Keine Ahnung, ob das richtig ist – Rezensionsexemplar

Was Poetry uns geben kann, ist wunderschön. Es sind Gefühle. Es sind Erinnerungen. Es sind vielleicht Dinge, die man längst vergessen hat. Ich bin ein großer Poesieliebhaber, schreibe sogar selbst mal das ein oder andere Gedicht. Und umso mehr habe ich mich darüber gefreut, das Buch „Keine Ahnung, ob das richtig ist“ von Julia Engelmann kostenlos rezensieren zu dürfen. Es ist mein erstes Buch von ihr und ich habe sehr viele Dinge sogar markiert.

In diesem Buch schreibt Julia Engelmann berührend über die kleinen und großen Momente des Lebens, über den Mut, Entscheidungen zu treffen uns zu fragen, wer wir sein wollen. Ihre wunderschönen poetischen Zeilen über die Suche nach Identität und Glück, über Sehnsucht und Zweifel reißen mit und machen Hoffnung. Denn die Sterne sind zum Greifen nah.

Wenn ich das Buch jetzt so ansehe, wie es neben mir liegt, die vielen pinken Stickynotes, die am Buchschnitt herausragen, weiß ich nicht so recht, wo ich anfangen soll. Es sind viele kleine Gedanken, die mich beim Lesen begleitet haben, zaghafte Gefühle, die ich empfunden habe. Manchmal hat mich sogar die ein oder andere Zeile zu Tränen gerührt.  Und trotzdem kann ich nicht sagen, dass es mich vollkommen überzeugt hat.

Beim Lesen ist mir vor allem eine Sache klar geworden, die ich bisher zwar in der Theorie verstanden, jedoch noch nie wirklich selbst erfahren habe. Jetzt ist es mir aber umso deutlicher vor Augen geführt worden und ich bin dankbar dafür. Poetry unterscheidet sich. Es gibt Dinge, die mir dabei besonders gefallen und Dinge, mit denen ich nicht umzugehen weiß. Was mir bei Poesie gefällt, ja was ich daran liebe, ist das Gefühlvolle, welches durch die Aneinanderreihung von Worten entsteht. Es sind die Empfindungen, die erst durch die Bedeutung der Worten zum Ausdruck kommen, und für jeden fallen sie unterschiedlich aus.

Manchmal ist alles zu viel, um zu schweigen,

und zu wenig, um darüber zu reden.

Manchmal reicht es nicht mehr, um zu bleiben,

aber auch noch nicht ganz, um zu gehen.

Du und ich, wir sind da ähnlich:

Wir sind zu viel für nichts –

und für Liebe zu wenig. (S.93)

Julias Schreibstil ist spielerisch, vergleichbar mit ihren liebevoll gezeichneten Illustrationen, die das Lesen spannend und mich immer neugieriger gemacht haben. Doch ich kann mich in diesem Stil nicht wiederfinden. Keine Frage, es war schön zu lesen, aber mir hat dieser kleine Funken bei vielen Gedichten gefehlt. Dieser Funke, der mich von innen heraus erfüllt und die geschriebenen Worte zu etwas Besonderem macht.

Du bist nicht die Frage,

keine Ahnung, an dir liegt das nicht.

Was, wenn ich sage,

ich hab Angst davor, wie Liebe ist. (S.85)

Dennoch habe ich viele Textstellen markiert. Es sind einzelne Verse, Sätze, Wörter. All die, die mir für kurze Zeit das Atmen schwer gemacht haben, weil es etwas ausgelöst hat. Oder ich fand sie einfach nur unglaublich schön. Aber kein ganzes Gedicht mochte ich vollends.

Die gesamte Aufmachung hat mich wirklich überrascht und ich bin ein klein wenig verliebt. Man sieht, wie viel Herzblut in jeder einzelnen Silbe steckt und die vielen handschriftlich geschriebenen Notizen am Rande oder das Intro und besonders die Danksagung fand ich sehr persönlich. Für mich etwas ganz Besonders und deswegen mag ich es total.

Doch ich sehe deine Sorgen, ich sehe deine Angst davor,

dass es zu schnell morgen wird und du zu viel verpasst,

dass du das, was du machen willst am Ende gar nicht kannst –

doch vergiss nicht;

Jedes große Glück, fängt irgendwo klein an. (S.35)

Zusammengefasst finde ich das Buch trotzdem gut. Auch, wenn mich Julias Schreibstil nicht überzeugen konnte, habe ich mich in vielen Versen wiedergefunden und beim Lesen Spaß gehabt. Es war schön und jeder, der in Sachen Poetry mal reinschnuppern will, sollte auf jeden Fall eines ihrer Bücher ausprobieren.

3 von 5 Sternen

Link zum Buch 

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