Silver Crown – Julie Johnson | Rezension

Wieso ich gleich nach dem Klappentext so furchtbar angetan von diesem Buch war? Keine Ahnung. Und auch nach dem Lesen kann ich immer noch nicht sagen, weshalb ich die Geschichte einerseits verschlungen habe und andererseits nur noch kopfschüttelnd dasaß .

In meinen ganzen bisherigen Leben gibt es eine Sache, die ich mir niemals erträumt habe. Und das war ganz klar, dass ich niemals die Prinzessin sein wollte, die von ihrem Prinzen auf einem weißen Pferd gerettet wird. Okay, vielleicht hätte ich das Pferd genommen, mittlerweile auch den Prinzen, aber die Krone könnt ihr behalten. Da bin ich mir absolut sicher. Wieso ich also plötzlich den Drang verspürt habe, dieses Buch lesen zu wollen? Keinen Schimmer. Und soll ich etwas sagen? Dieser Roman war nicht gerade eine Meisterleistung und doch hatte es auf merkwürdige Weise einen so hohen Suchtfaktor, dass ich es innerhalb eines Tages beendet habe… Obwohl ich zu dem Zeitpunkt eigentlich hätte lernen müssen.

// Allgemeines:

Titel: Silver Crown (Forbidden Royals #1) 

Autorinnen: Julie Johnson 

Verlag: Lyx 

Genre: New, Young Adult  

ISBN: 978-3-7363-1303-3

Seitenanzahl: 229

Preis: 14,90€

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar, Netgalley!

Klappentext:

Sie ist das dunkle Geheimnis der königlichen Familie 
Emilia Lancaster führt ein vollkommen normales Leben. Doch als ein Schicksalsschlag die Thronfolge des Landes ändert und ihr Vater zum König gekrönt werden soll, findet sich Emilia als seine illegitime Tochter plötzlich in der Rolle der Kronprinzessin wieder. Ihr neues Leben im Palast könnte der Anfang eines Märchens sein. Aber Emilia merkt schnell, dass sie von Intrigen und Machtspielen umgeben ist – und von Menschen, die alles andere als begeistert von ihrem unerwartetem Aufstieg sind. Ganz besonders Carter Thorne, der Sohn ihrer Stiefmutter, scheint ihre bloße Anwesenheit als Provokation zu empfinden. Anders kann sich Emilia seine düsteren Blicke nicht erklären, die trotz allem ihr Herz höher schlagen lassen…



// Kurzmeinung:

„Eine fesselnde Royalgeschichte voller Intrigen, jede Menge Gefühlschaos und mit humorvollen Schreibstil“

— bookdragoon

// Meine Meinung:

Silver Crown hat mich spätestens nach den ersten Seiten nicht mehr losgelassen. Schon schnell erschien mir der humorvolle Schreibstil als ein wundervoller Erzählstil, der die Geschichte auf amüsante Weise und doch mit der nötigen Poesie mittels sprachlicher Bilder zum Leben erweckte. Auch im Verlauf der Geschichte hat mich so einiger Satz zum Lachen gebracht. Es war sehr schnell und leicht zu lesen und einige Sätze musste ich mir sogar markieren.

„Ich bin keine Prinzessin. Ich bin eine Schachfigur.“ – S.215

Die Aufteilung der Charaktere erinnert mich sehr stark an Cinderella. Es gibt natürlich die böse Stiefmutter und auch die Rolle der „Guten Fee“ ist vergeben. Allerdings an eine eher untypische junge Frau. Irgendwie hat mich das die Geschichte gleich mehr mögen lassen, weil das klischeehafte Konstrukt in Verbindung mit der heutigen Moderne sehr gut umgesetzt wurde. Die Handlung birgt viele interessante Wendung, ist stets spannend und lässt einen kaum das Buch aus der Hand legen. Obwohl es nicht viele Seiten sind, hatte ich nie das Gefühl, dass es mir zu schnell gehen würde. Ein weiterer für mich riesiger Pluspunkt ist die Stiefbruder-Liebesgeschichte. Viele mögen es nicht, aber für mich zählt es zu meinen Lieblingsideen im New bzw. Young Adult. Ich glaube, man mag es oder eben nicht und für mich hat es immer einen kleinen nostalgischen Beigeschmack. Es erinnert mich an viele Lesestunden auf Wattpad und meine ersten Schreibversuche…

Neben unserer Hauptprotagonistin Emilia, die mir im Grunde doch sympathisch war, haben mir auch die Nebencharaktere gut gefallen. Zwar fehlt etwas die Tiefe, aber da es ins Gesamt eine eher leichte Geschichte ist, hat mir das nicht unbedingt an Lesespaß geraubt. Natürlich hätten die Charaktere etwas mehr ausgearbeitet sein und die Handlung auch wesentlich mehr unvorhersehbare Wendungen bieten können, aber dennoch wird man von dem Roman einfach nur mitgerissen und gerät in einen Sog, von dem man sich kaum lösen kann. In manchen Momenten kamen mir die Protagonisten jedoch alle zu jung für ihr Alter vor. Beispielsweise ist ihr Vater schon über siebzig. Ich hatte eher den Eindruck, dass es sich um einen Fünfzigjährigen handelt. Auch Emilia und Carter schienen mir wie High School Schüler, die gerade ihren Abschluss gemacht haben und nicht wie Anfang Zwanzig. Zu dieser Wahrnehmung hat vor allem Emilias jugendhafte Denkweise beigetragen und in manchen Momenten auch ihre Naivität. Manchmal wollte ich meinen Kindle am liebsten gegen die Wand schmeißen oder konnte gar nicht mehr mit dem Kopfschütteln aufhören. Weitergelesen habe ich trotzdem – weil es einfach unfassbar süchtig gemacht hat.

„Grenzenlose Macht verdirbt ein reines Herz mit sehr viel größerer Wahrscheinlichkeit, als sie ein dunkles heilen wird.“ – S.109

Die Liebesgeschichte war ein ewiges Auf und Ab und … ich habe es einfach genossen. Natürlich gab es Augenblicke, in denen ich die beiden am liebsten kräftig geschüttelt hätte, aber dieses Mitfiebern und Mitfühlen hat mir unheimlich viel Spaß bereitet.

Kann ich den Roman also weiterempfehlen? Ja, ich denke schon. Es ist eine interessante Geschichte für Zwischendurch, an die man jedoch unvoreingenommen herangehen sollte. Obwohl ich mich oft aufgeregt habe, hat es doch Spaß gemacht und ich bin gespannt auf den nächsten Teil.

3,5 von 4 Sternen

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