»Fall of Legend« – Meghan March | Rezension

Das neue Jahr ist angebrochen und was gibt es besseres, als schon mit dem ersten Buch einen Griff ins Klo gemacht zu haben… Nein, Spaß bei Seite. Ich hoffe einfach mal, dass ich das nicht als schlechtes Zeichen verstehen muss und mein diesjähriges Lesejahr besser ausfallen wird, als mir dieses Buch angekündigt hat. Ich bin ein wenig traurig darüber und hatte von dem ersten Band der Reihe wesentlich mehr erwartet – aber schonmal vorweg: Nein, ich denke nicht, dass ich die Reihe weiterlesen werde.

Rezension beinhaltet Spoiler!


Titel: Fall of Legend

Autorin: Meghan March

Verlag: LYX

Genre: Zeitgenössischer Liebesroman, Erotik

ISBN: 978-3-7363-1436-8

Preis: 12,90€

| Rezensionsexemplar


Klappentext:

Sie sollten sich nicht begegnen – Ihr Welten sollten nie aufeinandertreffen

Gabriel Legend und Scarlett Priest stammen aus zwei völlig verschiedenen Welten. Als Erbin einer der angesehensten Familien von New York wurde Scarlett von klein auf alles in den Schoß gelegt, was Legend sich sein Leben lang hart erkämpfen musste. Sie ist alles, was er verabscheut – und doch die Einzige, die jetzt Legends Imperium retten kann. Ein Business-Deal, mehr ist da nicht zwischen ihnen. Bis ein einziger Kuss ihre Welten erschüttert und alles in Gefahr bringt, was sie sich aufgebaut haben …

»Dieses Buch hat alles, was ich mir von einer großen Liebesgeschichte wünsche! Meghan March hat mich mal wieder in ihren Bann geschlagen und mir mit jeder Seite den Atem geraubt!« ONCE UPON A BOOKBLOG
Auftaktband der verboten-heißen LEGEND-Trilogie von NEW-YORK-TIMES-Bestseller-Autorin Meghan March


Um mein Leseerlebnis mit einem Wort zusammenzufassen: Es war CRINGE! Noch kein anderes Buch hat bei mir in so einer Form den Drang hervorgerufen, mich unaufhörlich schütteln zu wollen. Bereits der Anfang erweckte für mich einen eher fragwürdigen Eindruck: Wir befinden uns bei unserer Protagonistin Scarlett, die entführt wurde. Nachdem sie sich aus einem Teppich befreien konnte, steht sie unserem zweiten Hauptprotagonisten gegenüber und was natürlich wirkt ihr Entführer direkt faszinierend und anziehend auf sie. Die gefährliche selbstverständlich… Ja, ihr liegt richtig, er ist wahnsinnig faszinierend, strahlt pure Macht und Gefahr aus und Scarletts Höschen wird natürlich feucht. So wie in jedem verdammten Erotik Roman. Aber hey, Klischees sind nicht unbedingt schlecht – ich mag Klischees. Gabriel steht kurz vor dem finanziellen Brankrott und damit auch davor, seinen Nachtclub zu verlieren. Die berühmte Scarlett Priest als letzter Ausweg soll mittels ihrer Internetpräsenz und ihrem guten Image wieder Kundschaft in seinen Laden bringen. Auf de, ersten Blick klingt das interessant und ich war gespannt auf das, was folgen wird. Die Protagonisten fühlen sich gleich von Anfang an zueinander hingezogen und sind voneinander fasziniert, was für mich völlig ohne Begründung im Raum steht. Die Gefühle auf beiden Seiten waren für mich in keiner Weise nachvollziehbar und wirkten eher fehl am Platz.

Danach folgen knapp zweihundert Seiten, auf denen man beide Charaktere besser kennenlernt, ein Gefühl für sie bekommt – wie sie denken, was sie ausmacht, was sie erlebt haben. Die Autorin bedient sich dabei beider Perspektiven, wodurch man einen guten Einblick bekommt. Gerade das fand ich gut umgesetzt. Allerdings – und jetzt kommt ein weiterer großer Kritikpunkt – erzählt die Autorin unglaublich viel. Die Anmerkung »Show, don’t tell« ist mir immer wieder in Gedanken gekommen. Sie geht sehr viel auf die Gedankengänge ein und in Konversationen bzw. Dialogen macht es das extrem schwierig, dem Gespräch zu folgen, ohne den Faden zu verlieren. Irgendwann habe ich leider angefangen die Absätze ganz zu überspringen, weil es lediglich die Wiederholung von immer gleichen Gefühlen war. Wenn man die inhaltlichen Wiederholung rausstreichen würde, wäre von dem Buch wahrscheinlich nur noch die Hälfte, höchstens zwei Drittel über. Darüberhinaus bedient sie sich der »inneren Stimme«. Und damit komme ich leider gar nicht klar. In meinen Augen entsteht dadurch ein doch sehr gekünstelter Eindruck und es wirkt unfassbar unecht und überzogen.

Die Charaktere waren an sich gut zusammengestellt. Natürlich sollte man nichts wahnsinnig Tiefgründiges erwarten, aber bei so wenigen Seiten ist es schwer, die Protagonisten in ihrem ganzen Licht einzufangen. Und im Hinterkopf: Es folgen noch zwei Bände. Mit Scarlett war ich nicht wirklich auf einer Wellenlänge. Als selbstständige Unternehmerin ist sie auf der einen Seite unglaublich tough und stark und besitzt Mumm, aber auf der anderen Seite lässt sie sich von ihrem Freund dermaßen unterbuttern. Er bestimmt über ihren Kopf hinweg und ist eigentlich nur an Sex interessiert. Der Konflikt um die Beziehung herum ist noch wesentlich größer als das. Deswegen bezeichne ich sie kurz und knapp als “ungesund“ und “problematisch“. Nach einem einleuchtenden Moment trennt sich die Protagonistin von ihm und Gabriel erscheint auf der Bildfläche. Schon davor löst allein die Vorstellung von Gabriel Legend bei Scarlett eine enorme sexuelle Begierde aus. Für mich ging das definitiv schon zu weit, da die beiden sich nicht wirklich kannten – dadurch erweckte nicht nur Scarlett als Figur, sondern die ganze Geschichte einen eher oberflächlichen Eindruck.

Nach zweihundert Seiten folgt endlich das zweite Aufeinandertreffen und natürlich sprudelt es nur so an Lust und Begierde und Hitze – auch hier viel zu viel in meinen Augen, da man es nicht richtig nachvollziehen konnte. Gabriels Freunde bemerken, dass Scarlett etwas Besonders für ihn zu sein scheint, weil – ich zitiere – »er […] ein persönliches Interesse an [unser lieben] Ms Priest entwickelt zu haben [scheint]« (S.226). Und Scarlett hat natürlich auch ein »persönliches Interesse an ihm entwickelt«(S.226). Diese Unterhaltung wirkte extrem unecht und die Wortwahl empfand ich als absolut unpassend. Vielleicht lag es an der Übersetzung, ich weiß es nicht.

Gabriels bester Freund erinnert ihn danach bei jedem Gespräch daran, dass Scarlett nicht in seiner Liga spielt. Auch findet sich eine Wiederholung, die man irgendwann wirklich nicht mehr lesen wollte. Auch die Freundinnen von Scarlett machten einen überaus oberflächlichen Eindruck und gerade Monroe… Viele Dialoge und Handlungen waren für mich nicht wirklich nachvollziehbar und hatten einen sehr bitteren Beigeschmack. Scarlett wirkte dadurch gerade in zwischenmenschlichen Beziehungen in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis. Sie lässt Dinge mit sich machen, die man nicht tolerieren sollte. Nach dem Abend in Gabriels Club treffen sich die beiden Verliebten. Beim Date hatte ich das Gefühl, dass ich plötzlich zwei ganz andere Charaktere verfolge.

Viele Dinge waren einfach nicht nachvollziehbar, wirkten sehr gestellt und ohne jegliche Tiefe. Besonders die stetigen Wiederholungen von immer gleichen Aussagen haben im Lesefluss enorm gestört und die Geschichte sehr eintönig gemacht. Von mir gibt es ein »Nein«. Ich kann die Reihe nicht weiterempfehlen und rate euch vor dem Kauf dringend dazu, die Leseprobe zu lesen. Vielleicht ist es etwas für euch, vielleicht auch nicht.

Bewertung: 1.5 von 5.

1.

Buch des Jahres 2021


»Leere Gefühle, stetige Wiederholungen und unausgeschöpftes Potenzial im 0815 Erotik Muster«


1,5/5

Sterne

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s