#BookTalk – »The Places I’ve cried in Public«

Manchmal gibt es Bücher für die eine einfache und strukturierte Rezension in meinen Augen nicht ausreicht. Deswegen habe ich mir inspiriert von BookTube überlegt, für solche Geschichten ein anderes Format einzurichten. En Format, das mir Freiraum lässt und zugleich die Möglichkeit bietet, meine Gedanken zu ordnen.

Neben den Rezensionsexemplaren lese ich natürlich auch selbstgekaufte Bücher. Allerdings habe ich nur selten Lust und die Zeit, für diese eine ausführliche Rezension zu verfassen. Zu »The Places I’ve cried in Public« möchte ich aber gerne ein paar Worte loswerden. Schon seit einem halben Jahr stand das Buch auf meiner Want-to-read-List, allerdings empfand ich die Englische Sprache bis vor ein paar Wochen als ein zu großes Hindernis, dem ich nicht bereit war, entgegen zu treten. Ende Dezember habe ich »Radio Silence« von Alice Oseman gelesen und mir ist klargeworden, dass ich diese Barriere nicht überschreiten kann, wenn ich mich in meiner Komfortzone verstecke. Mir hat das Lesen unheimlich viel Spaß gemacht und ich war überrascht, dass ich keinerlei Verständnisprobleme hatte. Als ein Mensch, der oft viel zu streng mit sich selbst ist, empfand ich jedes Nachschlagen eines unbekannten Wortes als ein Zeichen des eigenen Versagens. Ich weiß, darüber kann man nur den Kopf schütteln, aber mir verging der Spaß daran, ein Wort zu missen, das vielleicht existentiell für die Handlungen sein könnte. Es ist eine Eigenschaft von mir, die mir im Schulalltag öfter im Weg steht und auch in allem anderen – der Wunsch danach, perfekt zu sein. Alles richtig zu machen. Manchmal – nein, sogar ziemlich oft, beinahe jeden Tag – damit umgehen zu müssen, macht einen müde und wütend und traurig. Aber ich möchte gar nicht genauer darauf eingehen, schließlich soll es in diesem Beitrag um das Buch gehen.

Mal ganz nebenbei: Lest alle »Radio Silence«! Ich liebe dieses Buch und lege es euch wirklich allen ans Herz. Es ist eine unfassbare Young Adult Story mit Tiefsinn und gleichermaßen Humor. Die behandelten Themen könnten in meinem Alter nicht aktueller und verständnisvoller sein. Es vermittelt einem das Gefühl, nicht allein zu sein, mit den Ängsten und Gedanken über die Zukunft.

Aber jetzt zurück zu »The Places I’ve cried in Public«: Dass dies eine herzzerreißende Geschichte ist, sagen bereits die Worte auf der ersten Seite und des Klappentextes:

It looked like love. It felt like love. But this isn’t a lovestory.

Mir sind diese drei Sätze ins Gedächtnis gebrannt worden und sie jetzt niederschreiben zu können, ohne den genauen Wortlaut nachgucken zu müssen, ist mir bisher bei keinem Buch in der Form passiert. Bevor ihr jetzt denkt, ich werde euch in den nächsten Zeilen damit zubombardieren, wie sehr ich dieses Buch liebe – nein. Ich hasse es. Ich wollte es an die Wand werfen, es zerreißen – weil es verdammt schmerzhaft war.

Um zu erklären, weshalb ich dieses Buch hasse und euch gleichermaßen nicht wenige ans Herz legen kann, ist genauso schwer, wie den Inhalt des Romans mit Worten zum Ausdruck zu bringen. Auch jetzt im Nachhinein fühle ich immer noch einen Hauch von Schmerz, wenn ich an die Geschehnisse denke, wenn ich mich daran erinnere, was die Protagonisten durchleiden musste. So oft hatte ich den Wunsch, in die Geschichte hineinzugreifen und Amelie zu helfen.

Zu Beginn fühlten sich die Rückblicke in die Vergangenheit an, wie der Beginn einer normalen Jugendgeschichte, die einem das Herz erwärmt. Doch werfen die Gedanken aus der Gegenwart ein ganz anderes Licht auf die Beziehung der Protagonisten. Dadurch achtet man auf die Kleinigkeiten und ich verlor das Gefühl zusehends, die Geschichte zu genießen. Mit jeder Seite, jeder Zeile, jedem Wort wächst die innere Anspannung auf ein Maß, dass es mir extrem schwer gemacht hat, mehr als ein Kapitel am Stück zu lesen. Der ausgewählte Aufbau der Geschichte von Seiten der Autorin hätte in meinen Augen nicht passender sein können. Man erlebt mit, wie sich Amelie verändert, was sie alles durchleiden muss, und wie sie aus den Erfahrungen herausgeht. Ich möchte wirklich gerne mehr dazu sagen, doch ist es mir wichtig, nicht zu viel vorwegzunehmen, da ich genauso blindäugig an den Roman herangegangen bin.

Hier einmal der Klappentext:

Amelie loved Reese. And she thought he loved her. But she’s starting to realise love isn’t supposed to hurt like this. So now she’s retracing their story and untangling what happened by revisiting all the places he made her cry. 

Because if she works out what went wrong, perhaps she can finally learn to get over him.

Die am Anfang gegebene Triggerwarnung sollte nicht unbeachtet bleiben. Es werden Themen wie toxic relationship, sexual assult, emotional abuse und weiteres aufgegriffen. Ob man sich diesen Dingen stellen möchte, muss jeder für sich selbst wissen.

2.

Buch in 2021


»Eine Geschichte voller Schmerz und der Sehnsucht nach Heilung«


5/5

Sterne

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