»Schwarze Wale« – Carolina Claus | Rezension

»Ein Sommermorgen. Ich laufe über die Wiese, so, wie wir es schon tausend Mal gemacht haben. Das Gras kniehoch, die Blüten verströmen einen lieblichen Duft. Die Sonne geht gerade auf. Es ist früh, leine Menschenseele hier. Ich setze mich schließlich auf eine Bank und lasse die Seele baumeln: Ich habe Hoffnung. So soll es bleiben.« 

Allgemeines

  • Schwarze Wale
  • Carolina Claus
  • MataBooks
  • zeitgenössische Literatur
  • 204 Seiten
  • ISBN 9783947681112

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!


Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes, der auf seine Art und Weise mit dem Leben und dem Tod ringt und dabei feststellen muss, dass es wohl nicht den einen, richtigen Weg gibt. Zwischen Einsamkeit und dem Verlangen nach Nähe und Zuneigung versucht er, mit sich und der ihn umgebenden Welt Frieden zu schließen.


Schwarze Wale ist ein beeindruckend tiefgründig und voller wichtiger Messages, die trotz der wenigen Seiten nicht zu kurz gekommen sind. Obwohl das Buch nur fast 200 Seiten umfasst, brauchte ich eine ganze Weile für das Beenden. Gerade der Anfang wirft vielerlei Fragen auf und alles ist zuerst ein wenig verwirrend. Über die Geschichte hinweg verfolgt man den Protagonisten, dessen Namen erst zum Ende genannt wird, in zwei Zeitspannen. Einmal in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Dadurch bekommt man einen weitreichenden Einblick in seinen Charakter. Besonders gut gefallen hat mir die Unverblümtheit, mit der sein Innenleben dargestellt wurde. Man begleitet in auf dem Tiefpunkt seines Lebens und obwohl man nur wenig über das »Davor« erfährt, scheint er dennoch nicht nur durch sein Schicksal ausgezeichnet zu sein.

Die Liebesgeschichte ist kein großer Teil des Ganzen und eher wie ein Windhauch, dessen Prise man jedes Mal mit einem Lächeln der Melanchonie willkommen heißt. Schon im Vorhinein weiß man, worauf es am Ende hinauslaufen wird. Das konnten die kurzen Anflüge der Sorglosigkeit jedoch nicht mindern und hat einen hoffnungsvollen Kontrast zu dem sonst eher trüben und bedrückenden Thema gegeben, das immerzu wie ein Nebelschleier wahrzunehmen war.

Der Schreibstil ist eigen, macht und denkt, was er will. Trotzdem ist es in einem Fluss lesbar und es gibt keine Stellen, über die man zu stolpern vermag. Die Anonymität der Protagonisten schafft eine gewisse Allgegenwärtigkeit, denn jeder aus jedermanns Leben könnte die Rolle der Figuren einnehmen. Es ist ein unschönes Thema, ein Lebensschicksal, über das man zwar in irgendeiner Weise etwas zu wissen gedenkt, doch ohne die persönlichen Erfahrungen ist es kaum richtig nachvollziehbar. Ich kann mir nicht vorstellen, welche ermüdenden und hoffnungslosen Augenblicke und Momente die Betroffenen jeden Tag erleben müssen. Doch hat mir die Geschichte einen Einblick gegeben, der definitiv zum Nachdenken anregt und einen nicht unbekümmert zurücklässt.

Abgesehen von dem doch sehr schwerlastenden Konflikt des Protagonisten hat das Buch gewisse Fragen über das Leben beantworten können und gezeigt, auf welche Dinge es ankommt. Trotz der bedrückenden Atmosphäre ist immer mal wieder ein Hoffnungsschimmer aufgeleuchtet.

Von mir gibt es eine große Empfehlung. Ich würde mir wirklich wünschen, dass solchen Büchern in der Schule mehr Raum gegeben wird. Denn Themen wie Einsamkeit und Hoffnungs- und Aussichtslosigkeit über die Zukunft sind definitiv Dinge, über die mehr gesprochen werden sollte.

Liebe Grüße!

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