macht, am Ball zu bleiben. Viele spannungsvolle Diskrepanzen zögern sich auf einen kaum aushaltbaren Punkt hinaus, der oft überschritten wird. Mehr als einmal konnte ich mich nicht daran hindern, ganze Passagen zu überspringen.

Was ein wesentlicher Pluspunkt war und der Geschichte an mehr Dimensionalität geschenkt hat, waren die zusätzlichen Perspektiven, aus der man einen Blickwinkel einnehmen konnte. Das Charaktergefüge weist ein enormes Konstrukt aus und ermöglicht einen vielschichtigen Einblick sowohl in die Welt und ihre gesellschaftlichen Probleme als auch in persönliche Schicksale. So bekamen auch die »Bösewichte« eine Stimme, wodurch man gleich eine Nähe verspürte, die sie zu mehr als die Gegner auf der anderen Seite werden ließen. Ihre Erfahrungen, Handlungen und Empfindungen werden aufgeschlüsselt und mit Tiefe gefüllt. Generell kann ich nur immer wieder betonen, in welch unfassbarem Reichtum die Welt und ihre Protagonisten ausgearbeitet wurden.

Was mir jedoch gefehlt hat, war der letzte Funke, der mich auf emotionaler Ebene erreicht hätte. Zwar erleben die Charaktere allesamt Schicksalsschläge, doch konnte diese mich nicht sonderlich berühren. So bietet der Roman ein umfangreiches Worlbuilding, besondere Charaktere, doch am Ende konnte es nicht genug Emotionalität in mir als Leser anregen.

3 von 5 Sternen

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