Shadow Tales – Das Licht der fünf Monde | Rezensionsexemplar

Magie der Monde, eine Protagonistin auf der Suche und ein unglaublich schöner Schreibstil – Shadow Tales hat mich entführt und nicht mehr fortgehen lassen.

Allgemeines zum Buch

Titel: Shadow Tales – Das Licht der fünf Monde
Autor/in: Isabell May
ISBN: 978-3-8466-0096-2
Verlag: One – Bastei Lübbe
Genre: YA Fantasy
Seitenzahl:400
Preis: 17,00€

Link zum Buch

Klappentext:

Die verträumte Lelani wächst in einem Dorf im Königreich Vael auf. Schon immer spürt sie eine starke Verbindung zu den fünf magischen Monden, die nachts über ihr erstrahlen. Als sich an ihrem 18. Geburtstag das Amulett öffnet, das ihre Eltern ihr hinterlassen haben, steht Lelanis Welt auf einmal Kopf. Zusammen mit ihrem besten Freund Haze macht sie sich auf die Reise, ihre wahre Bestimmung zu erfüllen – und gerät in einen Strudel aus Gefühlen, Selbstfindung und dunkler Magie …

Meine Meinung:

Fantasy ist vielfaltig, gibt Ideen und Möglichkeiten, die alle etwas Einzigartiges an sich haben, sich nicht an Naturgesetze halten müssen. Und Shadow Tales hat mich mit seiner Magie wirklich umgehauen. Jede Zeile sprühte Funken und jeder Satz gab ein leichtes Zischen von sich. Die Geschichte rund um Lelani ist unglaublich detailreich und vielschichtig, weist zwar Stärken und Schwächen auf, aber im Grunde hat es von Seite eins bis zum letzten vergangenen Vers mein Herz erwärmt, es schneller schlagen lassen und mit Phantasie erfüllt, nach der ich in der letzten Zeit vergeblich gesucht hatte.

Dank Lesejury durfte ich das Manuskript vorab lesen, deswegen ein Riesen großes Dankeschön!

Isabells Schreibstil hat mich bereits bei der Leseprobe vollkommen begeistert. Ihre Schreibweise hat etwas Poetisches an sich, ihre Worte sind magisch und zugleich treffsicher mit ihren Emotionen. Mich hat es nicht nur gecatcht, sondern wirklich mitgerissen.

Durch die malerischen Beschreibungen wurde das Bild in meinem Kopf zu einem Spielfilm, der sich in bahnbrechender Geschwindigkeit abgespielt hatte und zugleich nicht detailreicher hätte sein können. Ich würde euch jetzt so gern mehr über die Magie und den Ort bzw. die Welt erzählen, aber ich will keineswegs zu viel verraten. Deswegen kann ich nur sagen, liest es und lasst euch überraschen. Geht vielleicht ein klein wenig blind an die Sache heran und lasst euch von Isabells Worten hinfort tragen, ohne Erwartungen oder voreingenommenen Theorien zu haben.

Lelani als Hauptprotagonisten hat mich oft etwas überrascht. Aufgewachsen in einem wohlbehüteten Dorf ist sie Gefahren nie aus nächster Nähe entgegengetreten, musste sich nicht der Fremde des Landes stellen oder gar den Angelegenheiten am Königshofe der High Lady Beachtung schenken. Als sie dann mit ihrem besten Freund Haze auf eine Reise geht, ihre Sachen packt und das Dorf verlässt, ist sie nicht unbedingt von Angst erfasst. An die ein oder andere Angelegenheit mag sie in meinen Augen trotz ihrer Unerfahrenheit zu blauäugig herangehen, zu naiv. Dennoch finde ich, dass sie eine deutliche Charakterentwicklung durchmacht, sie gewinnt an Selbstvertrauen, an Selbstbewusstsein, vielleicht gerade dadurch, dass sie ihre Schwächen auf der ereignisreichen Reise näher kennenlernt.

Magie war nicht nur ein Werkzeug, das man nach Belieben einsetzen konnte, sie veränderte auch denjenigen, der sie wirkte.

S. 102

Neben Lelani stellen sich noch die Charaktere Haze, Lelanis bester Freund seit Kindertagen, und Kyran, ein -wie soll ich sagen- Krieger der Regentin des Landes, in den Mittelpunkt der Geschichte. Zwischen den Dreien entwickelt sich eine gewisse Dreiecksbeziehung und obwohl ich nicht unbedingt ein Fan von solch einem „Drama“ bin, hat es mich bei Shadow Tales doch wirklich gepackt. Haze ist mehr verschlossener, rationaldenkend und auf jede Gefahr gefasst. Wohingegen Kyran das komplette Gegenteil darstellt. Er ist arrogant, viel zu sehr von sich selbst überzeug, immer mit einem Lächeln bei jeder noch so komplizierten Angelegenheit. Sie sind wie Mond und Sonne, wie eine rote und eine weiße Rose. Und ich bin beiden verfallen.

Die Handlung wird einmal aus der Sicht von Lelani erzählt und zusätzlich aus der dritten Person der High Lady. Dadurch gelang es Isabell auf jeden Fall Spannung zu erzeugen und das Geheimnisvolle der Geschichte beizutragen. Was mich hier doch etwas gestört hatte, war die Vorhersehbarkeit gewisser Aspekte: Viele Dinge lassen sich bereits erahnen und später finden sie Bestätigung. Ich hätte mir hier gewünscht, dass es überraschender gewesen wäre und die ein oder andere unvorhersehbare Wendung stattgefunden hätte.

Dennoch war es eine wunderschöne Geschichte, die ich jedem Fantasyliebhaber nur ans Herz legen kann. Jetzt heißt es: warten, bis der nächste Teil erscheint 🙂

4 von 5 Sternen

Zur Autorin:

Isabell May, geb. 1985 in Österreich, studierte Germanistik, Bibliothekswesen und einige Semester Journalismus und PR. Es vergeht kein Tag, an dem sie nicht schreibt: Schon als Kind hat sie begonnen, Kurzgeschichten und ganze Romane zu schreiben. Nach Close to you folgt nun ihr Fantasy-Debut bei ONE. Die Autorin lebt in der Nähe von Aachen.

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