»Im Herzen der Nacht« – Kristina Günak | Rezension

Nach langem hat mich mal wieder ein Buch vom Klappentext her von Mainwunder angesprochen. Erstens: Es handelt sich um einen Fantasyroman. Und Zweitens: Engel. Das reicht, um meine unstillbare Neugier auf allerlei Engelsgeschichten zu wecken und mir keine Ruhe zugeben. Auf meinem Instagram Account findet er in Form eines Reels ein Unpacking des Paketes. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Mainwunder für die Bloggerbox!

Allgemeines

  • Im Herzen der Nacht
  • Kristina Günak
  • Independently published (11. Januar 2021)
  • Fantasy: Paranormal Romance
  • 254 Seiten
  • ISBN: 979-8583389384

Er glaubte, nie wieder etwas empfinden zu können, bis er ihr begegnete … 

Venia ist eine Seelenleserin. Sie bannt den Schmerz der Menschen mit schrillen Farben auf Leinwand und hat sich in der Kunstszene einen Namen gemacht. Was sie tut, weckt allerdings auch das Interesse der Dämonen, und bald darauf bekommt sie von einem der mächtigsten Besuch. 

Der Engel Samuel verbirgt seine Flügel vor den Menschen, denn er hat den Himmel verlassen. Müde von seinem langen Leben hat er sich zurückgezogen und muss trotzdem zu einem letzten Auftrag aufbrechen. Denn die Geschicke der Welt stehen auf dem Spiel und Venia ist der Schlüssel für alles. Doch im Kampf gegen das Böse muss Sam feststellen, dass auch er vor menschlichen Gefühlen nicht gefeit ist. 

// Meine Meinung:

Ich fühle mich ein bisschen hin und hergerissen und weiß nicht recht, womit ich diese Rezension beginnen soll. Zu Beginn hatte ich keine großen Erwartungen und habe mich sehr auf die Engelsgeschichte gefreut, da ich bisher nie Fehlgriffe in dieser Nische des Fantasygenres gemacht habe.

Der Einstieg in die Geschichte ist recht schwer; man wird nahezu völlig unvorbereitet in eine Handlung hineingeschmissen, von der man vorne und hinten nichts zu verstehen scheint. Bis die unaufhörlichen Fragezeichen beantwortet werden, dauert es eine Weile und dann startet sofort der große Plottwist. Die Charaktere fanden sich relativ gut in dem Konstrukt zurecht – besser als ich. Die Unklarheiten bezüglich ihnen haben nicht unbedingt zum Weiterlesen angeregt, sondern – ganz im Gegenteil – die Sache sehr verkompliziert. Man wusste weder, wo man stand, noch was eigentlich abging. Vielleicht kommen manche Leser damit klar und sie mögen diese Art von vagen Andeutungen und Rätseln, aber mir persönlich war es einfach zu viel. Dadurch wurde die Geschichte unklar und verwaschen. Das Worldbuilding wird schnell eingeleitet und machte einen eher mäßig detaillierten Eindruck. An vielen Stellen hat es mir an konkreten, greifbaren Komponenten gefehlt und abschließend war es einfach »zu wenig«. Natürlich ist man auf 250 Seiten nur sehr begrenzt, aber gerade deswegen kann ich nur betonen, dass mindestens 100 bis 150 Seiten mehr der Geschichte sehr zugutegekommen wären.

Eine richtige gefühlsmäßige Beziehungen zu den Protagonisten aufzubauen, war kaum möglich. Für mich lag das daran, dass die Geschichte mittels einem Er-/Sie-Erzähler erzählt wird. Zwar gewinnt man einen Einblick in beide Sichtweisen, doch bleiben beide sehr weit entfernt. Meiner Meinung nach bietet sich diese Erzählweise eher für mehrteilige (Fantasy-)Serien an, die es ermöglichen über mehrere Bände den Charakteren näher zu kommen. Zum anderen war es sehr schwer überhaupt Sympathien zu irgendwelchen Charakteren zu entwicklen, da alle Protagonisten sehr blass und oberflächlich bleiben. Samuel etwas weniger als Venia, da man doch wesentlich mehr aus seiner Sicht liest. Ein weitere Kritikpunkt ist der Buchsatz. Mich hat es enorm gestört, dass die Perspektivwechsel nicht durch wenigstens einen Absatz gekennzeichnet wurden. So liest man eine Zeile und findet fließend im nächsten Satz die andere Sichtweise wieder. Das hat immer wieder dazu geführt, dass man kurzfristig aus dem Lesefluss herausgerissen wurde – nervig und extrem störend.

Im Grunde fand ich die Idee dahinter ganz gut, doch fehlte es in der Umsetzung gerade an detaillierten Erlebnissen, die es ermöglichen sowohl den Protagonisten als auch der fantastischen Welt näher zu kommen. So wurde alles lediglich retroperspektiv wiedergegeben und nichts wirklich nahbar.

Für mich war »Im Herzen der Nacht« eher enttäuschend und ich kann das Buch nicht unbedingt weiterempfehlen. Der Klappentext hatte doch mehr versprochen, als die wenigen Seiten übermitteln konnten. Ich denke aber, dass jeder, der etwas Schnelles für zwischendurch sucht, vielleicht mit diesem Buch fündig wird.

Ich hoffe, wir lesen uns bald wieder!

9.

Buch in 2021


»Vielversprechender Klappentext – leider aber eher enttäuschend.«


2/5

Sterne

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