Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin|Rezensionsexemplar

kämpferische Highfantasy mit asiatischem Flair

Allgemeines zum Buch:

Titel: Im Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin
Autor/in: R. F. Kuang
ISBN: 978-3-7341-6222-0
Verlag: blanvalet
Genre: Highfantasy
Seitenzahl: 672
Preis: 16,00€

Link zum Buch

Klappentext:

Rebecca F. Kuang interpretiert in ihrem Debüt die asiatische Geschichte neu und erschafft eine Welt voller Kampfkunst, Götter und uralter Magie.

Rin ist ein einfaches Waisenmädchen, das im Süden des Kaiserreichs Nikan lebt. Ihre Adoptiveltern benutzen sie als billige Arbeitskraft, und um sie herum gibt es nur Armut, Drogensucht und Ödnis. Um diesem Leben zu entfliehen, setzt sie alles daran, um an der Eliteakademie von Sinegard aufgenommen zu werden. Doch auch dort wird Rin wegen ihrer Herkunft verspottet und ausgegrenzt. Da bricht ein Krieg gegen das Nachbarreich aus. Rin muss nun kämpfen und entdeckt dabei, dass ihre Welt nie so einfach war, wie sie geglaubt hatte – und dass sie zu viel mehr in der Lage ist, als sie selbst je für möglich gehalten hätte.

Meine Meinung:

Highfantasy hat sich bei dem ersten Leseversuch nicht unbedingt als ein Genre herausgestellt, das das richtige für mich zu sein scheint. Trotzdem habe ich mich vor ein paar Wochen dazu entschieden, diesen Roman anzufragen. In diesem Jahr möchte ich ein wenig aus meiner Komfortzone hinaustreten und neue Dinge ausprobieren. Da mich der Klappentext sofort angesprochen und wirklich neugierig gemacht hat, wollte ich mit diesem Roman meinen ersten Schritt wagen. Und ich bin keinesfalls enttäuscht worden.

Die Geschichte von Rin, unsere Protagonistin, die wir im gesamten Buch begleiten werden, beginnt im Süden des Landes Nikan. Auf ihrem Weg an die Akademie in Sinegard lernt man sie erst einmal genau kennen und obwohl sich dieser Zeitraum auf zwei Jahre weitet, geht die Zeit schneller um, als man denkt. Vielleicht zieht sich hier für ein paar Leser die Handlung, aber ich kann nur sagen, dranbleiben lohnt sich. Für Rin entwickelt man eine gewisse Empathie, ein Gespür für ihre Denkweise und gleichzeitig auch eine Verbindung zu ihr als Charakter. Sie ist mir schnell ans Herz gewachsen, da ich mich in ihrer sturen, kämpferischen Art selbst sehr gut wiederfinden konnte.

Durch den einfach gehaltenen Schreibstil gelingt es der Autorin auf wenigen Seiten viel passieren zu lassen, wodurch ich keinesfalls das Gefühl hatte, es würde sich ziehen oder langweilig werden. Ein bisschen eingewöhnen musste ich mich schon, da es im Vergleich zum NA oder Romantasy doch etwas ganz anderes ist. Besonders gut gefallen hat mir die Konversationen der Charaktere; mehr als einmal musste ich wirklich laut auflachen. Und genau das hat einen interessanten und entspannten Hauch gegenüber der rauen, düsteren und teilweise auch gewalttätigen Art der Geschichte ergeben.

Die anderen Charaktere waren ebenso wie Rin gut ausgearbeitet und jeder hatte auf eine Weise seinen Teil zur Geschichte beizutragen. Je mehr sich die Lage im Land zuspitzt und ein Krieg droht, desto mehr erfährt man auch über den Fantasyaspekt der Geschichte. Viel darüber möchte ich jedoch nicht erzählen. Es ist beinahe wie ein Puzzle, das man mit den einzelnen Teilen, die man zwischendurch hingeworfen bekommt, zusammenlegt. Als die ersten kriegerischen Ereignisse stattfinden, ist bereits ein weiteres Jahr an der Akademie vergangen, das man Rin begleitet hat. Ich fand es wirklich interessant, wie viel man auf den Seiten über militärische Strategien und die Geschichte des Landes erfährt. Die Ausarbeitung dieser Bereiche der Story ist unfassbar detailreich. Dennoch habe ich es nie als zu viel empfunden und mich eher den Protagonisten ein Stück näher gefühlt, da man die kritische Situation des Kaiserreiches besser verstehen konnte.

Nachdem der Krieg dann tatsächlich ausgebrochen ist, werden die Lehrlinge an der Akademie in die unterschiedlichen Regionen geschickt. Man lernt neue Charaktere kennen, trifft auf bereits bekannte wieder und genau das habe ich richtig gemocht. Die Spannung bleibt die gesamte Zeit über erhalten und ich war kaum in der Lage, das Buch zur Seite zu legen.

Leider wurde ich zum Ende hin ein wenig uneins mit Rin; Sie entwickelt sich in eine Richtung, die ich zwar einerseits verstehen konnte, andererseits jedoch nicht wirklich gut fand. Ich hoffe, dass sich das im nächsten Band noch ändern wird und sie vielleicht wieder ein Stück mehr zu sich selbst finden wird. Trotzdem war ich von Anfang an wirklich mit dem Herzen bei der Geschichte und hatte sogar meine Lieblingscharaktere in ein paar Nebenrollen gefunden.

Insgesamt fand ich das Buch dennoch richtig gut und bin gespannt, wie es weitergehen wird. Wenn ich euch neugierig machen konnte und ihr darüber nachdenkt, das Buch zu kaufen, dann kann ich euch nur empfehlen, für die Geschichte ein Wochenende Zeit zunehmen und für die Stunden in diese Welt einzutauchen. Denn so schnell werdet ihr vermutlich nicht mehr wieder loslassen können:)

4,5 von 5 Sternen

Zur Autorin:

Rebecca F. Kuang wanderte im Jahr 2000 aus Guangzhou, China, in die USA aus. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in International History von Georgetown, wo sie sich auf chinesische Militärstrategien, kollektive Traumata und Kriegsdenkmäler konzentrierte. Im Jahr 2018 erhielt sie ein Stipendium und studiert seitdem an der University of Cambridge Sinologie. Rebecca F. Kuang liebt Corgis, trinkt gerne guten Wein und guckt immer wieder die Fernsehserie »Das Büro«.

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