»Vor meiner Zeit« – L. Ochrasy | Rezension

Für jeden, der auf Wattpad schreibt, ist die Veröffentlichung seines Manuskripts als wirklich greifbares Buch wohl ein Traum. Mit dem neuen Label von Piper geht dieser Traum von einigen vielleicht in naher Zukunft in Erfüllung. Mit dem Roman »Vor meiner Zeit« hat L. Ochrasy es bereits geschafft. An dieser Stelle muss ich vor allem der Agentur Mainwunder danken, die zu den ersten Büchern des Labels eine Kampagne gemacht haben, an der ich teilhaben darf. Vielen, vielen Dank für das Paket! Aber nun zum Buch…

»Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen – eher für jüngere Leser ansprechend«



Allgemeines:

  • € 13,00 [D]
  • Erschienen am 01.04.2021 
  • 240 Seiten, Klappenbroschur 
  • EAN 978-3-492-50480-5

»Adam lebt im Jahr 1942, Ida im Jahr 2016. Durch eine zufällige Entdeckung während ihres Studiums kann Ida in der Zeit zurückreisen. So lernt sie Adam kennen und lieben. Doch ihre Reisen zu ihm werden zunehmend gefährlich, denn um ihn herum tobt der zweite Weltkrieg. Ida ist bereit ihr Leben zu riskieren, um ihn zu retten. Ihr Weg führt sie dabei durch einen bitteren Winter voller Hunger und Krankheit. Doch sie gibt nicht auf, für die Liebe zu kämpfen.« 


Meine Meinung:

Bereits auf den ersten Seiten merkt man, in welchem Tempo die Geschichte von Ida erzählt werden wird. Der flüssige Schreibstil hat es leicht gemacht, die Seiten schnell zu lesen. Dennoch ist mir schnell aufgefallen, dass ich vermutlich einfach schon zu alt für Jugendromane bin. Mir fehlte es oft an glaubhaften Gefühlen. Die Dialoge klangen starr und unecht, wodurch ich oft die Augen verdrehen musste und nicht wirklich Spaß am Lesen hatte. Ida ist mit ihren sechszehn Jahren im einen Moment verantwortungsbewusst und reif für ihr Alter. In anderen Momenten hingegen scheint sie nicht wirklich nachzudenken und handelt unüberlegt und vorschnell.

Was mir gut gefallen hat, war der Spannungsbogen und wie der Plot aufgebaut wurde. Man erkennt deutlich, dass sich die Autorin mit einer guten Struktur auseinandergesetzt hat. So bietet der Roman spannungsvolle Augenblicke wie auch Zeiten der Reflexion. Durch die verschiedenen Figuren werden beide Seiten des Zeitreisens in Augenschein genommen und mit Argumenten auf erzählende Weise gefüllt. Dadurch erlebt man den Interessenkonflikt von Ida nicht nur mit, sondern kann sich selbst ein Bild von der Situation machen. Leider waren alle Charaktere aufgrund der wenigen Seiten zu wenig ausgebaut und wirkten blass und farblos. Zwar konnte man sie gut auseinanderhalten und einige herausstechende Merkmale wies jeder auf, doch war es nicht möglich eine richtige Verbindung zu irgendjemanden aufzubauen.

Zusammenfassend würde ich das Buch auf jeden Fall jüngeren Lesern empfehlen. Es werden wichtige und kritische Themen aufgegriffen und bietet genug Tiefe, um eine aufwühlende Geschichte entstehen zu lassen. Trotzdem hätten 100 bis 200 Seiten mehr dem Ganzen mehr Dimensionalität geben können, wodurch die Protagonisten greifbarer geworden wären und das Thema 2. Weltkrieg mehr Detail erlangt hätte.

2,5 bis 3 von 5 Sternen

1 Kommentar

  1. Jetzt, wo du es sagst, kann ich mir gut vorstellen, dass es schwer ist auf 240 Seiten eine solche Zeitreisegeschichte mit wirklichem Tiefgang zu schreiben. Aber die Idee klingt total spannend – vielleicht les ich es mal. LG, Tala

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