Fernweh – Rezensionsexemplar

Buch in drei Worten: düster, erschreckend & faszinierend.

– K l a p p e n t e x t –

Evie lebt in der Einöde von Texas und träumt davon, die Welt zu sehen. Sie ist schon 20 Jahre alt, aber ihre paranoide Mutter lässt sie nicht aus dem Haus.
Und dann, eines Tages, nimmt Evie all ihren Mut zusammen und läuft davon …

Als der Trucker sie zum ersten Mal sieht, weiß er, dass er sie mehr will als alles andere. Und Hunter holt sich auf grausame Weise das, was er will – und lässt Evie nicht mehr frei.
Während sie das Land durchqueren, spürt die Gefangene paradoxerweise zum ersten Mal das Gefühl von Freiheit.
Doch Evie kann nicht vergessen, was Hunter ihr angetan hat und will fliehen. Aber sie könnte verlieren, was sie schon immer gesucht hat. 


– M e i n e  M e i n u n g – 

Zu Beginn muss ich sagen, dass ich bereits durch den Klappentext ein gewisses Interesse entwickelt habe, das von einer Neugier begleitet wurde. Bereits von Anfang an mochte ich den Schreibstil der Autorin sehr. Dennoch habe ich länger als üblich für die scheinbar wenigen 240 Seiten gebraucht.


Evie ist auf jeden Fall eine Protagonistin, die in der Form ihres Auftretens und der Denkweise sehr selten sind. Um ihre Unerfahrenheit nachvollziehen zu können, muss man wissen, dass sie durch die krankhafte Angststörung ihrer Mutter eine äußerst eingeschränkte und überbehütende Kindheit erlebt hat. Zur Schule ist sie nur bis zum Highschool-Alter gegangen und ihren Abschluss machte sie von zu Hause. Ihre sozialen Kontakte dezimieren sich demnach auf wenige Leute und ihre Menschenkenntnis könnte man schon als kaum vorhanden beschreiben. 

Als sie auf Hunter trifft, ist sie diesem vollkommen hilflos ausgeliefert. Obwohl sie durch die Paranoia der Mutter schon ahnen kann, was sie erwarten wird. Das Glücksgefühl, welches einen nach der ‚Flucht‘ von Zuhause erfüllt hat, wurde prompt durch Hunters Auftreten niedergestreckt, da sie sich nach einem kurzen Schnuppern nach Freiheit direkt in das nächste Gefängnis begab. 

Ihre Verbindung zu Hunter ist von Anfang an irgendwie da und entwickelt sich über die Seiten hinweg zu etwas immer mehr greifbaren. Einen großen Anteil an der Möglichkeit, diese nachempfinden und verstehen zu können, spielten auf jeden Fall die erotischen Szenen. Sie sind nicht dumpf, wie man es sonst oft erlebt, sondern tragen erheblich zum Vorgang der Geschichte bei. Warren hat hier die perfekte Mischung zwischen den beiden Komponenten des Dark Romance Genres gefunden, da das Buch nicht von ihnen überrannt wird. Trotzdem gab es besonders am Ende eine Szene, die mir einen ziemlichen Dämpfer verpasst hat und für den Abschluss irgendwie nicht passend war – eher übertrieben und auch unrealistisch, soweit ich das beurteilen kann. 


– F a z i t –

„Fernweh“ ist auf jeden Fall ein Buch, das ich Dark Romance Liebhabern ans Herz legen kann. Die Handlungsfolge ist erfüllt von Spannung und dem nötigen Tiefgang, der einem zum weiterlesen bewegt. Dennoch hat die Intensität des Buches oft dazu geführt, dass ich eine kurze Pause einlegen musste, um erst einmal zu realisieren, was da gerade vor sich geht. Einem völlig unerfahrenen Dark Romance Leser würde ich es nicht unbedingt als Einstieg empfehlen, da es für das Genre doch sehr extrem ausfällt. 

4 von 5 Sternen 

I n f o s:

Titel: Fernweh

Autor: Skye Warren 

Verlag: Festa Verlag 

Sprache: Deutsch

ISBN 978-3-86552-649-6 

Seitenanzahl: 240

Preis: 13,99 € 

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