Cyber Trips | Rezensionsexemplar

Mitreißende SciFi mit besonderen Charakteren – ein gelungener Folgeband der Neon Birds Trilogie

Allgemeines:

Titel: Cyber Trips

Autorin: Marie Graßhoff

Verlag: Bastei Lübbe

Genre: Science Fiction

Seitenanzahl: 448

ISBN: 978-3-404-20967-5

Preis: 15,00€

Klappentext:

Im Jahr 2101 hat die Menschheit nach erbitterten Kämpfen gegen die künstliche Intelligenz KAMI einen herben Rückschlag erlitten. Millionen wurden von ihrem technologischen Virus infiziert und verloren jeglichen eigenen Willen. Während auf der ganzen Welt nach einem Heilmittel geforscht wird, versucht die Kämpferin Andra hingegen Kontakt mit KAMI aufzunehmen – überzeugt davon, dass das Programm eine Persönlichkeit entwickelt hat … 

Meine Meinung:

Cyber Trips hat mir all das gegeben, was ich mir vom ersten Band erhofft hatte: spannungsgeladene, mitreißende Handlungsstränge, die es unmöglich gemacht haben, das Buch aus der Hand zu legen.

Nachdem der erste Band mit einem Szenario endete, welches einem im wahrsten Sinne des Wortes den Atem geraubt hatte, ging es mit der gleichen elektrisierenden Spannung weiter. Es kribbelte mir in den Fingern: Fragen um Fragen überschlugen sich in meinem Kopf, forderten nach Antworten. Die Ungewissheit über den Fortgang der Geschichte drängte mich dazu, das Buch weiterzulesen. Nach einem Kapitel aufzuhören war wie mitten in einem fesselnden Film die Stopptaste zu drücken.

Den Charakteren war ich dieses Mal schon um vielen Längen näher: Man entwickelt ein Gefühl dafür, was sie denken könnten, wie sie handeln wollen und findet eine direkte Verbindung zu ihnen, sodass ihr Schicksal sich ebenso wie das eigene anfühlte. Auch hier war ich Okijen und Andra mal wieder verfallen. Diese beiden Charaktere sind für mich einfach das Nonplusultra und ich liebe sie zusammen. Ein bisschen hatte ich mir gewünscht, dass Andra mehr zu ihrer Stärke findet. Sie ist eine Jägerin und doch kam es mir oft so vor, als verstecke sie sich in ihrer Unsicherheit hinter Okijen.

Zu Flover und Luke fand ich in diesem Teil besonders. Während im ersten Band der Trilogie doch Okijen und Andra mein Herz in der Hand hatten, haben sich nun auch Flover und Luke ein Stück vom Kuchen erkämpft.

Der Handlungsverlauf hat mich mitdenken lassen, Fragen und Vermutung wanderten während des Lesens in meinem Kopf umher, und doch hatte sich keine meiner Theorien verwirklicht. Unvorhergesehene Dinge rissen mich immer tiefer in das Geschehen hinein und so vergaß ich oft, was um mich herum überhaupt geschah.

Eine entscheiden Sache hat mich jedoch auch in der Fortsetzung gestört: der Schreibstil. Immer wieder wurde ich durch Wortwiederholungen aus meinem Lesefluss gerissen. Auch Füllwörter hätten an manchen Stellen weggelassen werden können, um ein sprachlich gesehen runderes Bild zu erschaffen. Die Kapitel aus KAMIs Sicht hingegen konnten mich auf sprachlicher Ebene völlig umwerfen. Die philosophisch angehauchten Passagen haben es wirklich in sich und verleihen der Figur einen ganz eigenen Charakter.

Trotzdem kann ich Cyber Trips voller Freude weiterempfehlen und warte nun sehnsüchtig auf den finalen Teil.

4,5 von 5 Sternen

Über die Autorin:

Marie Graßhoff, geboren 1990 in Halberstadt im Harz, studierte in Mainz Buchwissenschaft und Linguistik. Anschließend arbeitete sie einige Jahre als Social-Media-Managerin bei einer großen Agentur. Mittlerweile ist sie als freiberufliche Autorin und Grafikdesignerin tätig und lebt in Leipzig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s