«Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin« – Samantha Shannon | Rezension

Im englischen Booktube und Bookstagram Bereich ist »The Priory of the Orange Tree« eines der Bücher, von dem man immerzu überragende Meinungen hört. Gerade deswegen habe ich mich auf die deutsche Übersetzung sehr gefreut. Ein großes Dankeschön geht an das Bloggerportal und den Penhaligon-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Allgemeines:

  • Titel: Der Orden des Geheimen Baumes – Die Magierin
  • Autorin: Samantha Shannon
  • Verlag: Penhaligon
  • Genre: High Fantasy
  • ISBN: 978-3-7645-3239-0
  • Preis: 20,00€ (Hardcover)

Eine Welt voller Drachen, starker Frauenfiguren und politischer Intrigen – umwerfender Fantasy-Stoff grandios erzählt!

In ihrem epischen Fantasy-Roman „Der Orden des geheimen Baumes“ hebt Samantha Shannon das Genre auf die nächste Stufe. Mächtige Frauen lenken und beeinflussen das Schicksal ihrer Welt, ob als Königin, Magierin oder Drachenreiterin. Doch die Welt ist geteilt: Während im Westen alle Drachen als absolut böse verdammt werden, werden diese im Osten als göttergleiche Wesen verehrt. Trotz dieser gegensätzlichen Weltanschauungen müssen die Menschen des Ostens und des Westens zusammenarbeiten, als ein riesiger bösartiger Drache aus der Vergangenheit wieder aufersteht. Drei starke Frauen nehmen die Herausforderung an, die Bewohner beider Reiche zu vereinen, um die Menschheit zu retten … 
In diesen Momenten – wenn Glaubenssysteme kollidieren und eine detailreiche Welt entsteht – ist Samantha Shannon in Bestform.


Erschienen
21.09.2020


Eine wichtige Information, die ich bei der folgenden Rezension im Hinterkopf behalten werde: Dies ist nur der erste Band des Buches »The Priority of the Orange Tree«. Mit mehr als 1000 Seiten wurde die Übersetzung in zwei Teile aufgeteilt. Bei dem Umfang an Seiten kann ich das von Seiten des Verlages verstehen, dennoch empfinde ich es immer als ein wenig problematisch, wenn man ein Stand-Alone splittet. Meine Meinung bezieht sich im nachfolgenden nur auf den ersten Band der „Reihe“, allerdings – und das nehme ich schon einmal vorweg – werde ich den nächsten Band auch noch lesen.

»Wo auch immer ich bin«, antwortete Tané, »bin ich bei dir.« 

Schon auf den ersten Seiten war der Schreibstil von Samantha Shannon überaus faszinierend. Detailreiche Darstellungen geben der Welt einen großen Raum in der Geschichte. Es braucht ein wenig, bis man sich in den Schreibstil eingefunden hat und einige Vergleiche sind mir beim Lesen ins Auge gesprungen. Samantha Shannon hat die Essenz des Romans auf faszinierende Weise einfangen können. Zu Beginn fühlt man sich maßlos überfordert mit all den Namen, Orten und Gedankengängen der Protagonisten. Während die Einführung in die Welt überaus detailliert ausfällt, erscheinen die Charakter mehr als ein kleines Licht am Rande, dem man kaum folgen kann. Aufgrund der multiperspektivischen Erzählweise verfolgt man gleich mehr als zwei Protagonisten auf ihrem Wege. So schafft die Autorin einerseits eine Möglichkeit, die fantastische Welt in ihr Gänze zu erfassen, gleichzeitig fühlte ich mich von der Anzahl an Charaktere ein klein wenig überrannt, und wusste zu Beginn weder, wem ich am liebsten folgen wollte, noch was die einzelnen Protagonisten eigentlich ausmacht. Ihre Schicksale konnten mich nicht wirklich auf gefühlsmäßiger Ebene erreichen, da die Distanz zu ihnen kaum zu überbrücken schien. Erst mit 500 Seiten fand ich mich mit den Charakteren zurecht und erlebte einen Hauch von Spannung, der hoffentlich im nächsten Band noch weiter ausreift.

Geister waren die Stimmen, die die Toten zurückließen. Echos von Seelen, die zu früh gegangen waren.

Um die Grundidee ein wenig anzureißen, ohne zu viel vorwegzunehmen: Die von Samantha Shannon erschaffene Welt ist in den verschiedenen Himmelsrichtungen aufgeteilt. Wir verfolgen sowohl eine Protagonistin im Westen am Hofe der Königin, die allein durch die Kraft ihres Blutes und ihrem Bestehen die Welt vor dem sogenannten »Namenlosen Einen« beschützt. Doch die Gefahr durch die Drachen wächst und erhabene Westliche fallen zusehends über das Königreich her. Auf der anderen Seite ist der Osten abgespalten durch das Meer. Aber nicht nur geografisch, sondern auch Glaubensgrundsätze trennen die Menschen voneinander.

Gerade das Aufeinanderprallen von verschiedenen Glaubenssätzen spielt im Roman eine große Rolle. Länder spalten sich vom westlichen Glaube an die Tugenden ab und unterwerfen sich als Marionettenspieler dem Namenlosen Einen. Eine weitere sehr interessante Rolle nimmt der Orden des geheimen Baumes ein. Die Erkenntnisse, die man als Leser in Erfahrung bringt, fallen noch sehr spärlich aus. Gerade deswegen umgibt die Magierin, die man auf ihrem Weg am Hofe begleitet, einen Schleier, den man zu durchschauen versucht. Der Autorin gelingt es, die Konzentration des Lesers auf die kleinen Dinge zu lenken. Ein weitere großer Pluspunkt ist die Präsenz der Frauen: Wir verfolgen starke Charaktere, die unabhängig und nach ihren eigenen Glaubenssätzen und Wünschen handeln. Im direkten Vergleich nehmen die Männer eine eher belanglose Rolle ein. Diese Fokussetzung konnte mich sofort begeistern und hat die Geschichte gleich ansprechender gemacht.

Das Gefühl, als wären auch ihre eigenen Kümmernisse von ihren Schultern geweht wie die Samen von einer Pusteblume.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass die Geschichte für jeden etwas ist, der sich an einem detailreichen Worldbuilding erfreut. Mir war es vom Plot und den Charakteren etwas zu wenig. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Band und bin gespannt, wie der Roman enden wird und was sich aus den bereits angedeuteten Handlungssträngen ergibt. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

7.

Buch in 2021


»Ein Meisterwerk an Worldbuilding, doch vom Plot her etwas schwach.«


3,5/5

Sterne

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