Rabenprinz | Rezensionsexemplar

Margaret Rodgerson hat es geschafft, einer einzigartigen Geschichte mit Worten Leben einzuhauchen. Magisch und gefühlvoll mit einem Hauch Düsternis.

Allgemeines

Titel: Rabenprinz
Autor/in: Margaret Rogerson
Verlag: cbj Jugendbuch
ISBN: 978-3-570-16539-3
Genre: Romantasy
Seitenanzahl: 384
Preis: 17,00€

Link zum Buch

Klappentext:

»Wir mögen ewig leben, aber Ihr blüht heller und Eure Stacheln hinterlassen blutige Spuren.«

Die 17-jährige Isobel ist eine begabte Porträtmalerin mit einer gefährlichen Klientel: das unheimliche Volk der Elfen; unsterbliche Wesen, die nichts erschaffen können, ohne zu Staub zu zerfallen. Doch als Isobel ihren ersten royalen Kunden empfängt – Rook, den Prinz des Herbstlandes – begeht sie einen fatalen Fehler. Sie malt den menschlichen Schmerz in seinen Augen – eine Schwäche, die Rook das Leben kosten könnte. Um sein Leben zu retten, müssen Isobel und Rook lernen, einander zu vertrauen. Doch als aus Vertrauen langsam Liebe wird, brechen die beiden ein Gesetz des Elfenvolkes, das gnadenlose Konsequenzen nach sich zieht …

Meine Meinung:

Kennt ihr dieses eine Buch, das euch den Kopf mit Dingen füllt, die ihr zwar kennt, aber sich trotzdem unglaublich neu anfühlen? Rabenprinz ist ein solches Buch. Es hat sich angefühlt wie ein Märchen, wie ein Märchenfilm, der jeden Sonntag um Punkt 12:00 im Ersten läuft und mich für eine kurze Zeit lang in seinen Band zieht.

Die Geschichte von Isobel lässt sich gar nicht mit Worten beschreiben. Man muss sie selbst lesen, sich selbst hinfort tragen lassen in eine Welt, die nicht schöner und gleichzeitig nicht grausamer sein könnte.

Zu Beginn war ich wirklich skeptisch, aber mit jeder verschlungenen Seite hat sich die Geschichte immer mehr wie eine Reise in eine fremde Welt angefühlt. Isobel ist eine begabte Porträtmalerin, die aufgrund ihrer Kunst überwiegend Kontakt zu den Elfen hat. Sie besitzt eine beinah übernatürliche Menschenkenntnis und ist in ihrem Verhalten sehr bedacht und wohl überlegt – bis Rook in ihr Leben tritt. Bereist von Beginn an hatte ich ein genaues Bild vom Setting in meinem Kopf und es hat einfach unglaublichen Spaß gemacht, die Zeit mit Isobel zu verbringen – und besonders zusammen mit Rook.

„Wir müssen über das reden, was Ihr letzte Nacht gesagt habt.“

„Ich hasse es, wenn Leute so etwas sagen“, erwiderte er. „Das führt nie zu etwas Gutem“

S.146

Rook ist der Herbstprinz des Reiches – und das gibt schon einen kleinen Einblick in die Magie des Landes: Jede Jahreszeit hat seine eigenen Elfen und jeder Elf besitzt unterschiedliche Fähigkeiten – eins haben sie jedoch gemeinsam, trotz ihres langen Lebens, sind sie nicht in der Lage, etwas zu kreieren oder zu erschaffen – kein Kochen, Malen oder sonst etwas, das für Menschen zur Normalität gehört. Aus eben diesem Grund sind die Elfen von Isobels Arbeiten unglaublich angetan. Eine weitere Eigenschaft, die sie ausmachen, ist der sogenannte „Glimmer“. Eigentlich könnte man sagen, dass sie sich hinter einem Trugbild der vollkommenen Schönheit verstecken, die lediglich durch einen einzigen Makel an Perfektion verliert. Was sich hinter diesem Trugbild versteckt, ist angsteinflößend, verdorben, aber auf eine eigenartige Weise furchtbar interessant, – wie ich finde. Je mehr man von den Facetten der Welt und der Elfen in Erfahrung bringt, desto hervorstechender wird die tatsächliche Wahrheit, die die Elfen hinter dem ganzen „Glimmer“ verstecken wollen.

War ich verliebt in das, was er verkörperte – den wehmütigen Herbstwinden und das Versprechen, den ewigen Sommer zu beenden?

S.180

Rook war von Anfang an unglaublich faszinierend. Anders als bei den anderen Elfen erkennt man in seinen Augen und seinem Verhalten etwas Menschliches. Und eben diese Gefühle bringen sowohl ihn als auch Isobel in eine äußerst missliche Lage. Ich mochte seine Art wirklich sehr, manchmal war er wie ein Kleinkind, störrisch, arrogant und dann wieder liebevoll. Er hat mich unaufhörlich zum Lächeln gebracht und sich ohne Umwege sofort in mein Herz gekämpft.

Die Storyline fand ich gut durchdacht, jedoch nicht unbedingt unvorhersehbar. An manchen Stellen verliefen die Momente viel zu schnell ab. Ich hätte mir da gewünscht, dass es ein wenig langsamer vonstattengeht. Andersrum folgten dann auch wieder Augenblicke, die sich gezogen haben. Durch den Schreibstil empfand ich es zwar nicht als sonderlich schlimm, aber dennoch hat es mich manchmal gestört.

Zuletzt ein weiter riesengroßer Pluspunkt: Rogersons Beschreibungen sind traumhaft. Erst ihre Worte verliehen der Geschichte ein ganz besonders Flair und hauchten den Charakteren Leben und Einzigartigkeit ein. Es hat mir unfassbaren Spaß bereitet, ihren Worten zu folgen.

Rabenprinz ist ein Herzensstück – für mich. Es ist nicht perfekt, aber gerade diese Unvollkommenheit spiegelt so viel der Geschichte wieder. Ich bin mir sicher, dass es keine Geschichte für jedermann ist, aber ich fand es einfach nur toll. Ein Buch, das ich immer wieder lesen könnte!

5 von 5 Sternen

Über die Autorin:

Wenn Margaret Rogerson nicht gerade schreibt, trifft man sie beim Malen, Lesen, Gaming, Puddingkochen oder auf der Suche nach Kröten und Pilzen im Wald an. Zu ihren Hobbies zählen außerdem das Sammeln seltsamer Schals und der Konsum von mehr Dokumentationen als sozial akzeptabel wäre (das behaupten zumindest einige). Derzeit lebt sie im Norden von Cincinnati, Ohio.

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