Nur einen Herzschlag entfernt | Rezensionsexemplar

Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zum ersten Mal „Ich liebe dich“ gesagt hatten, denn zu dem Zeitpunkt, als wir es aussprachen, hatten wir es schon seit Jahren gefühlt. Es war so natürlich, als würden wir sagen „Bis später“.

Allgemeines:

Titel: Nur einen Herzschlag entfernt
Autorin: Renée Carlino
ISBN: 978-3-7325-8637-0
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: New Adult
Seitenanzahl: 317
Preis: 12,90€

Link zum Buch

Klappentext:

Als der Debutroman des mysteriösen Autors J. Colby zur literarischen Sensation des Jahres wird, ist die junge Unidozentin Emiline neugierig, was hinter dem Hype steckt. 
Doch dann entdeckt sie, dass das Buch ihre eigene unglückliche Kindheit erzählt. Was bedeutet, Jackson muss Jase sein, ihr einst bester Freund und erste große Liebe, den sie seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Zutiefst verletzt von dem Verrat macht sie sich auf die Suche, um ihn zur Rede zur stellen. Bald muss sie sich fragen, ob sie tatsächlich erfahren will, was damals geschah …

Meine Meinung:

Dass „Nur einen Herzschlag entfernt“ ein besonderes Buch sein wird, wurde mir schon während des Lesens des Klappentextes klar. Es hat mich neugierig gemacht, darauf, was dahinter steckt, was folgt. Meine Gedanken zu dem Buch sind chaotisch und mir fällt es schwer irgendwo anzufangen, weil einfach alles auf eine Art und Weise zusammenhängt, die sich nicht unterteilen lässt. Es ist eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte.

Einerseits mochte ich es, habe ein wenig mitgefühlt, mich fesseln lassen. Andererseits war es furchtbar zu lesen. Die Charaktere haben mich nicht berührt und waren nicht wirklich greifbar. Der Schreibstil hat kein Gefühl vermittelt und die stumpfsinnigen Dialoge haben mir den letzten Nerv geraubt. Um es mit einem Wort zu beschreiben: Es war anstrengend. Von der ersten bis zur letzten Seite.

Emiline empfand ich zu Beginn sehr unsympathisch und ich konnte sie einfach nicht verstehen. Ihre Beziehung mit Trevor wirkte vollkommen bizarr und eigentlich habe ich mich nur gefragt, wieso sie unbedingt mit ihm zusammen ist. Je mehr man aus ihrer Vergangenheit erfährt, desto mehr Verständnis konnte ich ihr entgegenbringen, dennoch schien sie in meinen Augen immer noch fragwürdig.

Die Aufmachung des Buches und die Grundidee ist andererseits so unglaublich gut, dass ich nicht sagen kann, das Buch sei schlecht. Zusammen mit Emiline liest man die Kapitel aus J. Colbys Buch und erfährt zusehends mehr aus der Vergangenheit der beiden. Immer wieder wird man unterbrochen von kurzen Szenen, die im hier und jetzt spielen und zeigen, wie Emiline mit dem Gelesen umgeht. Zuerst kam mir das ganze Geschehen nur wie in einem zu schnellen Film vor. Ich hab mich selbst als Außenstehende empfunden, der jeglicher Kontakt zu den Charakteren fehlte. An manchen Stellen jedoch brachen plötzlich so viele Gefühle über mich ein, dass ich das Buch erst einmal zur Seite legen musste. Es war vollkommen widersprüchlich.

Die traumatische Kindheit von Emiline und Jason ging mir erst nach etwa der Hälfte des Buches wirklich nahe und dabei war das „Schlimmste“ längst geschehen. In der Gegenwart wirkten Emilines Reaktion völlig undurchsichtig. Sie war sprunghaft: In dem einen Augenblick weinte sie, dann war plötzlich wieder alles gut. Später lachte sie, nur im nächsten Moment wieder völlig in Tränen auszubrechen.

Ganz anders erging es mir mit Jason. Als er das erste Mal richtig im Buch erscheint, ist bereits unglaublich viel vergangen. Man weiß, was die beiden durchgemacht haben, und mit diesem Wissen trifft man das erste Mal auf ihn. Ich hatte sofort das Gefühl, ihn zu kennen und eigentlich mochte ich ihn auch. Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass er in vielen Momenten vollkommen unangebrachte Sachen sagte, die mich einfach nur die Augen verdrehen lassen haben.

In dem Roman geht es vor allen Dingen um den Weg zu sich selbst, sich im Chaos wiederzufinden, aber auch um Vergebung und Loslassen. Auch wenn es sprachlich gesehen in meinen Augen einfach nicht gut war, fand ich doch die Storyidee und den Verlauf des Plots unglaublich. Es hat gepasst und sich einfach richtig angefühlt. Dennoch hätte man aus dieser Idee so viel mehr herausholen können.

3 von 5 Sternen

Über die Autorin:

Renée Carlino ist Drehbuchautorin und lebt mit ihrem Mann, den beiden Söhnen und einem niedlichen Hund namens John Snow Cash im sonnigen Süden Kaliforniens. Sie ist eine Leseratte, liebt Livemusik und ist ganz versessen auf dunkle Schokolade.

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