After this Summer – Gegen alle Vernunft | Rezensionsexemplar

Starkes Setting, aber oberflächliche, unsympathische Charaktere, die das Lesevergnügen zum Horror gemacht haben.

Allgemeines:

Titel: After this Summer – Gegen alle Vernunft

Autorin: Elodie Parron

Verlag: Digital Publishers

Genre: New Adult/ Erotik 

Preis: 4,99€ (Ebook)


Klappentext:

Das grösste Glück. Der grösste Schmerz. Die grösste Liebe. 
Ein erotischer Liebesroman vor der traumhaften Kulisse Südfrankreichs 

Celeste Marshall kann ihr Unglück kaum fassen, als sie von ihrem reichen Vater ins südfranzösische Landhaus geschickt wird anstatt den Sommer mit ihm in New York zu verbringen. Als ob das nicht schon schlimm genug ist, wird sie dort von dem wortkargen, rauen Handwerker, der für ihren Vater arbeitet, beaufsichtigt. Yoann Pinot – unverschämt attraktiv, arrogant und unausstehlich – verweigert ihr die Bewunderung, die sie als verwöhnte Tochter aus reicher Familie von ihren Mitmenschen erwartet. Schnell wird ihr klar, dass sie Yoann nicht wie alle anderen so einfach um den Finger wickeln kann. Und selbst Jahre später, zurück in London und eine gescheiterte Ehe weiter, lässt sie der Sommer in Farouse – und vor allem Yoann – nicht los …

Meine Meinung:

Es gibt im New Adult Genre viele Bücher, die mich emotional mitreißen konnten. Doch es gibt auch welche, die trotz eines wunderschön gewählten Settings ihre Schwächen nicht ausgleichen konnten und „After this Summer“ ist ein solches Buch.

Zu Beginn habe ich sehr schnell in den Schreibstil hineingefunden. Er ist einfach gehalten, bringt die Geschichte schnell voran. Dadurch verliert sich jedoch oft das Detail in den Szenen, die Empfindungen werden nur schemenhaft vermittelt und bleiben auf halber Strecke in der Luft hängen. Aufgrund dessen fehlte mir vor allem die emotionale Bindung zu den Charakteren.

Erzählt wird die Geschichte mittels zwei Zeitsträngen. So begleitet man Celeste einerseits während ihres Urlaubs in Frankreich und andererseits Jahre später als Erwachsene. Die wechselnden Zeitsprünge haben mir sehr gut gefallen: Die Autorin fand immer einen Weg die Vergangenheit mit der Gegenwart in Verbindung zu bringen, wodurch der Übergang fließend ausgefallen ist.

Die Probleme fingen jedoch bereits mit Celeste als Charakter an: Ihre verwöhnte Art spürt man in jeder ihrer Gedanken, in jedem Satz und vor allem in der Weise, wie sie mit Yoan umgeht. Es machte mich so wütend, wie sie sich für etwas Besseres hält, wie sie ihre Stellung als Tochter ausnutzt und in jeder Sekunde auf arrogante Weise ihre Erhabenheit präsentiert. Sie merkt nicht einmal, wenn sie sich im Unrecht befindet, kann keine Fehler zugeben und macht andere runter, um sich besser zu fühlen. Zu Beginn strahlte sie damit eine Rolle aus, die passte, die die Geschichte interessant machte. Aber die Entwicklung des Charakters fiel entgegen meiner Hoffnung eher gering aus. Viele Entscheidungen waren für mich nicht nachvollziehbar und absolut unreif. Sie verhält sich in der Gegenwart immer noch wie ein Teenager, handelt aus dem Effekt heraus völlig irrational und unüberlegt. Um es mit einem Wort zusammenzufassen: sie war mich sehr unsympathisch.

Yoan hingegen gefiel mir im Grunde schon, ich mochte seine störrische, widerwillige und starrköpfige verschlossene Art. Dadurch wirkte er sehr geheimnisvoll und interessant. Dennoch waren seine Bewegründe zu oberflächlich. Wie auch Celeste fehlt im die nötige Tiefe, um ein genaues Bild vor Augen zu erschaffen. Ebenso erhielten auch die Nebencharaktere zu wenig Aussagekraft und wirkten am Rande wie stille Schatten, die für einen kurzen Moment eine dunklere Farbe zugestanden wird, wenn sie auf der Bildfläche erschienen.

Die Storyline war nicht unbedingt unvorhersehbar und verhielt sich wie ein typischer, klischeebeladener New Adult Roman, in dem es im Grunde nur um das eine ging. Die Gefühle blieben auf der Strecke und die Anziehung der beiden Protagonisten zueinander erschien mir nicht nachempfindbar. Stattdessen war sie plötzlich von der einen auf die andere Sekunde da. Dadurch entwickelte sich ein unechter, realitätsferner Nebel, der die ganze Zeit über die Geschichte umgab und das Lesevergnügen nicht unbedingt unterstützte.

„After this Summer“ war für mich nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte. Das Potenzial war vorhanden, wurde jedoch mit zu vielen Fehlentscheidungen im Keim erstickt. Mir fehlte der Spaß beim Lesen, wodurch ich mich sehr durchquälen musste. Es ist wirklich schade, weil das Setting und die Grundidee doch vielversprechend sind und Charakter haben.

2 von 5 Sternen

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