»Im Zeichen der Mohnblume – Die Kaiserin« | Rezension

Anfang des Jahres bin ich auf den ersten Teil der Reihe gestoßen und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Das Warten bis November verging schneller als gedacht und vor einigen Tagen habe ich endlich mit dem zweiten Band weitermachen können.

Titel: Im Zeichen der Mohnblume – Die Kaiserin

Autorin: R. F. Kuang

Verlag: Blanvalet

Genre: High Fantasy

ISBN: 978-3-7341-6231-2

Preis: 16,00€ (Paperback)

| Rezensionsexemplar


Der Kampf ist vorbei. Doch der Krieg hat gerade erst begonnen … Der 2. Band der epischen Fantasy-Saga in einer Welt voller Kampfkunst, Götter und uralter Magie.

Rin ist auf der Flucht. Noch immer verfolgen sie die Gräueltaten, die sie begangen hat, um ihr Volk zu retten. Sie ist dem Opium verfallen und folgt auf Gedeih und Verderb den tödlichen Befehlen von Phoenix, dem erbarmungslosen Gott, der Rin ihre beängstigende Kraft verliehen hat. Rins einziger Grund weiterzuleben, ist der Wunsch nach Rache an der verräterischen Kaiserin, die ihre Heimat Nikan an ihre Feinde ausgeliefert hat. Rin hat keine andere Wahl, als sich mit dem mächtigen Drachenkriegsherrn zu verbünden. Dieser plant Nikan zu erobern, die Kaiserin zu stürzen und eine neue Republik zu gründen. Rin schließt sich seinem Krieg an. Denn schließlich ist kämpfen das, was sie am besten kann … 


Bereits der erste Band konnte mich auf eine Art und Weise überzeugen und fesseln, die ich mir niemals von High Fantasy Romanen erhofft habe. Für mich galt früher immer die Annahme, dass eine Geschichte nicht ohne Liebe auskommt, aber der erste Teil der Reihe hat mir gezeigt, dass es in der Literatur noch so viel mehr gibt. Dass es auf das Worldbuilding ankommt, die Charaktere, die Handlung. Liebe ist ein so kleiner Teil des großen Ganzen.

Nachdem das Lesen allerdings schon viele Monate zurücklag, fiel mir das Eintauchen in die Geschichte zu den Anfängen sehr schwer. Rin hat sich zu einer Protagonisten entwickelt, die mir auf die Nerven ging. Sie schlug wild um sich, hört auf niemanden, befindet sich in einem emotionalen Loch. Da ich mit den Geschehnissen aus dem ersten Band auf gefühlsmäßiger Ebene längst abgeschlossen hatte, konnte ich ihren Schmerz und ihre Wut nicht mehr recht nachvollziehen. Sie erschien mir zu weit entfernt. Rin gibt sich der Opiumsucht vollständig hin und das mitanzusehen, hat mich sie zuerst verabscheuen lassen. Sie hat sich den einfachen Weg ausgesucht, anstatt zu kämpfen.

Nach 200 Seiten ist es mir endlich wieder gelungen, die Handlung mit großen Augen zu verfolgen. Die Autorin schafft es auf völlig unvorhersehbare Art Wendepunkte in die Geschichte hineinzubauen und man wird immerzu überrascht. Genau das hat es einfach gemacht, die fast 800 Seiten genießen zu können, ohne dass es wirklich langweilig wurde. Die Charaktere fanden wieder ihren Platz in meinem Gedächtnis und schneller als mir lieb war, konnte ich ein neues Paar shippen. Rins Entwicklung mitzuerleben und zu verfolgen, hat mich von Anfang an begeistert. Sie hat sich meine Empathie zurückgewonnen und ist an den Geschehnissen maßgeblich gewachsen. Ein wenig war sie wieder wie zu Beginn des ersten Bandes – nur sehr viel stärker.

Gerade das Worldbuilding konnte mich von Grund auf in den Bann ziehen. Die detailreiche Ausarbeitung ist phänomenal und ich liebe die Grundidee, die dahintersteckt. Auch die Einbindung der taktischen Überlegungen und die Illustration des Krieges waren ebenso faszinierend wie auch sprachlos stimmend. Es strahlt zum einen die Rationalität der Kriegsführer als auch das Leid und die Angst der Bewohner aus jeder Zeile. In Verbindung mit den magischen Elementen ergibt sich eine unglaubliche Geschichte, die mich manchmal fassungslos zurückgelassen hat.

Letztendlich hat mir jedoch eine Kleinigkeit gefehlt, die dafür gesorgt hätte, dass der Funken vollkommen zu mir überspringt. Ein Jahreshighlight ist es leider nicht geworden, dennoch gibt es von mir eine große Empfehlung.

Bewertung: 4.5 von 5.

66.

Buch des Jahres 2020


»Spannende Highfantasy mit unvorhersehbaren Wendungen in einem unglaublichen Setting – große Empfehlung«


4,5/5

Sterne

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